Bagger am Bundesrechnungshof

In Frankfurt wird mal wieder ein gutes Stück 1950er-Jahre Architektur umgekrempelt: Für die geplanten “Kornmarkt-Arkaden” fallen der Westflügel des denkmalgeschützten ehemaligen Bundesrechnungshofs samt eines Nachbargebäudes. Bis 1955 wurde der gelb verklinkerte Stahlskelettbau nach Entwurf von Werner Dierschke und Friedel Steinmeyer errichtet. Auf einem langgestreckten Z-förmigen Grundriss entstand das Verwaltungszentrum als modernes Gegengewicht zur wiederaufgebauten Pauluskirche. 2012 wurde das markante Ensemble als “Denkmal des Jahres” ausgezeichnet.

Nachdem die Bundesbehörde vor 15 Jahren ausgezogen war, stand der Bau in zentraler Lage leer. Der nun verbleibende Haupttrakt des Ensembles soll saniert und in das ehrgeizige Arkaden-Neubauprojekt einbezogen werden: acht Geschosse, 310.000 Quadratmeter Nutzfläche. Als deutliches Signal der Veränderung wird sich ein “Bug” dem Karmeliterkloster entgegenwölben. Die verantwortliche OFB-Entwicklungsgesellschaft sieht ihr Vorhaben als “wesentlichen Beitrag zur Belebung der Innenstadt”. Kritiker bemängeln, das voluminöse Projekt erschlage die gewachsenen Strukturen. Bei der anlaufenden Sanierung des verbliebenen Baudenkmals sollen das geschwungene Treppenhaus und das zeitgenössische Wandgemälde von Eberhard Schlotter erhalten werden. (db, 9.4.15)

Frankfurt am Main: Der Westflügel (rechts) des ehemaligen Bundesrechnungshofs wird abgerissen – der Rest soll saniert werden (Bild: D. Bartetzko)

Ehem. Bundesrechnungshof: Teilabriss

Ein Teil wird fallen: Der ehemalige Bundesrechnungshof in Frankfurt/Main (Bild: R. Meinecke, Wikipedia GFDL 1.2)
Ein Teil wird fallen: der ehem. Bundesrechnungshof in Frankfurt/Main (Bild: R. Meinecke, Wikipedia GFDL 1.2)

Seit über 15 Jahren steht der ehemalige Bundesrechnungshof in der Frankfurt Innenstadt leer. Der 1955 nach einem Entwurf von Werner Dierschke und Friedel Steinmeyer errichtete Stahlskelettbau ist seit den Neunzigern denkmalgeschützt, gleichwohl in der Bausubstanz stark angegriffen. Womöglich war auch dies ein Grund, wieso sich die Investoren in den vergangenen Jahren die Klinke in die Hand gaben: Außer der zerstörerischen “Schadstoffsanierung” eines angrenzenden, nicht geschützten Fünfziger-Jahre-Baus geschah über Jahre nichts mit dem Großbau nahe der Paulskirche.

Nun kommt Bewegung in die Sache – und wie so oft startet sie mit einem Abriss: Alle nicht geschützten Gebäude und auch der westliche Trakt des Bundesrechnungshofs fallen im Frühjahr 2015. Sie sollen den “Kornmarkt-Arkaden” nach Entwurf des Frankfurter Architekten Jürgen Engel Platz machen. Die abgebildeten Teile des Altbaus werden originalgetreu saniert, wie der Bauherr, die OFB-Projektentwicklung, bestätigte. Man sei bereits mit mehreren potentiellen Mietern im Gespräch, so Projektentwickler Michael Gunterdorf zur Frankfurter Rundschau. Für das Frankfurter Denkmalamt endet damit eine jahrelange Hängepartie um den Klinker-Bau: Aufgrund seiner schlechten Substanz hatte man bereits mehrfach von Abbruch gesprochen. (db, 11.10.14)