Brutalismus

Frankfurt am Main-Heddernheim, St. Matthias (Bild Gaki64, CC BY SA 3.0, 2013)

Frankfurt: St. Matthias soll verkauft werden

Die Frankfurter Nordweststadt bringt die einen ins Schwärmen, die anderen ins Schwitzen. Aus dem einstigen Vorzeigeprojekt, das Walter Schwagenscheidt mit Tassilo Sittmann nach dem Konzept der „Raumstadt“ in den 1960er Jahren durchgrünt und verkehrsentflochten gestaltete, wurde mit der Zeit ein sog. sozialer Brennpunkt. Nach und nach brachen die Infrastrukturen in den Unterzentren weg: Geschäfte, Post, soziale Institutionen und letztlich auch erste Kirchen. Nun soll ein weiterer der Gottesdiensträume veräußert werden. Heute meldet die Frankfurter Neue Presse, dass das Bistum Limburg den Verkauf des Areals von St. Matthias plant – ausgenommen davon sei die Kindertagesstätte. Die katholische Gemeinde, die insgesamt sieben Kirchenräume in ihrer Verantwortung hat, will sich damit besser auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können.

Der brutalistische Kirchenbau wurde 1965 nach den Plänen des renommierten Architektenduos Alois Giefer und Hermann Mäckler fertiggestellt – den beiden Baumeistern hatte man nach dem Krieg u. a. die Neugestaltung des Frankfurter Doms anvertraut. Die in den Bau mit eingegossenen Fassadenreliefs gestaltete kein Geringerer als der langjährige Städel-Professor Hans Mettel, der an mehreren Documenta-Ausstellungen beteiligt war. Der ebenfalls in die Betonmauern der Kirche integrierte Kreuzweg stammt vom Bildhauer Harro Erhart. Kurz: St. Matthias ist, samt vielen der angrenzenden Gemeindebauten, seit über zehn Jahren denkmalgeschützt. Ein möglicher künftiger Eigentümer wird sich daher der Verantwortung stellen müssen, mit diesem Gesamtkunstwerk sensibel umzugehen. (kb, 29.11.18)

Frankfurt am Main-Heddernheim, St. Matthias (Bild Gaki64, CC BY SA 3.0, 2013)

Köln, Kirche Johannes XIII. (Bild: © Raimond Spekking, CC BY-SA 4.0, 2013)

Köln hört die Signale

Kerngeschäft der Kölner Gesellschaft für Neue Musik sind eigentlich zeitgenössische Klänge und experimentelle musikalische Versuchsanordnungen. Mit „Béton brut & bruits“, „einer Konzertreihe zu und in brutalistischer Architektur“, entdeckt die Vereinigung von Kölner Komponisten und Musikern jetzt Bauwerke der Nachkriegsmoderne als neue Konzertorte. Verstanden werden darf das Projekt aber auch als Hinweis auf den künstlerischen Wert gerade brutalistischer Bauten. Denn sie verdienen „Besseres (…) als die Abrissbirne“, wie der Komponist und Mitorganisator der Veranstaltungsreihe Roman Pfeifer betont.

Los geht es heute, am 22. November 2018, mit zwei Konzerten in der 1968/69 errichteten Kirche Johannes XXIII. Zu hören sind ein AMPICO Player Piano, das selbsttätig komplexe Musik von Conlon Nancarrow und James Tenney hervorbringt, und das composers slide quartet mit Musik für vier Posaunen. Am 24. November spielt der Schlagzeuger Emil Kuyumcuyan im Hörsaalgebäude der Uni Köln – unter anderem Musik des auch als Architekt ausgebildeten Iannis Xenakis. Schließlich folgt am 21. Dezember noch ein Abend mit dem Ensemble hand werk im nicht brutalistischen, aber dennoch sehenswerten Kunstraum Fuhrwerkswaage. Vor den Konzerten gibt es an den Spielstätten jeweils kurze Rundgänge („Beton-Sichtung“), mit denen der Arbeitskreis Nachkriegsmoderne im Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz die Reihe begleitet. (ak, 22.11.18)

Köln, Kirche Johannes XIII. (Bild: © Raimond Spekking, CC BY SA 4.0, 2013)

Brutalismus fotografiert von Gregor Zoyzoyla

„Bei ner sagenhaften Quiche“

Auf Facebook und anderen Online-Kanälen können die Brutalisten weltweit schon seit Jahren die Aufnahmen von Gregor Zoyzoyla genießen. Jetzt kommen auch die Freunde des Analogen zu ihrem Recht: Am 1. Dezember 2018 findet in Frankfurt (Café Sugar Mama, Kurt-Schumacher-Str. 2, 60311 Frankfurt am Main) um 19 Uhr die Vernissage „Concrete:imagination“ statt. Im Anschluss sind die Arbeiten rund sechs Wochen vor Ort zu sehen.

Mit seinen Foto-Serien will Zoyzoyla auf die Schönheiten und den drohenden Verlust der Bauten der 1960er und 1970er Jahre aufmerksam machen. Viele seiner Frankfurt-Bilder konnte er bereits im letzten Winter im Rahmen der großen Brutalismus-Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum präsentieren. Nun zeigt er im entspannten Rahmen Schätze aus seinem europaweiten Fundus. Neben dem ästhetischen Fotogenuss verspricht er im Café Sugar Mama auch eine „sagenhafte Quiche“. Und wer den Kuchen lieber zu Hause isst, aber nicht auf Zoyzoyla verzichten möchte, kann ihn auch als exklusiven Druck für die eigenen vier Beton-Wände erwerben. (kb, 7.11.18)

Brutalismus fotografiert von Gregor Zoyzoyla

Braunschweig, Hauptbahnhof (Foto: Heinrich Heidersberger, #4005_3, 1960, Bild: Institut Heidersberger, www.heidersberger.de)

Brutal modern

Der Brutalismus ist tot. Es lebe der Brutalismus. Braunschweig jedenfalls entdeckt sich gerade neu von seiner Beton-Seite – immerhin stand hier die Wiege der legendären „Braunschweiger Schule“. Mit der Ausstellung „Brutal modern – Bauen und Leben in den 60ern und 70ern“ präsentiert das Braunschweigische Landesmuseum bis zum 31. März 2019 das „Bauen und Leben in den 60ern und 70ern“. Vorgestellt werden 20 Braunschweiger Bauten dieser Zeit, sieben davon stehen aktuell unter Denkmalschutz.

Die Ausstellung fußt auf dem 2013/14 von der Braunschweigischen Landschaft e. V. angestoßenen Projekt „Achtung modern! Architektur zwischen 1960 und 1980“. Dieses soll während der Ausstellung fortgeführt werden, es geht z. B. am 13. November 2018 zum Rathaus Salzgitter-Lebenstedt, am 29. Januar 2019 zur Pianofortemanufaktur Grotrian-Steinweg in Brauschweig und am 12. Februar 2019 zum Scharoun Theater Wolfsburg. Auch das weitere Begleitprogramm ist prall gefüllt: Am 23. Oktober 2018 z. B. führt der Denkmalpfleger Ulrich Knufinke unter dem schönen Titel „Gesegneter Beton“ durch Kirchenbauten dieser Jahrzehnte. Kinder können mit einem Detektivkoffer die Ausstellung erkunden, selbst in Lego modern bauen oder ihren Geburtstag in brutalistischer Umgebung feiern. (kb, 20.10.18)

Braunschweig, Hauptbahnhof (Foto: Heinrich Heidersberger, #4005_3, 1960, Bild: Institut Heidersberger, www.heidersberger.de)

Hannover, ehemaliges Britisches Generalkonsulat (Bild. Rocco Curti, NLD, Hannover, 2016)

Beton-Kultur in Niedersachsen

Langsam verebbt der große Brutalismus-Hype – die Betonmonster sind, trotz aller bleibenden Moderneskepsis, auf einem guten Weg in den Olymp der anerkannten Kulturdenkmale. Was bleibt, ist das Bemühen um die Erfassung der bemerkenswerten Bauten der 1960er und 1970er Jahre, um ihren Erhalt und ihre fachgerechte Sanierung. Kurz: Der Brutalismus ist jetzt Teil der denkmalpflegerischen Alltagsarbeit.

Vor diesem Hintergrund hält Dipl.-Ing. (FH) Rocco Curti M. A., Referent im Nie­der­sächsischen Landesamt für Denkmalpflege Hannover, am 16. Oktober 2018 im Niedersächsisches Landesarchiv Stade (Am Staatsarchiv 1, 21680 Stade) um 19.30 Uhr den Vortrag „Kulturdenkmale aus Beton“. Thema sind Architektur und Städtebau der 1960er und 1970er Jahre als neues Aufgabenfeld der Denkmalpflege in Niedersachsen. Denn obwohl – oder gerade weil – viele Betonbauten auf den ersten Blick spröde wirken, werden sie denkmalfachlich erforscht, in das Verzeichnis der Kulturdenkmale eingetragen, denkmalgerecht instandgesetzt oder umge­baut. Veranstalter des Vortrags ist der Stader Geschichts- und Heimatverein e. V., der Eintritt ist frei. (kb, 22.9.18)

Hannover, ehemaliges Britisches Generalkonsulat (Bild. Rocco Curti, NLD, Hannover, 2016)

Dortmund, WestLB-Bank (Bild: Lucas Kaufmann, CC BY SA 4.0, 2015)

Tipps zum TofD: Brutales an Rhein und Ruhr

Beton satt gibt es zum TofD an Rhein und Ruhr zu entdecken. In Köln präsentiert der Rundgang des AK Nachkriegsmoderne im Rheinischen Verein (mit Tobias Flessenkemper und Martin Bredenbeck) „Funktional, rational, brutal?“ Bauten der Universität Köln. Treffpunkt ist das Albertus-Magnus-Denkmal in Köln-Lindenthal. Die Führung (90 Minuten) beginnt am 8. (!) September um 11 Uhr. Nicht minder lohnenswert ist eine Stippvisite in Dortmund bei der ehemaligen WestLB/Dresdner Bank (Kampstraße 45-47, Dortmund). Futuristisch präsentiert sich der von dem Architekten Harald Deilmann 1978 verwirklichte Bau, in dem sich heute das Centrum für Medizin und Gesundheit befindet. Am 9. September ist die Anlage ganztags geöffnet, eine Führung wird um 15 Uhr durch Dipl.-Ing. Katrin Lichtenstein, TU Dortmund und Christoph Wimmeler (Projektmanager DOC) angeboten (Treffunkt: am Eingang DOC).

Unser dritter Tipp führt nach Düsseldorf zur Kunsthalle (Grabbeplatz 4, Düsseldorf). Der 1967 von Beckmann und Brockes erbaute Betonkubus bildet in Düsseldorfs eines der selten gewordenen Zeugnisse brutalistischer Architektur. Der Bau ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet, um 15 Uhr wird eine Architekturführung angeboten durch Pilar Lennertz (Kontakt: Katharina Sawatzki, Kunsthalle Düsseldorf, 0211 86393455, sawatzki@kunsthalle-duesseldorf.de). (kb, 2.9.18)

Dortmund, WestLB-Bank (Bild: Lucas Kaufmann, CC BY SA 4.0, 2015)
Offenbach an der Queich, Rathaus (Bild: © Friedrich Haag, wikimedia commons, CC BY SA 4.0, 2016)

Offenbach an der Queich: Rathaus „abrissbereit“

Als hätte Henri Matisse heftig brutalistisch geträumt: In Offenbach an der Queich (Südliche Weinstraße) enstand 1979 nach Plänen des Architekten Eduard Arnold ein Rathaus der feinsten Sorte. Der Stahlbetonskelettbau mit dem zeichenhaft aufgeständerten Ratssaal erhielt abstrahierende Betonreliefs von Karl-Heinz Deutsch. In den Folgejahren kamen kleinere Anbauten und ein Trauzimmer hinzu. Darüber hinaus hat sich das Offenbacher Rathaus weitestgehend unverändert erhalten. Bis jetzt.

2015 entschied sich die Kommune für einen Neubau auf der grünen Wiese. Das bisherige Rathaus sei von Bauschäden geplagt, eine Sanierung wirtschaftlich nicht vertretbar. Im Folgejahr wurde das Ensemble, auf Initiative des Architekten Arnold und des Bildhauers Deutsch, unter Denkmalschutz gestellt – mitsamt des ebenfalls von Deutsch gestalteten Brunnens vor dem Rathaus. Nur wenige Tage darauf genehmigte die Kommune den Abriss unter der Auflage, die Betonreliefs zu erhalten. Seither wartet die Betonschönheit „abrissbereit“ auf die Fertigstellung des neuen Rathauses. (kb, 31.8.18)

Offenbach an der Queich, Rathaus (Bild: © Friedrich Haag, wikimedia commons, CC BY SA 4.0, 2016)

Zürich,Triemli-Hochhaus (Bil: Port(uo)s, CC BY-SA 4.0)

Schön hässlich?

Wenn eine kostenlos erscheinende Pendlerzeitung zur Wahl des „hässlichsten Hauses der Schweiz“ aufruft, kann man sich fast sicher sein, dass Volkes Meinung vor allem gegen die noch immer ungeliebte Moderne wüten wird. So twitterte der Architekt Peter Egli vom Schweizer Heimatschutz angesichts der Ergebnisse: „Die Auswahl der Bauten und vor allem die Kommentare lassen mich ratlos zurück. Bessere Bildung im Bereich Baukultur für alle!“ Die Shit-List der Zeitung 20 Minuten ist in der Tat eher ein repräsentativer Rundgang durch die europäische Baugeschichte: Der Konvikt Chur findet sich hier ebenso wie das Telli-Quartier in Aarau. Titelgewinner ist ein Bau des Brutalismus: das Züricher Triemli-Hochhaus von 1966.

Errichtet wurde es nach Plänen des Architektenpaares Rudolf und Esther Guyer. Die ersten Entwürfe entstanden 1956, doch erst Jahre später wurde mit dem damals schon umstrittenen Bau begonnen. Heute gilt der 43 Meter hohe Turm – als Vertreter seiner Zeit – als schützenswert. Hinreißend ist die Reaktion des heute 89-jährigen Rudolf Guyer auf die populistische Aktion: „Dass Laien das Gebäude hässlich finden, ist mir egal. Hauptsache, den anderen Architekten gefällt es.“ Im Jahr 2012 hat man ein Wohnhaus im Kanton Schwyz zum hässlichsten Haus des Landes gewählt. Einige Jahre später wurde es tatsächlich abgerissen … (db, 20.8.18)

Zürich, Triemli-Hochhaus (Bild: Port(u*o)s, CC BY SA 4.0)

Tetrasoap (Bild: tetrasoap.com)

Wasch-Beton

Diese Neuheit verspricht nicht weniger als eine Revolution, „a soap revolution“. Tetrasoap kommt in kantiger Betonoptik daher. Sie erinnert, und soll das auch, an die Tetrapoden, eine französische Erfindung der 1940er Jahre. Mit diesen Betonformsteinen, die in der Folge in zahlreichen Ländern dem Küstenschutz, dem Dammbau und der Hafenbefestigung dienen, waren Wellenbrecher rasch und kostenfrei herstellbar. Teils wurden die seriell gefertigten Tetrapoden auch als Panzersperren eingesetzt.

Für die Tetrasoap setzen die Hersteller auf natürliche Materialien, die von Hand verarbeitet werden. Doch die Form soll nicht nur schick aussehen, sondern auch das „Wegglitschen“ verhindern. Denn auch stark heruntergewaschen, bleiben dem Nutzer immer noch die griffigen vier „Füße“. Die Idee entstand 2003, wurde kontinuierlich weiterentwickelt und vor einigen Monaten mit einer Crowdfunding-Aktion bei „kickstarter“ in die serielle Produktion gehoben – und kann jetzt in schicker Verpackung online bestellt werden: einzeln oder als „Jahres-Abo“. (kb, 23.5.18)

Tetrasoap (Bild: tetrasoap.com)

Iserlohn, Rathaus (Bild: Sauerlandtom, via mapio.de)

Rathaus Iserlohn soll „kernsaniert“ werden

Bis 1974 war die Welt in Iserlohn noch in Ordnung: Da gab es ein malerisches Rathaus, das der Architekt Wilhelm Raffloer 1875 im verspielten Stil der Neorenaissance gestaltet hatte. Doch seit Mitte der 1970er Jahre dient dieser Bau als Stadtbücherei, denn Iserlohn hatte nach rund 100 Jahren ein neues Rathaus erhalten. Ein Architektenteam unter der künstlerischen Oberleitung von Ernst Dossmann brachte die zuvor über die Stadt verteilten Verwaltungsfunktionen von 1972 bis 1974 in einem klaren kantigen Betonbau am Schillerplatz zusammen.

Und diese Betonschönheit steht seit der Jahreswende unter Denkmalschutz. Noch 2014, zum 40-jährigen Jubiläum der Einweihung, hatte man – im Zuge der avisierten Neugestaltung des Schillerplatzes – laut über einen Neubau nachgedacht. Nun ist von einer „Kernsanierung“ Anfang der 2020er Jahre die Rede. Der neue Schutzstatus wird dabei auch die Denkmalpflege mit an den Verhandlungstisch bringen. Zusätzlich wirft die Stadt mit ihrem neuen Kulturdenkmal ein Auge auf Fördertöpfe wie für die „Regionale 2025“. Während der Betonbau heute vor Ort nicht nur geliebt wird, war man 1974 voller Stolz. In einer Broschüre zur Einweihung hieß es: „Das Auffälligste am neuen Rathaus ist seine Schönheit.“ Dem haben wir nichts hinzuzufügen. (kb, 25.3.18)

Iserlohn, Rathaus (Bild: Sauerlandtom, via mapio.de)

Neu-Ulm, Donaucenter (Bild: Peter Liptau, 2018)

Neu-Ulm: Donaucenter wird saniert

Als moderner Gegenpart zur historischen Ulmer Stadtkulisse – direkt gegenüber auf der anderen Donauseite, im anderen Bundesland – wurde es gebaut: Das Donaucenter Neu-Ulm entstand von 1971 bis 1974 nach Plänen des Stuttgarter Architekten H. M. Wein, aus dessen Feder wiederum auch das frühere Ulmer Universum-Center-Hochhaus stammt. Beide eine „Trabantenstadt in der Stadt“. Nachdem das Donaucenter schon 1980 wegen Betonschäden an der Fassade saniert werden musste, geriet es auch 2012 bis 2014 wegen eines Legionellenbefalls in die Presse. Über ein Jahr durften die fast 500 Bewohner nicht mehr duschen. Bis heute ist die Warmwasserversorgung problematisch.

Doch nun spricht man von einer generellen Sanierung der Fassade, die sich aktuell noch in ihrem Ursprungszustand zeigt: streng horizontal ausgerichtete, beigegraue Mauerteile und Brüstungen, dunkelbraune Fensterrahmen und Wandelemente. Bewegung kommt in die Außenhaut nicht nur durch die Knicke, sondern auch durch die unterschiedlichen (festgeschriebenen) Rot-, Gelb- und Orangetöne der Verschattungs- und Verdunklungselemente. Die geplante Sanierung sorgt nun aber bei den Bewohnern für Unmut. Die Rücklagen der Hausgemeinschaft reichen für die knapp 8 Millionen Euro Sanierungskosten nicht aus. So kommen auf jede Wohneinheit, je nach Quadratmeterzahl, zwischen 4.500 und 15.000 Euro zu. Wie die Fassade zukünftig aussehen wird, ist aktuell noch unklar. (pl, 14.3.18)

Neu-Ulm, Donaucenter (Bild: Peter Liptau, 2018)

Brutalistische Schokoladenkreation (Bild: Kia Utzon-Frank)

Brutolade

Schon länger haben wir uns den Hinweis auf Beton-Lifestyleprodukte verkniffen, es wurde einfach inflationär. Aber für Schokolade müssen wir eine Ausnahme machen. Gleich zweimal hat der Brutalismus-Hype Eingang in die Welt der Süßwaren gefunden. In London bietet Kia Utzon-Frank in Zusammenarbeit mit dem Barbican und der KitchenAid spezielle Schoko-Kurse an. Es werden gemeinsam Kreationen erarbeitet, die zwar nach Beton aussehen, aber wesentlich besser schmecken. Noch sollen Termine für den 3. März frei sein.

Den anderen Weg geht der Designer Jochen Korn. Er vertreibt eine „Beton-Schokolade“, die ausdrücklich nicht zum Verzehr gedacht ist. Stattdessen lassen sich darauf die Kaffekanne, der heiße Topf oder andere Küchenutensilien abstellen. Der haltbare Riegel soll sich ebenso als Mitbringsel oder „Deko-Extra“ eignen. Alle verschenkenden Männer oder Busenfreundinnen seien aber gewarnt. Es könnte zu schlechtgelaunten Rückfragen kommen („Du denkst also, ich sollte besser keine Schokolade essen?“). (kb, 21.2.18)

Brutalistische Schokoladenkreation (Bild: Kia Utzon-Frank)