Einsatz in Manhattan

Ham’se mal eben 800 Millionen Dollar in der Tasche? Dafür könnten Sie eine Art-Déco-Ikone wohl ohne Verhandlungen sofort kaufen. Das war zumindest der Preis, den die jetzigen Anbieter Tishman Speyer und – als Mehrheitseigner – das Investmentunternehmen Mubadla 2007 für das New Yorker Chrysler Building bezahlt haben. Das war kurz vor Platzen der US-Immobilienblase, heute dürfte dieser Kurs wohl nicht mehr zu erzielen sein. Angesichts sinkender Büromieten und dem kurz vor der Vollendung stehendem neuen Stadtteil Hudson Yards erscheint es nicht mehr sehr attraktiv, in einem denkmalgeschutzten Bau zu residieren, dessen Instandhaltung altersbedingt immer aufwendiger wird.

Das 1930 eingeweihte, 319 Meter Chrysler Building war kurze Zeit das höchste Gebäude der Welt, bevor es elf Monate später vom Empire State Building mit 381 Metern übertrumpft wurde. Heute belegt der nach Entwurf von William Van Alen entstandene Bürobau immerhin noch Rang fünf der Wolkenkratzer im „Big Apple“. Bauherr war Walter P. Chrysler privat, sein Automobilkonzern, die Chrysler Corporation, war nur anfangs Ankermieter. Chrysler verkaufte das Gebäude bereits 1953. Übrigens: Im Film „Men in Black“ springt Will Smith von der Dachkrone des Chrysler Buildings, um durch die Zeit zu reisen. Nicht nachmachen. (db, 20.1.19)

New York, Chrysler Building (Bild: Joris, CC BY SA 3.0)