Taut und Krayl als Download

In Magdeburg dreht sich anlässlich des Bauhausjubiläums 2019 derzeit alles um das klassisch-moderne Erbe der Stadt. Bis Februar diesen Jahres beleuchtete die Ausstellung „Bunte Stadt – Neues Bauen. Die Baukunst von Carl Krayl“ den legendären Magdeburger Siedlungsbau der 1920er Jahre. Wer die Schau verpasst hat, hat nun eine zweite Chance, die moderne Architektur kennenzulernen: Die Magdeburger Volksstimme bietet eine umfassende Artikelserie, die begleitend zur Ausstellung erschien, als PDF zum Download an.

Der Magdeburger soziale Wohnungsbau der Architekten Bruno Taut und Carl Krayl erlangte Anfang der 1920er überregionale Bekanntheit. Die großzügigen Wohnsiedlungen verkörperten in der Formensprache des Neuen Bauens den sozialstaatlichen Anspruch der Weimarer Republik. Wegen ihrer teils expressiv-farbenfrohen Gestaltung verschafften sie der Stadt außerdem den Beinamen „Buntes Magdeburg“. Die Serie der Volksstimme stellt acht der Siedlungen in Planung und Architektur vor, kontrastiert historische und aktuelle Fotografien und fragt nach den heutigen Bewohnern der Bauensembles. (jr, 27.4.17)

Magdeburg, Cracausiedlung, Carl Krayl (Bild: PD)

Krayl und das Bunte Magdeburg

Krayl und das Bunte Magdeburg

Krayl: Buntes Magdeburg, Bild: Julius Reinsberg
In der Otto-Richter-Straße wurde das Bunte Magdeburg rekonstruiert (Bild: Julius Reinsberg)

Anfang der 1920er Jahre sorgte die Stadt Magdeburg architektonisch für Aufsehen. Mit Bruno Taut war ein Baurat angetreten, der die Stadt an der Elbe in eine moderne Kapitale zu transformieren versprach. Besonders sein avantgardistisches Programm zur farbigen Fassadengestaltung brachte ihr überregionale Bekanntheit ein, bald sprach man nur noch vom „Bunten Magdeburg“. Maßgeblich verantwortlich für diese Kampagne war Tauts Mitarbeiter Carl Krayl.

Das Kulturhistorische Museum Magdeburg widmet dem Werk des Architekten mit der Schau „Bunte Stadt – Neues Bauen. Die Baukunst von Carl Krayl“ nun erstmals eine eigene Sonderausstellung. Krayl machte sich nicht nur während der vergleichsweise kurzen Amtszeit Tauts (1921-24) einen Namen als moderner Baumeister. Als freier Architekt plante er eine Reihe bedeutender Bauten der Magdeburger Moderne, darunter das Gebäude der AOK, das Gewerkschaftshaus, das Oli-Kino oder Teile der Siedlung Cracau, der Curie-Siedlung und der Gartenstadt-Kolonie Reform. Die Ausstellung beleuchtet seine Arbeit in historischen Zeichnungen und Fotografien sowie realen und virtuellen Modelle. Sie ist bis zum 12. Februar 2017 zu sehen. (jr, 28.10.16)

Selfie mit Carl Krayl

Das Bunte Magdeburg gilt als Pilotprojekt des Neuen Bauens und der avantgardistischen Fassadengestaltung der 1920er Jahre. Statt auf Putten und Blendsäulen setzten die Magdeburger Architekten auf ein Farbkonzept, das manchen Straßenzug zum grellbunten Gesamtkunstwerk machte. Heute verbindet man diese Zeit der Magdeburger Avantgarde hauptsächlich mit Bruno Taut, der hier 1921-24 Stadtbaurat war. Das Kulturhistorische Museum bereitet nun eine Ausstellung vor, die erstmals das Gesamtwerk von Tauts bedeutendem Kollegen Carl Krayl beleuchten soll.

Krayl war ein entscheidender Protagonist des Bunten Magdeburg: Als Mitarbeiter Tauts leitete er das Programm zur farbigen Gestaltung der Stadt. Als freier Architekt schuf er darüber hinaus eine Reihe bedeutender Bauten der Magdeburger Moderne, darunter das Oli-Kino und Teile der Siedlung Cracau. Die Ausstellung „Bunte Stadt – Neues Bauen. Die Baukunst von Carl Krayl“ wird vom 28. Oktober 2016 bis zum 12. Februar 2017 zu sehen sein. Derzeit sucht das Museum noch private Quellen zur Erweiterung der Sammlung. Wer die Retrospektive also mit Zeitzeugenberichten, Dokumenten oder gar einem frühen Selfie von Opa und dem Architekten bereichern möchte, kann sich an den Kurator Michael Stöneberg wenden. (jr, 21.3.16)

In der Otto-Richter-Straße lebt das Bunte Magdeburg (Bild: Julius Reinsberg)