Schlagwort: Design

Lichtschalter "System 80" (Bild: PD)

Designer Wolfgang Dyroff ist tot

Gestern meldete die „Freie Presse“ (und FG Ostmodern fischte die Nachricht aus dem Netz), dass der Fotograf und Designer Wolfgang Dyroff bereits am 4. Oktober in Lilienthal bei Bremen verstorben ist. Geboren wurde Dyroff am 13. April 1923 in Berga in Thüringen. Vor 1945 als ausgebildeter Fotograf tätig, wirkte er nach Kriegsende mit dem Formgestalter Horst Michel am Wiederaufbau der Hochschule in Weimar (heute: Bauhaus-Universität), wo er zugleich seinen Abschluss machte. Gemeinsam mit Michel gestaltete er in dieser Zeit u. a. Spielzeug, darunter eine Holzeisenbahn und einen Bauernhof-Baukasten. In der Folge arbeitete er, weiter in Weimar, am Institut für Innengestaltung.

1959 wechselte Dyroff ans Institut für angewandte Kunst beziehungsweise am Zentralinstitut für Gestaltung, später ans Amt für industrielle Formgestaltung in Berlin, wo er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1989 wirkte. Dyroff war beispielsweise beteiligt am Aussehen des Wartburg 353 und des Trabant P 50, am Handstaubsauber der Marke Omega (vormals VEB Elektrowärme Altenburg), an der Bohrmaschine HGM 250 Multimax, an der Lampe Modell P 605, an Schaltern und Steckdosen des ab den 1960er Jahren äußerst erfolgreichen „Systems 80“. (kb, 13.10.18)

Lichtschalter, System 80 (Bild: PD)

PunktHochhausMöbel – PHM 16 (Bild: dein-tischler-leipzig.de)

Viel Stauraum

Das Punkthochhaus PH 16 zählte in der DDR zu einem der höchsten Plattenwohnbautypen. Auch in Leipzig prägte das PH 16 das Stadtbild gleich mehrerer Stadtteile. Inzwischen sind viele dieser markanten Bauten abgerissen oder durch eine Sanierung bis zur Unkenntlichkeit verändert. Vor diesem Hintergrund hat es sich die Leipziger „deinTischler“ – wie wir über einen Hinweis der Plattform ostmodern.org erfuhren, auch „Jeder Quadratmeter Du“ liebt dieses Möbel – der Aufgabe verschrieben, „dieses und anderer Gebäude in Form von Möbelstücken“ zu archivieren.

Das Möbelstück „PunktHochhausMöbel – PHM 16“ eignet sich nach Herstellerangabe für Büro oder Zuhause. Es steht frei im Raum, kann daher über viel ostmodern aussehenden Stauraum hinaus auch als Raumteiler dienen. Hierfür kombiniert „deinTischler“ drei Hochhausschränke zu einer Grundfläche von ca. 150 x 150 cm. Die Maße werden wie folgt angegeben: zwei Stück à 94,3 x 222,5 x 60 cm, ein Stück à 112,7 x 236,7 x 60 cm. Jeder Schrank verfügt über zwei große „Push-to-open“-Türen. Das Innenleben kann den Kundenwünschen individuell angepasst werden. Durch Zahnleisten lassen sich Fachböden, Schubkästen oder Kleiderstangen einsetzen. So praktisch kann Denkmalpflege sein! (kb, 2.10.18)

PunktHochhausMöbel – PHM 16 (Bild: dein-tischler-leipzig.de)

Alditüte (Bild: Like_the_Grand_Canyon, CC BY NC 2.0)

Adieu Aldi-Abstraktion

Die Anekdote sagt: An einem Tag im Jahr 1967 kam der abstrakte Maler Günter Fruhtrunk (1923-82) zu seinen Studenten und bekannte, er habe „gesündigt“. Daraufhin legte er einen hohen Betrag in die Kaffeekasse. Der Grund des schlechten Gewissens: Gerade hatte Fuhtrunk der Firma Aldi zugesagt, die Plastiktüten der Supermarktkette zu gestalten. Heraus kam 1970 das berühmte blau-weiße Muster, die wohl am häufigsten getragene abstrakte Malerei der Bundesrepublik.

Mit den Jahren entwickelte sich das Frutrunk-Werk zum Sinnbild nicht nur der Supermarktkette, sondern auch von allzu schnellem und billigem Konsum. Ein Zeichenwert, die zeitgenössische Künstler gerne aufgriffen und auf ihre jeweils eigene Art umdeuteten. Doch bald ist es aus mit soviel Kunst am Kunden: Aldi hat angekündigt, die Plastiktüte komplett vom Markt zu nehmen. Bereits im letzten Jahr hatte man begonnen, die Tragetasche stufenweise durch Mehrwegbeutel zu ersetzen. Sogar Jute soll den Aldi-Kunden künftig angeboten werden. Graben Sie doch einmal in Ihrer Besenkammer, vielleicht findet sich dort noch das ein oder andere Stück serielle Nachkriegskunst – der Wert könnte steigen! (kb, 5.9.18)

Alditüte (Bild: Like_the_Grand_Canyon, CC BY-NC 2.0)

Vero-Puppenhaus der 1970er Jahre (Bild: diepuppenstubensammlerin, CC BY NC SA 2.0)

Erinnerungsräume gesucht!

Das Thema Miniaturarchitektur lässt uns hier bei moderneREGIONAL nicht los. Daher waren wir gleich Feuer und Flamme, als uns ein Hilfefruf des Kollegen Christoph Liepach erreichte. Der Künstler und Fotograf beschäftigte sich in seiner Arbeit ›Vero – #1 WBS 70/IW73-6‹ bereits mit dem Verschwinden von Architekturen und Interieurs, die den Alltag in der DDR prägten. Durch Puppenhäuser der DDR-Zeit und dem Medium Fotografie gibt er Erinnerungsräumen seiner Kindheit wieder eine Bühne: „Orte können Erinnerungen, die im Augenblick nicht verarbeitet werden können, über Phasen kollektiven Vergessens hinwegbewahren. Werden diese Orte zerstört, bevor Erinnerungen aufgeholt worden sind, verschwinden auch die daran geknüpften Assoziationen unwiderruflich“ (Karen Lohse: Wolfgang Hilbig. Eine motivische Biografie, Leipzig 2008).

Für die Weiterführung seiner Arbeit bittet er um Ihre Unterstützung: Er sucht nach Puppenhäusern, die sich wie die Original-Architektur im Verschwinden befindet. Wenn Sie aus Nachlässen DDR-Puppenhäuser aus der Zeit von 1960 bis 1980 besitzen, würde sich Christoph Liepach freuen, wenn Sie über das Team von moderneREGIONAL (k.berkemann@moderne-regional.de) mit ihm Kontakt aufnehmen. Es geht vor allem um folgende/ähnliche Modelle: Puppenhaus „Hochhaus“, VERO, 1966; Bungalows, Moritz Gottschalk, 1960-70; Puppenhaus „Seeblick“, VERO, um 1968/70. (kb, 2.9.18)

Vero-Puppenhaus der 1970er Jahre (Bild: diepuppenstubensammlerin, CC BY NC SA 2.0)

Holon Design Museum (Bild: צילום:ד"ר אבישי טייכר , CC-BY-SA 2.5)

Ron Arad bei Vitra

Angeblich ist Ron Arad eines Tages nach der Mittagspause nicht mehr an seinen Arbeitsplatz in einem Architekturbüro zurückgekehrt. Er habe sich dort gelangweilt. Ruhe scheint nicht das Lebensziel des 1951 in Tel Aviv geborenen Künstlers, Designers und Architekten zu sein. Sich sebst bezeichnet er als „Flipperkugel“: Er stoße auf interessante Dinge, springe von einem zum anderen, lasse sich gern ablenken, arbeite an vielen Themen gleichzeitig. Sein Studium begann Arad an der Bezalel Academy of Art and Design in Jerusalem, setzte es fort an der Architectural Association in London. 1981 eröffnete er dort mit Caroline Thorman sein Designbüro „One Off Ltd.“, 1989 das Studio Ron Arad Associates Ltd., London, in dem viele seiner grandios skurrilen Entwürfe entstanden.

Bereits seit den 1980ern entwirft Arad auch für Vitra, und nun widmet ihm das Vitra Design Museum in Weil am Rhein folgerichtig bis zum 14. Oktober die Schau „Ron Arad: Yes to the Uncommon!“. Vor allem frühe (Möbel-) Werke sind im Schaudepot zu sehen, dazu die Installation „Sticks and Stones“ (1987), Stühle und Metallobjekte als gepresste Würfel entlässt – Dekonstruktion in Reinkultur. Zu den bekanntesten Werken des Architekten Arad zählen das Design-Museum Holon (2006-10) und die Innenausstattung des Watergate-Hotels in Washington (2012-16). (db, 8.8.18)

Holon, Design Museum (Bild:צילום:ד“ר אבישי טייכר , CC BY SA 2.5)

Luigi Colani, Elefantenspardose (Bild: PD)

90 Jahre Colani

1974 ging die Dresdner Bank zum Weltspartag mit einer organisch geschwungenen Elefantenspardose in Serie. Entworfen hatte sie kein Geringerer als der 1928 in Berlin geborene Designer Luigi Colani. Vom Teeservice „Zen“ bis zur Fotokamera „Canon T90“ – die meisten deutschen Haushalte leben seit den 1970er Jahren, oft ohne es zu wissen, in und mit Colani. Der Formgestalter reüssierte zunächst mit seinen Flugzeugentwürfen, um seine Tätigkeit ab den 1970er Jahren auf alle Bereiche des Alltagslebens auszuweiten.

Bekannt wurde der exaltierte Designer durch seine schnittigen, aerodynamischen, biomorphen Entwürfe. Viele dieser Visionen blieben unverwirklicht oder ungenutzt. Vieles war für die produzierenden Firmen, für den praktischen Gebrauch oder für den Geschmack der jeweiligen Zeit dann doch (noch) zu fremdartig. Colanis Alterswerk und erklärtes Vermächtnis an die Nachwelt, die in ihrem Aufbau am menschlichen Körper orientierte „Eco-City“ auf einer chinesischen Insel, liegt unvollendet auf Eis. Was bleibt, ist eine Vielzahl ikonischer, teils zeitlos eleganter, teils postmodern überschwänglicher Designs. Am 2. August wurde Luigi Colani 90 Jahre alt, wir gratulieren! (kb, 4.8.18)

Luigi Colani, Elefantenspardose (Bild: PD)

Chemnitz, Klapperbrunnen (Foto: Wolfgang Thieme, Bild: Bundesarchiv Bild 183-1984-0804-012, CC BY SA 3.0, 1984)

Ausgeklappert

Erst ließ der Wasserdruck nach, dann lief das Becken leer. Seit einigen Tagen ist der Klapperbrunnen am ehemaligen Chemnitzer Omnibusbahnhof vollständig stillgelegt. Zur Eröffnung galt dieser 1968 als „der modernste Omnibus-Bahnhof der DDR“. Für rund sieben Millionen Mark überspannte das Pylonen-Hängedach, ein Experimentalbau der Deutschen Bauakademie, ein ehrgeiziges Nutzungsprogramm: „zwölf Abfahrtsbahnsteige, einen sechzig Meter langen Ankunftsbahnsteig sowie eine freitragende Wartehalle, in der Kassenschalter, Telefonzellen, Gepäckautomaten und Verkaufsstände“ für täglich 30.000 Fahrgäste.

Zur anspruchsvollen ostmodernen Anlage gehörte von Anfang an der Klapperbrunnen. Die kinetische Installation wurde 1968 vom Bildhauer Johannes Belz (1925-76) gestaltet. Seinen Namen erhielt der Brunnen vom Geräusch der umklappenden Wasserschalen, die ihren Inhalt dann jeweils in die darunterliegende Schale entleerten. Doch nun scheinen die Stunden des angenehm abstrakt gehaltenen Kunstwerks gezählt. Wie das Sachsen-Fernsehen meldet, soll die Anlage im September diesen Jahres abgebaut und eingelagert werden. Aktuell stünden keine Gelder für eine Sanierung der schadhaften Rohre zur Verfügung. Mehrfach war bereits die Umgestaltung des denkmalgeschützten Areals am ehemaligen Omnibusbahnhof – aus Pylonen-Hängedach, Grünfläche und eben Klapperbrunnen – im Gespräch und zeitweise unter Abrissgefahr. Wie es in naher Zukunft mit dem Klapperbrunnen weitergehen wird, ist noch offen. (kb, 31.7.18)

Chemnitz, Klapperbrunnen (Foto: Wolfgang Thieme, Bild: Bundesarchiv Bild 183-1984-0804-012, CC BY SA 3.0, 1984)

Group Ludic, Hérouville Saint-Clair/Normandie, 1968 (Bild: © Courtesy Xavier de la Salle)

The Playground Project

Zwischen 1950 und 1980 war eine gute Zeit für Spielplätze: Sie galten als Labor des Städte- und Landschaftsbauens, als Option auf innovative, verrückte, interessante und aufregende Projekte. Mit den und für die Kinder wollte man den öffentlichen Raum zurückerobern und neu denken. Die Wanderausstellung „The Playground Project“ macht diese Aufbruchszeit anhand von Bildern, Modellen, Plänen, Büchern und Filmen erlebbar. Hinzu kommen ganz praktisch Spielskulpturen zum Kriechen, Rutschen, Verstecken, Lachen und Rennen. Die Schau wurde 2013 erstmals im Rahmen der Carnegie International in Pittsburgh gezeigt, 2016 in der Kunsthalle Zürich vertieft und macht aktuell Station in der Bundeskunsthalle Bonn.

Die Ausstellung zeigt die modernen Pioniere ebenso wie ihre heutige Weiterentwicklung. So war und ist der Spielplatz mehr als ein Stück Stadt: Sozialreformer wollten Kinder vor Ausbeutung schützen, Künstler wie Isamu Noguchi schufen imaginäre Spiellandschaften, Landschaftsarchitekten wie Carl Theodor Sørensen vereinten Bauen, Graben, Gärtnern und gemeinsames Spiel, Landschaftsarchitektinnen wie Lady Allen of Hurtwood erkannten Spielplätze sie als Ort von Heimatgefühl inmitten von Trümmern. Die Ausstellung ist in Bonn noch zu sehen bis zum 28. Oktober 2018. (kb, 23.7.18)

Group Ludic, Hérouville Saint-Clair/Normandie, 1968 (Bild: © Courtesy Xavier de la Salle)

Badende Schönheit in den USA der 1950er Jahre (Bild: H. Armstrong Roberts, Getty Images)

Jetzt ein Pool!

Wenn es für die ersehnten sechs Wochen am Meer nicht gereicht hat, dann doch zumindest Pool zu Hause vor der heimischen Terrassentür. Oder für den wundervollen Bildband „Der Swimming Pool in der Fotografie“, der das Urlaubsgefühl auf den Coffeetable holt. Denn hier bekommt der geneigte Leser moderne Architektur in ihrer wohl erfrischendsten Form. Auf 240 Buchseiten kommen 200 Abbildungen, vor allem aus den retroschönen Zeiten der 1950er und 1960er Jahre. Denn in den Wirtschaftswunderjahren avancierte der Swimming Pool auch hierzulande rasch zur stilsicheren Zurschaustellung des eigenen Erfolgs – und des neuesten Einteilers. Obendrauf war er auch noch fürs sportive Planschen zu gebrauchen.

Auch Filmschaffende und Fotografen haben den Pool rasch für sich entdeckt. Zu verlockend waren die Lichtreflexe, die entspannte und zugleich erotisch untermalte Stimmung am Beckenrand. Hier ließen sich Filmstars, Models und andere Schönheiten gerne ablichten, u. a. von Henri Cartier-Bresson, Gigi Cifali, Stuart Franklin, Harry Gruyaert, Emma Hartvig, Jacques Henri Lartigue, Joel Meyerowitz, Martin Parr, Paolo Pelligrin, Mack Sennett, Alec Soth, Larry Sultan und Alex Webb. Und, keine Sorge wegen des Bildungsauftrags: Es gibt auch Pool-Architekturen von Le Corbusier und Co. zu bestaunen. (kb, 16.7.18)

Der Swimming Pool in der Fotografie, Hatje Cantz Verlag, 240 Seiten, 200 Abbildungen, 27 x 25 cm, Deutsch, ISBN-13: 9783775744089.

Badende Schönheit in den USA der 1950er Jahre (Bild: H. Armstrong Roberts, Getty Images)

Affe, Kay Bojesen, 1951, Schenkung Hugo Ströh, Kiel, 2016 (Foto: Esther Hoyer)

Made in Denmark

Der Holzaffe von Kay Bojesen, die futuristischen Spiegel-Kantine von Verner Panton, die körpernahen Sitze von Arne Jacobsen – dänische Formgestalter prägten das Gesicht der Moderne der 1950er und 1960er Jahre. Von der Lampe über die Vase bis zum Freischwinger – für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Land im Norden zum Leitbild für stilvollendetes Wohnen.

Die Ausstellung „Made in Denmark“ setzt noch früher an und entfaltet eine kleine Design-Stilgeschichte des 20. Jahrhunderts. Ohne den Skønvirke, den dänischen Jugendstil, sei der spätere Design-Boom nicht vorstellbar. Ebenso verdienen die Formgestaltungen des Art Déco und des Funktionalismus die Aufmerksamkeit des Ausstellungsbesuchers. Ergänzt wird die gezeigte Spannweite um die Schmucksammlung Schwandt aus den eigenen Museumsbeständen. Die Schau ist noch bis zum 7. Oktober 2018 im Leipziger Grassi Museum für Angewandte Kunst zu bewundern. (kb, 24.6.18)

Affe, Kay Bojesen, 1951, Schenkung Hugo Ströh, Kiel, 2016 (Foto: Esther Hoyer)

Tetrasoap (Bild: tetrasoap.com)

Wasch-Beton

Diese Neuheit verspricht nicht weniger als eine Revolution, „a soap revolution“. Tetrasoap kommt in kantiger Betonoptik daher. Sie erinnert, und soll das auch, an die Tetrapoden, eine französische Erfindung der 1940er Jahre. Mit diesen Betonformsteinen, die in der Folge in zahlreichen Ländern dem Küstenschutz, dem Dammbau und der Hafenbefestigung dienen, waren Wellenbrecher rasch und kostenfrei herstellbar. Teils wurden die seriell gefertigten Tetrapoden auch als Panzersperren eingesetzt.

Für die Tetrasoap setzen die Hersteller auf natürliche Materialien, die von Hand verarbeitet werden. Doch die Form soll nicht nur schick aussehen, sondern auch das „Wegglitschen“ verhindern. Denn auch stark heruntergewaschen, bleiben dem Nutzer immer noch die griffigen vier „Füße“. Die Idee entstand 2003, wurde kontinuierlich weiterentwickelt und vor einigen Monaten mit einer Crowdfunding-Aktion bei „kickstarter“ in die serielle Produktion gehoben – und kann jetzt in schicker Verpackung online bestellt werden: einzeln oder als „Jahres-Abo“. (kb, 23.5.18)

Tetrasoap (Bild: tetrasoap.com)

Rührgerät RG 28 (Bild: Der Streckenvogel, CC BY SA 3.0, 2009)

Alles nach Plan?

Es geht um Klassiker wie das Rührgerät RG 28, die Erika-Schreibmaschine oder die motorgetriebenen Zweiräder von Simson. In seiner aktuellen Wechselausstellung „Alles nach Plan?“ zeigt das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig noch bis zum 14. Oktober mit Produkten auch das Design aus der DDR. 1971 rief Erich Honecker auf dem VIII. Parteitag zur Maxime aus: „Mehr und bessere Waren, die dem Bürger gefallen und seine Bedürfnisse befriedigen, (…) das betrachten wir als wichtige Staatsangelegenheit“.

Die Formgestalter standen damit im Spannungsfeld zwischen eigenen Vorstellungen, politischen Rahmensetzungen und Herstellungsbedingungen in den ausführenden Betrieben, wo Farben und Werkstoffe auch mal pragmatisch angepasst werden mussten. Vor diesem Hintergrund entfaltet die Ausstellung das Design in der DDR von seinen Anfängen her: von der Aufbruchsstimmung in den 1950er Jahren über die Gründung des Amts für industrielle Formgestaltung in den 1970er Jahren bis hin zur Mangelkrise in den 1980er Jahren. (kb, 5.5.18)

Rührgerät RG 28 (Bild: Der Streckenvogel, CC BY SA 3.0, 2009)