Bildquellen zur DDR

Die Zeiten, in denen Fotografie als objektives Medium galt, sind lange vorbei. Zu subjektiv ist die Wahl von Motiv, Hintergrund und Bildausschnitt – gerade im politisch hoch aufgeladenen Alltag der DDR. Seit Beginn der 1990er Jahre haben sich zahlreiche Fachbereiche für das Bild als Quelle geöffnet. Unter dem Titel „Bildquellen und ihre Nutzung in der Forschung über die DDR“ richtet die „Arbeitsgruppe Kultur- und Sozialgeschichte der DDR in transnationaler Perspektive“ daher am 21. Juni 2014 an der Research Academy Leipzig einen Methodenworkshop aus. Es ist bereits der zweite Doktorandenworkshop der interdisziplinären Arbeitsgruppe, der dieses Mal Bilder als eigenständige Medien und visuelle Diskurse untersucht.

Um die vielfältigen Methoden der Bildquellenforschung praxisnah zu erfassen, will der Leipziger Workshop ausgewählte Dissertationsprojekte einladen, die sich anhand von Bildern mit der Geschichte staatssozialistischer Gesellschaften in Europa auseinandersetzen. Die Teilnehmer sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Projekte und Bildquellen vorzustellen sowie über konkrete Probleme zu berichten. Interessierte senden bitte bis zum 1. Juni 2014 einen Abstract (max. 600 Worte) samt Ihrer Kontaktangaben an christian.rau@uni-leipzig.de. Der Abstract soll eine Projektskizze, die Begründung für die Teilnahme und Diskussionsfragen für den Workshop umfassen. (9.5.14)

Im Bezirk Leipzig werden FDJ-Studenten 1978 als Erntehelfer abgelichtet (Bild: Bundesarchiv, CC BY SA 3.0)

Endlich eine Neubauwohnung

Guter Wohnraum war knapp im kriegszerstörten Rostock. Nach 1945 explodierten die Bevölkerungszahlen der Hansestadt. Die Architekten versuchten sich zunächst an einem „sozialistischen“ Stil nach sowjetischem Vorbild. Später herrschten kostensparende, reduziert-moderne Bausysteme vor. Dem Rostocker Städtebau von 1945 bis 1990 widmet das Kulturhistorische Museum Rostock bis zum 25. Mai 2014 die Ausstellung „Endlich eine Neubauwohnung – Ideal wohnen in Rostock“. Gezeigt werden die allgemeinen stadträumlich-gesellschaftlichen Entwicklungen ebenso wie die Entstehung der neuen Stadtviertel von Reutershagen über die Südstadt, Lütten-Klein, Evershagen, Schmarl und Groß Klein bis hin zu Lichtenhagen, Dierkow und Toitenwinkel. (1.4.14)

Endlich eine Neubauwohnung (Bild: KM Rostock)

In Beton gegossen

Ruderhäuser, Kurcafés und Bushaltestellen – in der DDR schuf Ulrich Müther futuristische Gebilde aus Beton. Mit seiner Hyparschalen-Technik überspannte der Bauingenieur und -unternehmer weite Räume. Diesem noch kaum bekannten Baukünstler widmet die Stuttgarter Weißenhofgalerie die Ausstellung „In Beton gegossen“. Und eröffnet damit noch bis zum 7. April 2014 einen lohnenden Blick hinter den Eisernen Vorhang. (29.3.14)

Kurmuschel in Sassnitz (Bild: Weißenhofgalerie Stuttgart)