Wochenend und Sonnenschein

Der Klassischen Moderne gehört das Wochenende vom 18. bis 20. September im Berliner Südwesten. Der Fachbereich Kultur des Bezirksamtes Steglitz Zehlendorf widmet sich mehrerer ikonischer Bauten, die zwischen 1910 und 1932 entstanden sind: Von Richard Neutras Villen über Bruno Tauts Siedlung Onkel Toms Hütte bis zu den diversen Reihenhaus-Bauten am Botanischen Garten gibt es am „Wochenende der Moderne“ sechs organisierte Touren, die unterschiedliche Besonderheiten der Moderne aufdecken.

Zum Auftakt wird die Architektin Regine Leibinger am Freitag, 18. September einen Vortrag halten, beschlossen wird das Ganze am Sonntagabend mit einem Abschlusskonzert mit dem KNM Quartett aus Berlin. Beides findet im Haus am Waldsee statt und ist (nach Anmeldung!) kostenlos. Wer an einer der Touren teilnehmen möchte, sollte sich zügig anmelden, denn die Plätze sind jeweils auf 20 Teilnehmer beschränkt. Tickets kosten für jede Tour 12 Euro und sind nur online verfügbar. (db, 9.9.20)

Berlin, Wilskistraße (Bild: Gyxmz, CC BY-SA 3.0)

Taut baut

Sein Nachname ist wohl jedem Kenner der klassischen Moderne ein Begriff. Wenn er fällt, denken aber die wenigsten an den Architekten, von dem hier die Rede ist: Taut. Max, nicht Bruno. Obwohl seine innovativen Schul- und Gewerkschaftsbauten in den 1920er Jahren große Bekanntheit erlangten, konnte er doch nie aus dem Schatten seines ungleich berühmteren Bruders hervortreten. Dies änderte sich auch nicht nach dessen Tod im Jahr 1938, obwohl Max Taut bis zu seinem Tod 1967 noch mit verschiedenen Bauprojekten in der Bundesrepublik reüssieren konnte. Zu seinem 50. Todestag ist nun ein Bildband erschienen, die sein Werk würdigend in den Blick nimmt.

Das Buch versammelt die wichtigsten Bauten Tauts und präsentiert sie in Aufnahmen des Architekturfotografen Stefan Müller. Max Dudler, Gert Heidenreich, Vittorio Magnago Lampugnani, Martin Mosebach, Jenny Schily, Wim Wenders, Hanns Zischler und viele andere Autoren ergänzen sie mit persönlichen Texten zu den einzelnen Bauten. (jr, 21.6.17)

Taut baut. Geschichten zur Architektur von Max Taut, fotografiert von Stefan Müller und erzählt von Max Dudler, Gert Heidenreich, Vittorio Magnago Lampugnani, Martin Mosebach, Jenny Schily, Wim Wenders, Hanns Zischler u. a. Wagenbach Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-8031-3666-4.

Titelmotiv: Cuchcover „Taut baut“ (Bild: Wagenbach Verlag)

Taut und Krayl als Download

In Magdeburg dreht sich anlässlich des Bauhausjubiläums 2019 derzeit alles um das klassisch-moderne Erbe der Stadt. Bis Februar diesen Jahres beleuchtete die Ausstellung „Bunte Stadt – Neues Bauen. Die Baukunst von Carl Krayl“ den legendären Magdeburger Siedlungsbau der 1920er Jahre. Wer die Schau verpasst hat, hat nun eine zweite Chance, die moderne Architektur kennenzulernen: Die Magdeburger Volksstimme bietet eine umfassende Artikelserie, die begleitend zur Ausstellung erschien, als PDF zum Download an.

Der Magdeburger soziale Wohnungsbau der Architekten Bruno Taut und Carl Krayl erlangte Anfang der 1920er überregionale Bekanntheit. Die großzügigen Wohnsiedlungen verkörperten in der Formensprache des Neuen Bauens den sozialstaatlichen Anspruch der Weimarer Republik. Wegen ihrer teils expressiv-farbenfrohen Gestaltung verschafften sie der Stadt außerdem den Beinamen „Buntes Magdeburg“. Die Serie der Volksstimme stellt acht der Siedlungen in Planung und Architektur vor, kontrastiert historische und aktuelle Fotografien und fragt nach den heutigen Bewohnern der Bauensembles. (jr, 27.4.17)

Magdeburg, Cracausiedlung, Carl Krayl (Bild: PD)