Schlagwort: Dänemark

Affe, Kay Bojesen, 1951, Schenkung Hugo Ströh, Kiel, 2016 (Foto: Esther Hoyer)

Made in Denmark

Der Holzaffe von Kay Bojesen, die futuristischen Spiegel-Kantine von Verner Panton, die körpernahen Sitze von Arne Jacobsen – dänische Formgestalter prägten das Gesicht der Moderne der 1950er und 1960er Jahre. Von der Lampe über die Vase bis zum Freischwinger – für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Land im Norden zum Leitbild für stilvollendetes Wohnen.

Die Ausstellung „Made in Denmark“ setzt noch früher an und entfaltet eine kleine Design-Stilgeschichte des 20. Jahrhunderts. Ohne den Skønvirke, den dänischen Jugendstil, sei der spätere Design-Boom nicht vorstellbar. Ebenso verdienen die Formgestaltungen des Art Déco und des Funktionalismus die Aufmerksamkeit des Ausstellungsbesuchers. Ergänzt wird die gezeigte Spannweite um die Schmucksammlung Schwandt aus den eigenen Museumsbeständen. Die Schau ist noch bis zum 7. Oktober 2018 im Leipziger Grassi Museum für Angewandte Kunst zu bewundern. (kb, 24.6.18)

Affe, Kay Bojesen, 1951, Schenkung Hugo Ströh, Kiel, 2016 (Foto: Esther Hoyer)

Hoptimist (Bild: hoptimist.com)

Nicht lustig: Der Hoptimist wird 50

Er ist gelb, rund und von jener ansteckenden Fröhlichkeit, die ihn rasch unverzichtbar macht(e). Vor 50 Jahren brachte der dänische Designer Hans Gustav Ehrenreich den Hoptimisten auf den Markt. Bereits in den 1950er Jahren machte sich Ehrenreich mit seiner Werkstatt für „Holzkunst“ einen Namen. Ende der 1960er erweiterte er seine Produktpalette um Birdie, Bimble, Bumble (den klassischen Hoptimisten) und Frosch Kvak. Ob Mobile oder Standfuigur, sie verbanden schlichte Grundformen mit Federelementen, die das Ganze beweglich machten und auf Wunsch hüpfen ließen.

2009 wurde der Klassiker neu aufgelegt und findet sich  nun in einer Reihe mit skandinavischen Designklassikern von der Lampe bis zum Holzaffen. Heute gibt es den Hoptimisten weiter als gelben Traditionalisten, aber auch in diversen Varianten: von hölzern über goldglänzend bis zum Rentier-Weihnachtsmodell. Unser Favorit bleibt die postgelbe Hüpfkugel. (kb, 10.2.18)

Hoptimist (Bild: hoptimist.com)

Für stille Momente

Toiletpapirholder, Cement, 14,7 x 15 cm, h.: 10 cm (Bild: housedoctor.dk)
„Toiletpapirholder, Cement, 14,7 x 15 cm, h.: 10 cm“ (Bild: housedoctor.dk)

Endlich ist der graue Kunststein dort angekommen, wo er nach Meinung der Antibrutalisten schon lange hingehört: auf dem Örtchen für stille Momente. In seine aktuelle Kollektion „Moments 2016“ bietet der dänische Ausstatter House Doctor einen Klopapierhalter aus Beton an.

House Doctor, ein Einrichtungsunternehmen mit Sitz in Dänemark und Händlern weltweit, wird betrieben von den drei Geschwistern Rikke Juhl Jensen, Gitte Juhl Capel und Klaus Juhl Pedersen. Sie betrieben zunächst einige Jahre ein Kunstgewerbegeschäft, bis sie 2001 daran gingen, eigene Ideen umzusetzen. Ihren Stil beschreiben sie selbst als „provokant, persönlich und nicht übermäßig formell – es sei die Zeit gekommen, „in der man die Elemente eher miteinander mischt, anstatt sie passend aufeinander abzustimmen.“ Wer also statt des rauen Brutalismus-Designs eher zum glatten Internationalen Stil neigt, kann den kantigen Klorollenhalter auch in Aluminium erhalten. (dk, 28.8.16)

Landmarks. Modernes Scandesign

Landmarks The Modern House in Denmark (Bild: Hantje-Cantz-Verlag)
Peter Sheridans Publikation „Landmarks. The Modern House in Denmark“ (Bild: Hantje-Cantz-Verlag)

Wer würde da nicht sofort einziehen wollen … Mit hochästhetischen Fotografien führt Peter Sheridan durch die bekannteren und noch unentdeckten Schmuckstücke des modernen Scandesign. Sein Bildband „Landmarks“, den der Hantje-Cantz-Verlag opulent ausgestattet hat, lässt das Besondere wie Gemeinsamkeiten im modernen skandinavischen Wohnungsbaus suchen. Licht, luftig und klar, viel Holz, Klinker und Glas – und natürlich der enge Bezug zur umgebenden Natur.

Nicht nur im repräsentativen, sondern auch und gerade im privaten Bauen setzten die Skandinavier in den 1950er und 1960er Jahren Maßstäbe. Durch Sheridans Bildband begegnen dem Leser solche Ikonen wie das Haus Utzon von Jørn Utzon, Arne Jacobsens Siesby Haus oder das Bøgh Andersen Haus von Jørgen Bo und Vilhelm Wohlert. Neben großformatigen Farbabbildungen wird die jeweilige Entwurfs- und Baugeschichte skizziert. Im Anhang folgen die Biografien der prägenden Architekten dieser stilbildenden Architekturphase. (kgb, 11.6.14)