Raumplanung nach 1945

Raumplanung nach 1945

briesen.inddNach 1945 krankte das Thema der räumlichen Planung und Forschung lange daran, dass es zu sehr nach Blut und Boden, nach einem falsch verstandenen Heimatbild roch. Also erging es ihm wie vielen Neuerungen, die nach Kriegsende in der jungen Bundesrepublik nur schrittweise Fuß fassen konnten. Erst mit den Jahrzehnten wurden Raumplanung und -forschung zum Teil eines verwissenschaftlichten Konsenses zur Modernisierung, Rationalisierung und Demokratisierung der Gesellschaft.

Mit ihrem Band schließen die beiden Herausgeber – Detlef Briesen, Privatdozent an der Universität Gießen, und Wendelin Strubelt, der ehemalige Vizepräsident und Professor des Bonner Bundesamts für Bauwesen – daher nicht nur eine Lücke der Forschung, sondern setzen auch die Aufarbeitung eines wichtigen Stücks westdeutscher Nachkriegsgeschichte fort. In den gesammelten Fachbeiträgen werden u. a. „Krisenangst und Krisendiagnose. Deutsche Raumplanung nach 1945“, der „Neustart des Instituts für Raumforschung (1949-1951)“ und die „Raumordnungspolitik auf dem Prüfstand 1977“ behandelt. Zudem wirft man einen Blick auf den ostdeutschen bzw. internationalen Kontext und schließt mit „Perspektiven der Zeitzeugen“. (kb, 12.7.16)

Strubelt, Wendelin/Briesen, Deltef (Hg.), Wissenschaft Raumplanung nach 1945. Kontinuitäten und Neuanfänge in der Bundesrepublik Deutschland, Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2015, 419 Seiten, ISBN 978-3593503066.