Hof: Kaufhof-Fassade fällt

Im Januar 2019 hat die Kaufhof-Filliale im bayerischen Hof geschlossen. Eigentlich sollte das 1964 eröffnete Warenhaus behutsam zum Hotel umgebaut werden. Denn es war ausgewiesenes Baudenkmal, da es noch immer über seine (bestens erhaltene) Curtain-Wall-Fassade verfügte, die der Architekt Hermann Wunderlich einst für alle Häuser der Kölner Warenhauskette entwarf. In den 1970er Jahren wurde sie bei den meisten Bauten entfernt, die Filliale in Hof überdauerte hingegen in der alten Corporate Identity; auch die originale Rolltreppe war noch vorhanden. Mitte 2019 haben zwei Hamburger Investoren für die DORMERO-Gruppe den Umbau begonnen.

Nach dessen Ende vom alten Kaufhof plötzlich nichts mehr übrig bleiben wird: Bereits Ende 2018 wurde die Demontage der Rolltreppe genehmigt, da keine Ersatzteile für das 55 Jahre alte Modell mehr lieferbar sind. Und nun geht es auch der Fassade an den Kragen. Nach übereinstimmender Expertenmeinung stehe fest, dass ein dauerhafter Erhalt der Fassade nicht geleistet werden könne, gab der scheidende Hofer Stadtdirektor Franz Pischel bekannt. Die Fassade sei aus statischen Gründen nachweislich nicht mehr haltbar, und so hat auch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege ihrem Abriss zugestimmt. Das Ganze wurde gerade ohne Gegenstimme im „Ferienausschuss“ des Hofer Stadtrats unbürokratisch durchgewunken. Corona dürfte es möglich gemacht haben … (db, 15.5.20)

Hof, Kaufhof November 2019 (Bild: PantheraLeo1359531, CC BY-SA 4.0)