Gio Ponti in Paris

Gio Ponti war zweifellos ein Multitalent. Der Italiener schuf als Architekt bedeutende Beispiele der Moderne vor und nach dem Krieg, entwarf elegante Möbel und Alltagsgegenstände und rief 1928 die Fachzeitschrift Domus ins Leben, die bis heute existiert und im Architekturdiskurs Akzente setzt. Im Pariser Musée des Arts Décoratifs widmet sich die Sonderausstellung „Tutto Ponti, Gio Ponti archi-designer“ seinem vielseitigen Oeuvre.

Der 1891 geborene Ponti begann seine Karriere als Architekt mit dem Abschluss am Mailänder Polytechnikum im Jahr 1921. Nach neoklassizistischen Anfängen wandelte er sich zu Vertreter des Razionalismo, dem er mit der Architekturzeitschrift Domus eine publizistische Bühne schuf. Abgesehen von einer kurzen Unterbrechung von 1941 bis 1947 leitete er das Periodikum bis zu seinem Tod im Jahr 1978. In der Nachkriegszeit zeichnete er für mehrere Klassiker des italienischen Designs verantwortlich, so für die Kaffeemaschine La Cornuta (1948) oder den Superleggera-Stuhl (1957). Mit dem Pirelli-Hochhaus in Mailand plante er Ende der 1950er Jahre das damals höchste Gebäude Europas. Die umfassende Pariser Werkschau ist bis zum 10. Februar 2019 zu sehen. (jr, 15.11.18)

Gio Ponti, Besteck (Bild: Paolo Monti, CC BY SA 4.0)