Das Lager Stegskopf, Corona und viele offene Fragen

Auch der Denkmalschutz ist zu Corona-Zeiten von Einschränkungen betroffen: Im rheinlandpfälzischen Emmerzhausen etwa verzögern sich aktuell Gespräche um die Zukunft des Truppenübungsplatzes Stegskopf. Genauer gesagt: Ex-Truppenübungsplatz, denn das Gelände liegt seit einigen Jahren brach. Ab 1914/33 wechselten hier die Nutzungen: Polizei-Übungslager, Truppenübungsplatz, Reichsausbildungslager, Lager für „Displaced Persons“, französische Kaserne, bundesdeutsche Kaserne, Asylbewerberheim. Bereits ab der Schließung im Jahr 2014 wurde die Anlage auf ihren Erhaltungswert hin geprüft.

Experten loben die für das Bundesland einmalige, städtebaulich großzügige Anlage der Baracken, die großteils um 1940 entstanden. Vor diesem Hintergrund wurde der Ex-Truppenübungsplatz 2019 von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz unter Schutz gestellt. Über diese Entscheidung freuten sich auch die Naturschützer, hatte sich das Gelände doch zum Rückzugsraum für seltene und bedrohte Arten entwickelt. Doch auf dem Stegskopf ist ein Logistikzentrum geplant – und als Corona ein Gespräch der Beteiligten verhindert, wird das Thema in den Medien aufgegriffen. Die Kommune bestärkt gegenüber RTL ihre Hoffnung auf 1.000 neue Arbeitsplätze. Es müssten ja nicht alle Baracken erhalten bleiben – zudem zeige ein vom Investor beauftragtes Gutachten, dass viele von ihnen bereits verändert worden seien. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Kultursperre zu Corona-Zeiten nur in Museumspausen, nicht aber in schmerzlichen Denkmalverlusten ausdrücken wird. (kb, 26.3.20)

Lager Stegskopf (Bild: mannheim, via mapio.net)