Überlingen: Beton am See

Sie sehen sich im Momement mit einem kühlen Getränk an einem lauschigen Gewässer? Da hätten wir etwas für Sie: die Galerie Fähnle in Überlingen am Bodensee. 1969 ließ Ernst Fähnle (1899-1984) hier vom Architekten Eugen Rugel einen weißen Kubus auf einem reliefierten Sichtbetonsockel gestalten – für den umfangreichen künstlerischen Nachlasses seines gerade verstorbenen Bruders, des Malers und Bildhauers Hans Fähnle (1903-68). 50 Jahre später hat sich die baukünstlerisch außergewöhnliche Galerie selbst als Kunst-Ort mit Wechselausstellungen etabliert.

Die aktuelle Sommerausstellung widmet sich dem modernen Doppel Fähnle-Palm: Mit Werken des Malers Hans Fähnle und des Architekten Heinrich Palm (1888-1979) soll ein Stück städtischer Kulturgeschichte der 1920er bis 1960er Jahre lebendig werden. Damals siedelte im Osten der Stadt die “Boheme am Bodensee” (Manfred Bosch). Dem habe im Westen von Überlingen ein bürgerliches Pendant gegenübergestanden – vom Religionsphilosophen Ziegler bis zu den beiden Künstlern Fähnle und Palm. Die Austellung ist in Überlingen zu sehen bis zum 8. September 2019. (kb, 19.6.19)

Überlingen, Galerie Fähnle (Bild: Galerie Fähnle)

Bauhaus am Bodensee

Bauhaus am Bodensee

Konstanz, Handelslehranstalten, Hermann Blomeier 1968 (Foto: Heinz Kabus)
Konstanz, Handelslehranstalten, Hermann Blomeier 1968 (Foto: Heinz Kabus)

Das immer positiver besetzte Reizwort “Bauhaus” verschafft in diesen Monaten vielen Themen der Architekturmoderne die verdiente Aufmerksamkeit.  Die Konferenz “Bauhaus am Bodensee” nutzt diese Möglichkeit am 18. November in Konstanz (Hochschule Konstanz HTWG Fakultät Architektur und Gestaltung, Gebäude L, Hörsaal 007, Paul-und-Gretel-Dietrich-Straße 22, Kontakt: Karin Seng, 07531/206 9019, karin.seng@htwg-konstanz.de) besonders vielversprechend. Mit Hermann Blomeier ließ sich einer der Absolventen des Dessauer Bauhauses nach seinem Diplom bei Ludwig Mies van der Rohe 1932 in Konstanz nieder und schuf dort insbesondere nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs überregional beachtete und stadtbildprägende Bauten.

Mit dem 1968 fertiggestellten Gebäude der Handelslehranstalten (heute Wessenbergschule) folgt Blomeier den reformpädagogischen Leitlinien der jungen Bundesrepublik, darüber hinaus kann das hervorragend erhaltene Gebäude aber auch als Auseinandersetzung mit der Architektur und Architekturlehre des Bauhauses in Dessau interpretiert werden und wirft die Frage nach dem Thema des Raumes in der Lehre des Bauhauses auf. Die Fakultät Architektur und Gestaltung der Hochschule Konstanz, die sich in der Kombination von Bau und Design dem Erbe des Bauhauses verpflichtet sieht, möchte mit dieser Konferenz Nutzungsperspektiven und Sanierungsmöglichkeiten für dieses herausragende Denkmal der 1960er Jahre aufzeigen und diskutieren. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. (kb, 30.10.16)