Durchs Jahr mit Maleschka

Beginnt der April nicht toll, wenn Sie das Kupferrelief “Der Mensch überwindet Zeit und Raum” von Walter Womacka empfängt? Seit 1971 hängt es am Berliner Haus des Reisens. Und natürlich hat unser Freund Martin Maleschka es schon einmal fotografiert, denn die DDR-Moderne und insbesondere deren baubezogene Kunst zählen zu seinen bevorzugten Motiven. Zwölf davon können Sie sich jetzt sichern und mit den wunderbaren Bildern das Jahr 2022 schon jetzt einmal ein wenig stilvoller gestalten. Denn auch in diesem Jahr gibt es von Martin eine auf 100 Exemplare limitierte Auflage seines Wandkalenders!

Mit abwechselnd hoch- wie querformatigen Fotografien von baubezogenen Kunstwerken der DDR haben es die Städte Aschersleben, Bad Tabarz, 2x Berlin, Chemnitz, Eisenhüttenstadt, Erfurt, Hoyerswerda, Lauchhammer, Leipzig, Malchow und Schwerin in diese Edition geschafft. Die genauen Standorte als Koordinate sind dabei. Soweit ermittelbar, gibt es ebenfalls das „Datenblatt“ zum jeweiligen Werk. Wer Interesse an einem Kalender hat, der melde sich bitte per Direktnachricht via Facebook oder Instagram bei Martin Maleschka. In den kommenden zwei Wochen werden die Bestellungen gesammelt. Der Versand erfolgt schätzungsweise Ende November, sodass die Kalender rechtzeitig unterm Weihnachtsbaum liegen können. Die “Technischen Daten”: DIN A3 Wandkalender (Hochformat, 297 x 420mm), 14 Blätter (einseitig bedruckt mit Titelblatt, 12 Monate und Schlussblatt), Metallspiralbindung, Der Preis beträgt 20 Euro plus 7 Euro deutschlandweit versichertem DHL-Versand in stabilem Kalenderversandkarton. Im Paket erwartet Sie (wie üblich) noch eine kleine Überraschung … (db, 5.11.21)

Berlin, “Mensch und Raum” (Bild: Martin Maleschka)

Kunst im Vorbeigehen

Wer heute durch die Große Scharrnstraße in Frankfurt (Oder) spaziert, kann ein eindrückliches Zusammenspiel von Kunst, Architektur und Städtebau aus DDR-Zeiten entdecken. Ende der 1980er Jahre wurde die Straße zur ersten Fußgängerzone der Stadt nachverdichtet. Unter der Leitung des Stadtarchitekten Dr. Manfred Vogler sollte ein belebtes Zentrum entstehen. Dabei wurde zahlreichen Künstler:innen die Möglichkeit gegeben, dem Prestigeprojekt individuelle Kunstwerke beizusteuern. Wenngleich die Flaniermeile in der Nachwendezeit von Leerstand geprägt war, blieben die Kunstwerke bis heute bestehen. Die Wohnungsbaugenossenschaft Frankfurt (Oder) eG möchte der Straße nun neues Leben einhauchen, eine Sanierung ist im Gange.

Die Ausstellung “Um Kunst eine Platte machen” ist Teil dieser Wiederbelebung der Großen Scharrnstraße. Studierende der Europa-Universität Viadrina am Lehrstuhl für Denkmalkunde beleuchten die Bedeutung der Kunstwerke für den öffentlichen Raum. Anhand von Interviews mit Zeitzeugen werden die individuellen Biografien der Künstler:innen mit der Umbruchzeit der letzten DDR Jahre in Relation gebracht. Begleitet wird die Ausstellung von der Internetseite “Kunst im Vorbeigehen”, die ein eindrückliches und umfassendes Bild vom Wandel der Großen Scharrnstraße sowie von den Künstler:innen und ihren Werken malt. Die Ausstellung kann noch bis zum 18. Dezember in der Großen Scharrnstraße besucht werden. (re, 24.9.21)

Rückkehr der Arbeiterklasse

Im Rathaus Neubrandenburg kehrt die sozialistische Kunst zurück: Die Restauratorin Helma-Konstanze Groll hat mit der Freilegung des zweiteiligen Bildes “Kampf und Sieg der Arbeiterklasse” von Wolfram Schubert begonnen, das 1991 überklebt worden war. Der heute 93-jährige hatte das Werk 1969 zum 20. Jahrestag der DDR für die SED-Bezirksleitung und den Rat des Bezirks geschaffen. Als das Bezirksratsgebäude nach der Wiedervereinigung zum Rathaus wurde, kamen die Maler… Anlässlich der jetzigen Sanierung des Ostmoderne-Baus von 1967 wurde beschlossen, das Wandbild wieder sichtbar zu machen. “Wir können heute viel offensiver mit solcher Kunst umgehen, als gleich nach der Wende”, so Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos).

Wolfram Schubert, der dem Arbeitsbeginn beiwohnte, sagte denn auch, dass er “das heute nicht mehr so malen würde” – schon mit Blick auf die Ereignisse des Prager Frühlings 1968. Der nahe Jüterbog geborene Schubert war von 1965-88 Vorsitzender des Bezirksverbands Bildender Künstler in Neubrandenburg und 1973-77 Leiter des Fachgebiets Malerei an der Kunsthochschule Weißensee. Er galt als einer der einflussreichsten Künstler der DDR. Die Kosten, das 30 Quadratmeter große Werk zu restaurieren, auf dem unter anderem Marx und Lenin abgebildet sind, werden auf etwa 100.000 Euro geschätzt. Wolfram Schubert hat angeboten, bei Bedarf auch selbst das Gerüst zu erklimmen. (db, 9.2.20)

Neubrandenburg, Rathaus, Ausschnitt “Kampf und Sieg der Arbeiterklasse” (Bild: Stadtarchiv Neubrandenburg)