Cornelia Hahn Oberlander ist tot

Wenige Wochen vor ihrem 100. Geburtstag ist am 22. Mai die in Mülheim an der Ruhr geborene kanadische Landschaftsarchitektin Cornelia Hahn Oberlander in Vancouver gestorben. Als Jugendliche floh sie 1938 mit ihren Eltern aus Deutschland vor den Nationalsozialisten nach Nordamerika und absolvierte dort ein Studium der Landschaftsarchitektur, das sie 1947 in Harvard abschloss. Ihren Mann Peter Oberlander (1922-2008) lernte sie dort ebenfalls kennen. Der gebürtige Wiener war Architekt, Kanadas erster Professor für Stadt- und Regionalplanung und arbeitete lange für die UN. Cornelia Hahn Oberlander begann ihre eigene Karriere als Garten- und Landschaftsarchitektin 1951 mit einer Gartengestaltung für ein Projekt von Louis Kahn.

Bis weit in die 2000er Jahr realisierte Hahn Oberlander etliche Garten-, Landschafts- und auch Innenraumgestaltungen vornehmlich in Nordamerika – darunter das Atrium des New York Times Building (mit Renzo Piano, 2002), den Robson Square in Vancouver (1974-83), den neuen botanischen Garten der Universität Jerusalem (2004) und die Freiraumgestaltung des Peacekeeping Monument in Ottawa (1992). Die DPA nennt sie die “Grande Dame der Landschaftsarchitektur”, von ihrem Tod berichtete zuerst die Cultural Landscape Foundation in Washington, die alle zwei Jahre den mit 100.000 Dollar dotierten Oberlander-Preis für herausragende Landschaftsarchitektur vergibt. (db, 25.5.21)

Ottawa, Peacekeeping Monument (Bild: Radagast, CC0)

Architekturfilme in Zürich

Haben Sie Ende November etwas Zeit? Dann ab in die Schweiz: Bei den Architektur FilmTagen Zürich geht es von 20. bis 24. November um Architektur und Urbanismus, ums Bauen und ums Kopieren. An fünf Tagen verteilt sich das Programm der Veranstaltung über ganz Zürich, gezeigt werden die Beiträge unter anderem im Zentrum Architektur Zürich (ZAZ) und im Max Bill Haus. Und wo die bauenden Protagonisten noch immer meist männlich sind, widmet sich ein Abend zurecht ganz den Architektinnen: Der Film «City Dreamers» erzählt die Geschichten von Denise Scott Brown, Phyllis Lambert, Cornelia Hahn Oberlander und Blanche Lemco van Ginkel und ihrer Vision einer humanen Stadt. Die anschließende Podiumsdiskussion im Maxim Theater ist durchgehend weiblich besetzt.

Teil der Architektur FilmTage ist auch der Preis für den besten Architekturkurzfilm. Am 23. November vergeben die Stiftung Sotto Voce und die Platform Transfer den Transfer Architecture Video Award 2019. Gefragt waren die kreativsten Videos, die sich der Architektur, der Stadt oder den “vielfältigen Landschaften aus aller Welt” annehmen. Auf der Award Night im ZAZ am 23. November lässt sich schließlich die Jury in die Karten blicken und gibt Einblicke in ihre Philosophie und ihre Kriterien. Übrigens: Der Ticketverkauf für die Einzelveranstaltungen hat begonnen! (db, 11.11.19)

Denise Scott Brown, 1972 (Bild: Robert Venturi)