Cité Foch: Kirchenfenster gerettet

Cité Foch: Kirchenfenster gerettet

Cité Foch Kirche St. Genevieve (Bild: Alexrk2, CC-BY-SA-3.0)
Die Kirche der Cité Foch ist nicht mehr zu retten, wohl aber ihre Fensterfront (Bild: Alexrk2, CC BY SA 3.0)

In Berlin wird das Zentrum der Cité Foch derzeit dem Erdboden gleichgemacht. Das Quartier, das nach dem Zweiten Weltkrieg als Stadt in der Stadt für die französischen Besatzungssoldaten entstand, entwickelte sich nach deren Abzug zur Geisterstadt. Vor einigen Jahren entdeckte Investoren das Viertel und stießen eine grundlegende Umgestaltung an.

Den Investorenplänen fiel unter anderem das Einkaufs- und Gemeinschaftszentrum im Herzen der Siedlung zum Opfer, das in den 1970er Jahren erbaut wurde und derzeit abgerissen wird. Den Fenstern der nahegelegenen Kirche St. Geneviève wird dieses Schicksal erspart bleiben. Die Kirche war Teil des Ensembles rund um das Stadtteilzentrum, zu dem außerdem ein Schwimmbad, eine Grundschule und ein Kino gehörten. In ihrem Andachtsraum findet sich ein monumentales Glasbild von Johannes Beeck, das fast die ganze Wandfläche (20×6 Meter!) überspannt und aus 128 einzelnen Elementen zusammengesetzt ist. Der Abriss der entweihten Kirche ist zwar beschlossene Sache, der Investor übertrug aber die Besitzrechte an der Glaswand nach Informationen des Tagesspiegels an den Bezirk Reinickendorf, der die Glaselemente nun ausbauen und einlagern lässt. Über deren spätere Verwendung ist noch nichts bekannt. (jr, 26.10.16)

Cité Foch: Einkaufszentrum fällt

Cité Foch: Einkaufszentrum fällt

Berlin, Cité Foch, Einkaufszentrum, Copyright Alexrk2, CC BY-SA 3.0
Macht nun einer Wohnbebauung Platz: das Einkaufszentrum der Berliner Cité Foch von 1976 (Bild: Alexrk2, CC BY SA 3.0)

Der Moderne der späten 1970er geht es in Berlin derzeit flächendeckend an den Kragen: Das Postamt Spandau (1979/80) wird demnächst abgerissen. Die Zukunft des ICC (1975-79) steht in den Sternen. Der “Bierpinsel” (1972-76) dümpelt seit Jahren ungenutzt vor sich hin. Nun wird das vor 10 Jahren geschlossene Einkaufszentrum der Cité Foch abgerissen. Der 1976 eröffnete Bau war einer der zentralen Orte der ehemaligen Siedlung der französischen Streitkräfte.

1994 verließen die Franzosen Berlin-Reinickendorf. Seither waren die über 400 Wohnungen frei vermietet, während die Infrastruktur einen allmählichen Niedergang erfuhr: EKZ, Kirche und Hallenbad wurden nach und nach geschlossen; die Kirche fällt nun ebenfalls den Baggern zum Opfer. Entstehen sollen an Stelle der sanft futuristischen 70er-Jahre-Bauten 333 Wohnungen. Der Ästhetik mag die demnächst entstehende Investoren-Architektur nicht zuträglich sein, doch erhofft man sich allgemein eine Wiederbelebung des Viertels. (db, 15.7.16)