Theater, Theater

Im besten Fall verbindet ein Theater gute Schauspieler:innen, eine kluge Inszenierung und ein beeindruckendes Bühnenbild – nicht umsonst wurde die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft von der Bundesregierung für die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit nominiert.. Häufig wurde auch architektonisch sehr darauf geachtet, dass der Bau nicht nur seine Funktion erfüllt, sondern auch durch ein repräsentatives Äußeres auf das kulturelle Angebot aufmerksam macht. Überregional bekannte Beispiele des 20. Jahrhunderts schafften es, wie die Oper in Sydney, inzwischen bereits auf die UNESCO-Welterbeliste. Wie die anhaltende Diskussion um das Frankfurter Schauspiel belegt, ist diese besondere Baugattung – nicht erst seit der pandemiebedingten Kulturkrise – aktuell jedoch in ihrem Erhalt bedroht.

Die Tagung „Sein oder Nichtsein. Historische Theaterbauten: Nutzung und Modernisierung“ wird von ICOMOS Deutschland und dem Deutschen Architektur Museum Frankfurt (DAM) veranstaltet in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission und PERSPECTIV – Gesellschaft der historischen Theater Europas in Frankfurt am Main vom 16. bis zum 17. September 2021. An den beiden Konferenztagen führen Sektionen durch die Epochen des Theaterbaus, darunter auch das 20. Jahrhundert, und schließen mit einer Einheit für konservatorische Fragen. Noch werden Themenvorschläge gesucht. Die Tagungssprache ist Deutsch, aber auch englische Vorträge sind möglich. Diese sollten eine Länge von 20 Minuten (inkl. Rückfragen) nicht überschreiten. Vorschläge sind als Abstract (max. 2.500 Zeichen inkl. Leerzeichen), Curriculum Vitae (max. 500 Zeichen) und der Zuordnung zu einer der Sektionen willkommen bis zum 18. Juni 2021 unter: john.ziesemer@icomos.de. (kb, 10.6.21)

Münster, Stadttheater (Bild: Theater Münster, CC BY SA 4.0, 2014)

SOS Brutalismus in Aalen

Die Ausstellung „SOS Brutalismus – Rettet die Betonmonster“, ein gemeinschaftliches Projekt des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt und der Wüstenrot Stiftung, zieht weiter: Vom 1. Februar bis zum 29. März 2020 wird sie in der Galerie im Rathaus Aalen zu sehen sein. Bereits am Freitag, den 31. Januar findet um 18:00 Uhr die Vernissage statt, bei der auch DAM-Kurator Oliver Elser sprechen wird. Der aktuelle Ort der 2017 erstmals gezeigten Schau ist natürlich nicht ohne Grund gewählt.

Hintergrund ist der aktuelle Diskurs um die Zukunft des Aalener Rathauses, denn dort stehen demnächst größere Sanierungsmaßnahmen an. Nach einer Vortragsreihe im vergangenen Jahr soll die Ausstellung noch einmal die Qualitäten des Brutalismus und somit auch die architektonische Qualität des Rathauses ins Bewusstsein rufen. Der 1975 nach Plänen des Reutlinger Architekten und späteren Ulmer Baubürgermeisters Helmut Schaber realisierte Bau lehnt sich stilistisch an Kenzo Tanges Verwaltungsgebäude der Präfektur Kagawa im japanischen Takamatsu an. (mk, 22.01.20)

Aalen, Rathaus und Reichsstädter Brunnen (Bild: Stephan Becker, CC BY-SA 4.0)

Paulskirche unter Druck

In den vergangenen Monaten wurde – angesichts der anstehenden Sanierung – immer wieder über eine Widerherstellung ders Vorkriegszustands diskutiert: Als man die Paulskirche 1948 in moderner Formensprache wiederaufbaute, wollte die Stadt ein „nationales Zeichen“ setzen: Frankfurt warb damals (vergeblich) um den Regierungssitz der jungen Bundesrepublik. Der Ort war eigentlich perfekt gewählt, gilt die Paulskirche doch als „Wiege der Demokratie“. In dem klassizistischen Bau, 1833 an der Stelle der mittelalterlichen Barfüßerkirche errichtet, hatte sich 1848/49 mit der Nationalversammlung Deutschlands „erste frei gewählte Volksvertretung“ getroffen.

Der Wiederaufbau der Kriegsruine lag in den Händen eines renommierten Architektenteams: Rudolf SchwarzEugen BlanckGottlob Schauppund Johannes Krahn. Damit erhielt die Paulskirche ihr neues flaches Kuppeldach, eine horizontale Unterteilung und klare Innenraumgestaltung. Heute dient die Kirche vorwiegend als Gedenk-, Ausstellungs- und Versammlungsstätte. Die Ausstellung „Paulskirche – Ein Denkmal unter Druck“, ein gemeinsames Projekt des Deutschen Architekturmuseums (DAM) und der Wüstenrot Stiftung, legt nun ein besonderes Augenmerk auf die Umbauten der 1960er und 1980er Jahre samt den wiederkehrenden Rufen nach Rekonstruktion. Die Ausstellung ist vom 7. September 2019 bis zum 16. Februar 2020 im DAM zu sehen. Die Vernissage wird am 6. September 2019 um 19 Uhr im DAM (Auditorium) begangen. (kb, 2.8.19)

Frankfurt, Paulskirche (Bild: Moritz Bernoully)