Wandschmücke

Wozu hat man vier Wände, wenn man nur eine von ihnen mit einem Kalender schmückt? Da können wir helfen, mit gleich zwei Vorweihnachtsgeschenketipps: In Hamburg gibt es – leider – reichlich Stoff für den „Abrisskalender 2020“ mit Fotografien von Sebastian Löder, Marco Alexander Hosemann und Hagen Stier, herausgegeben von City-Hof e. V. und vom Denkmalverein Hamburg. Die 12-teilige, auf 100 Exemplare limitierte Schönheit ist ab sofort für 16 Euro (zzgl. Versandkosten) online und jeden Dienstag von 17 bis 19 Uhr im offenen City-Hof-Vereinsbüro im Valentinskamp 34 in Hamburg erhältlich.

Daneben passt hervorragend ein Sammelwerk von Gregor Zoyzoyla, das es in gleich in zwei Versionen gibt: 1. Brutalism & Stairs. 2. Facadeporn (die 12 der spannendsten modernen Fassaden). Gedruckt auf hochwertigem 250-Gramm-Papier im DIN-A3-Format kostet der diesjährige Zoyzoyla-Kalender 30 Euro (zzgl. Versandkosten). In Heidelberg und Mannheim liegen einige Exemplare des Treppenkalenders bei Nachbarschaft und Rötterdam aus. (Der Fassadenkalender folgt am Montag.) Bei Interesse bitte eine PN an Gregor Zoyzoyla. Ob Hamburg- oder Zoyzoyla-Kalender, wir empfehlen aus Erfahrung: Sofort zuschlagen, sie sind rasch vergriffen. Und zur Überbrückung der Wartezeit bis zum analogen Kalenderbeginn empfehlen wir den Online-Adventskalender von moderneREGIONAL. (kb, 5.12.19)

Titelmotiv: Motive aus beiden Kalendern (links. Gregor Zoyzoyla, rechts: City-Hof e. V./Denkmalverein Hamburg)

Durchbasteln bis Weimar

Sie haben genug vom großen Bauhaus-Jubeljahr? Dann gehen Sie die Sache doch klein an: mit einem Bastelbogen. Damit können Sie sich ein Stück Weimar nach Hause holen. Das dortige Haus am Horn wurde vom Maler Georg Muche 1923 zur ersten großen Bauhaus-Ausstellung errichtet. Für die Inneneinrichtung sorgten auch Weimarer Studierende. Auf einer Grundfläche von 12,7 x 12,7 Metern gruppierte man rund um den überhöhten Wohnraum alle übrigen Funktionen: Küche, Speiseraum, Kinderzimmer, Schlaf-, Arbeits- und Gästeräume. Mit neuesten Baukonstruktionen und Baumaterialien wie dreischaligen Wänden aus großformatigen Leichtbetonsteinen mit dazwischenliegender Torfdämmschicht wurde experimentiert, um Bauaufwand und Heizenergie einzusparen.

Im Miniatur-Pappmodell (für die Fenster werden Transparentfolien beigelegt) sind die Dachflächen abnehmbar, so dass sich die Raumaufteilung nachvollziehen lässt. Wer dann endgültig das Kind in sich entdeckt hat, kann mit dem „Bauhaus Spiel- und Bastelbuch“ nachlegen. Neben verständlich aufbereiteten Informationen zur Kunstschule werden Anregungen zum Malen, Basteln und Spielen bereitgestellt. Für Kinder ab (!) 8 Jahren. (kb, 2.12.19)

Modell „Haus am Horn“ (Bild: aws-Verlag)

Ahrenshoop: Kleinhempel-Haus vor Abriss

Seit knapp einem Jahr feiern wir genau solche Frauen wie Gertrud Keinhempel (1875-1948): Vorreiterinnen der modernen Innenarchitektur. Kleinhempel entwarf bereits um 1900 Möbel für renommierte Partner wie die Deutschen Werkstätten Hellerau. Ab 1921 lehrte sie als erste preußische Professorin an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule Bielefeld. Vor Kurzem wurde ihr zeichnerischer Nachlass vom Kunstgewerbe-Museum Dresden (SKD) angekauft und digital zugänglich gemacht.

Nun steht ihr einstiger Rückzugsort zu NS-Zeiten, das Kleinhempel-Haus im Künstlerort Ahrenshoop, vor dem Aus: Ein Rostocker Investor will das historische Büdner-Haus (um 1800) durch zwei neue Wohnbauten ersetzen. Vor Ort versucht der Förderkreis Ahrenshoop, auch als Freie Liste im Gemeinderat vertreten, gemeinsam mit Nachbarn den Abriss abzuwenden. Kommune und Landesdenkmalpflege hingegen erachten den Bau für nicht denkmalwürdig. Vor diesem Hintergrund haben sich bereits die Staatlichen Kunstammlungen Dresden mit einem Schreiben an die Landesdenkmalpflege für den Erhalt des Kleinhempel-Hauses ausgesprochen. Inzwischen ist Gefahr im Verzug, Teile der Ausstattung sind verkauft, der Abbruch soll unmittetbar bevorstehen. (kb, 24.11.19)

Gertrud Kleinhempel, Studie, 1903 (Bildquelle: Moderne Bauformen. Eine Sammlung von Details, Interieurs und Façaden für Architekten und Bauhandwerker Band 1, Stuttgart 1903, Tafel 57, Scan: © Schola Graphidis Art Collection, Hungarian University of Fine Arts – High School of Visual Arts, Budapest, CC BY SA 4.0)