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In Zukunft wohl Sitz des Baukunstarchivs NRW: Das ehemalige Museum am Ostwall in Dortmund (Bild: "Stahlkocher"/Wikipedia, CC BY-SA 3.0)

Baukunstarchiv NRW wird eröffnet

Im Januar 2017 wurde der symbolische Grundstein gelegt, am 4. November 2018 kann das Baukunstarchiv NRW um 14 Uhr mit einer Vernissage offiziell eröffnet werden. Ort der neuen, lange herbeigesehnten Einrichtung ist das ehemalige Museum am Ostwall in Dortmund. Die Stadt, Eigentümerin der Museumsräume, hatte diese 2013 schon dem Abriss anheim gegeben. Der ursprünglich historische Bau beherbergte zunächst das Königliche Oberbergamt, bis er 1911 zum städtischen Museum umgebaut und nach dem Zweiten Weltkrieg nochmals in modernere Formen gehüllt wurde. 2009 schließlich zog das Kunstmuseum aus und der Bau blieb ohne Nutzung zurück.

Nach vielen Protesten und Gesprächen konnte der Abriss des ehemaligen Museums am Ostwall abgewendet und stattdessen hier ein Ort für das künftige Baukunstarchiv NRW geschaffen werden. Die junge Institution sichert Nachlässe aus den Bereichen Architektur, Innen- und Landschaftsarchitektur, Städte- und Ingenieurbau, arbeitet diese wissenschaftlich auf und macht sie der interessierten Öffentlichkeit zugänglich. Zur Eröffnung werden Ausstellungsstücke aus der Sammlung des Archivs gezeigt. Die Anmeldung ist online möglich, der Eintritt ist frei. (kb, 31.101.18)

Dortmund, ehemaliges Museum am Ostwall/zukünftiges Baukunstarchiv (Bild: „Stahlkocher“/Wikipedia, CC BY SA 3.0)

Dortmund, WestLB-Bank (Bild: Lucas Kaufmann, CC BY SA 4.0, 2015)

Tipps zum TofD: Brutales an Rhein und Ruhr

Beton satt gibt es zum TofD an Rhein und Ruhr zu entdecken. In Köln präsentiert der Rundgang des AK Nachkriegsmoderne im Rheinischen Verein (mit Tobias Flessenkemper und Martin Bredenbeck) „Funktional, rational, brutal?“ Bauten der Universität Köln. Treffpunkt ist das Albertus-Magnus-Denkmal in Köln-Lindenthal. Die Führung (90 Minuten) beginnt am 8. (!) September um 11 Uhr. Nicht minder lohnenswert ist eine Stippvisite in Dortmund bei der ehemaligen WestLB/Dresdner Bank (Kampstraße 45-47, Dortmund). Futuristisch präsentiert sich der von dem Architekten Harald Deilmann 1978 verwirklichte Bau, in dem sich heute das Centrum für Medizin und Gesundheit befindet. Am 9. September ist die Anlage ganztags geöffnet, eine Führung wird um 15 Uhr durch Dipl.-Ing. Katrin Lichtenstein, TU Dortmund und Christoph Wimmeler (Projektmanager DOC) angeboten (Treffunkt: am Eingang DOC).

Unser dritter Tipp führt nach Düsseldorf zur Kunsthalle (Grabbeplatz 4, Düsseldorf). Der 1967 von Beckmann und Brockes erbaute Betonkubus bildet in Düsseldorfs eines der selten gewordenen Zeugnisse brutalistischer Architektur. Der Bau ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet, um 15 Uhr wird eine Architekturführung angeboten durch Pilar Lennertz (Kontakt: Katharina Sawatzki, Kunsthalle Düsseldorf, 0211 86393455, sawatzki@kunsthalle-duesseldorf.de). (kb, 2.9.18)

Dortmund, WestLB-Bank (Bild: Lucas Kaufmann, CC BY SA 4.0, 2015)
Ausstellung "Schwimmen im Geld" (Bild: Stephan Schwabe)

Wie einst Dagobert Duck

Das sprichwörtliche „Schwimmen in Geld“ verbindet man nicht zuletzt mit dem steinreichen Entenhausener Dagobert Duck. Dessen liebste Beschäftigung ist es, täglich ein Bad im eigenen Geld zu nehmen. Vice versa lässt sich die bildhafte Redewendung aber auch auf die Haltung eines eigenen Schwimmbads münzen: eine besonders kostspielige Form des Privatvergnügens. Und genau dieses war in der Bundesrepublik der Nachkriegszeit weit verbreitet. Damals wurden Fortschritt und Wohlstand zum zentralen Versprechen von Politik und Gesellschaft – und das private Hallenbad avancierte zum Statussymbol einer ganzen Generation.

Reiches Anschauungsmaterial bietet eine Ausstellung, die aktuell in Dortmund zu sehen ist. Unter dem Titel „Schwimmen in Geld – private Hallenbäder des deutschen Wirtschaftswunders“ werden Fotos aus der gleichnamigen Publikation des Architekten Richard Schmalöers gezeigt. Sie dokumentieren private Schwimmbäder im Ruhrgebiet der 1950er bis 1970er Jahre. So wird erstmals das Bild eines Bautyps vermittelt, der bisher kaum für die Öffentlichkeit zugänglich war. Die Schau findet passenderweise in einem solchen statt: in den Räumen jenes unterirdischen Schwimmbades, das 1966 vom Architekten Wilhelm Menne unter dem Garten des Einfamilienhauses in der Sckellstraße 12 gebaut wurde. Die Präsentation endet am 21. September und ist Teil einer Doppelausstellung, zu der auch „Doppelplusmodern“ gehört. (fk, 21.8.18)

Ausstellung „Schwimmen im Geld“ (Bild: Stephan Schwabe)

Marl (Big Beautiful Buildings, Marl, Foto: Tania Reinicke)

Big is Beautiful – es geht los!

Das Landesprojekt NRW zum Europäischen Kulturerbejahr „Big Beautiful Buildings – Als die Zukunft gebaut wurde“ wird Anfang April feierlich gestartet. Die Initiative rückt die Bauwerke der Wirtschaftswunderjahre in ein neues Licht. Große und kleine, bekannte und unbekannte, auffällige und unscheinbare Gebäude können dann wiederentdeckt werden. Ein Jahr lang werden im Ruhrgebiet besondere Gebäude ausgezeichnet, begleitet durch umfangreiche Informationen und ein Programm aus Kunst, Kultur und Unterhaltung.

„Big Beautiful Buildings“ ist ein gemeinsames Projekt von StadtBauKultur NRW und der TU Dortmund, Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung in Zusammenarbeit mit vielen Partnern aus Kultur, Immobilienwirtschaft, Politik und Verwaltung. Der feierliche Auftakt findet am 11. April um 18 Uhr im Musiktheater im Revier (Kennedyplatz, Gelsenkirchen) statt. Anmelden kann man sich online hier. (kb, 2.4.18)

Marl (Big Beautiful Buildings, Marl, Foto: Tania Reinicke)

"Der Glaube an das Große in der Architektur der Moderne" (Bild: Buchcover, Park Books)

Der Glaube an das Große

Großstrukturen gehören zum architektonischen Erbe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – und dieses wird nicht immer geliebt. An Ensembles wie der Ruhruniversität Bochum, dem Klinikum Aachen oder dem Nordwestzentrum Frankfurt scheiden sich bis heute die Geister. Doch der hier gezeigte „Glaube an das Große“ gehört unauflöslich zur Architektur moderner Gesellschaften. Großwohnsiedlungen, Einkaufszentren, Hochschulen für Tausende von Studierenden, Konferenzzentren oder Krankenhäuser zeugen auf der ganzen Welt davon.

Solche Bauten wurden wie kleine Städte angelegt und sollten ebenso effizient funktionieren. In ihrer druckfrisch erschienenen Habilschrift „Der Glaube an das Große in der Architektur der Moderne“ (Park Books) arbeitet Sonja Hnilica drei Konzepte für die Giganten heraus: Großform, Bausystem und Megastruktur. Sie will damit neue Perspektiven eröffnen, wie wir heute mit den „viel geschmähten ererbten Riesen“ konstruktiv umgehen können. (kb, 20.3.18)

Sonja Hnilica, Der Glaube an das Große in der Architektur der Moderne. Großstrukturen der 1960er und 1970er Jahre. Betonkolosse aus der Nachkriegszeit prägen das Gesicht vieler Städte – Wie geht Stadtplanung heute mit diesem Erbe um? Park Books, Zürich 2018, gebunden, ca. 304 Seiten, 80 Farb- und 100 Schwarzweiß-Abbildungen, 22 x 28 cm, ISBN 978-3-03860-093-0.

„Der Glaube an das Große in der Architektur der Moderne“ (Bild: Buchcover, Park Books)

Dortmund, Restaurant Buschmühle (Bild: buschmuehle-dortmund.de)

Stahlschachteln

Das ehemalige Restaurant „Buschmühle“, ein Stahlbau der Architekten Otto-Heinz Groth, Werner Lehmann und Wolfram Schlote, entstand 1959 anlässlich der Bundesgartenschau im Dortmunder Westfalenpark. Dieses Gebäude steht für viele Stahlbauten und -konstruktionssysteme, die den technischen Aufbruch und eine neue Experimentierfreude seit den frühen 1950er Jahre bezeugten. Beteiligte am Stahlbau, darunter auch an Versuchen im Fertighausbau, waren Architekten und Ingenieure bis hin zur Montanindustrie. In Dortmund, im Ruhrgebiet und darüber hinaus nehmen Stahlbauten in der aktuellen Debatte um Erhalt, Schutz und Umnutzung des Nachkriegserbes eine besondere Position ein.

Daher will die Tagung „Von Stahlschachteln und Bausystemen. Zum Umgang mit Stahlbauten der Nachkriegszeit“ ausgewählte Beiträge aus dem Dortmunder Raum in einen breiteren Kontext zu stellen und die Diskussion um den Umgang mit diesen Bauten eröffnen. Die Taung findet am 16. März 2018 von 13 bis ca. 21 Uhr  statt im „Schürmanns im Park“an der Buschmühle im Westfalenpark Dortmund. Diese Veranstaltung wurde von der Ingenieurkammer-Bau NRW mit 8 Fortbildungspunkten unter der Seminar-Nr. 44577 als Fortbildung anerkannt. Die Anerkennung als Fortbildung bei der Architektenkammer NRW ist beantragt. Es wird eine Tagungsgebühr (inkl. Verpflegung) von 40 Euro erhoben. Anmeldungen sind bis zum 10. März 2018 möglich bei den Organisatorinnen: silke.haps@tu-dortmund.de oder alexandra.apfelbaum@tu-dortmund.de. (kb, 28.2.18)

Dortmund, Restaurant Buschmühle (Bild: historische Abbildung, buschmuehle-dortmund.de)

Dortmund, Nicolai-Kirche (Bild: Rainer Halama, CC BY SA 3.0)

Bei deinem Namen genannt

Die Namen von Orten, Gebäuden und Personen sind Teil unseres „kulturellen Erbes“. Ausgehend von den Vornamen Maria und Nikolaus knüpft das Projekt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Europäischen Kulturerbejar (ECHY, oder neuerdings EYCH) „Bei Deinem Namen genannt“ an der persönlichen Identität an, die mit dem eigenen Namen verbunden ist. Die Wanderausstellung wird im Laufe des Jahres 2018 bundesweit an 16 Marien- und 16 Nikolaikirchen gezeigt.

In Kirchen, die Maria und Nikolaus in ihrem Namen tragen, werden die unterschiedlichen Formen dieser Namen in Europa entfaltet und in ihrer ikonografischen Bedeutung entfaltet. Was z. B. steckt hinter den drei Äpfel des Nikolaus oder hinter dem Schutzmantel der Maria? Darüber hinaus präsentiert die Ausstellung den Zusammenhang von „Heimat und Person“, „Name und Erbe“ sowie von „Kultur und Identität“. Begleitend zur Ausstellung finden Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie andere Formate statt. Unter den ausgewählten Kirchen finden sich erwartungsgemäß vorwiegend historische Bauten, aber auch einige sehenswerte Räume des 20. Jahrhunderts: z. B. in München die Kirche Maria Königin des Friedens, in Bremen-Oslebshausen die Marienkirche, in Hamburg die moderne Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern oder in Dortmund die Nicolai-Kirche. (kb, 26.2.18)

Dortmund, Nicolai-Kirche (Bild: Rainer Halama, CC BY SA 3.0)

Köln, Hochhäuser Deutschlandfunk und Deutsche Welle (Bild: Copyright Raimond Spekking, CC BY SA 3.0, via wikimedia commons)

Mit den Riesen auf Augenhöhe

Das Projekt „Mit den Riesen auf Augenhöhe“ porträtiert zehn Großbauten der 1960er und 1970er Jahre in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam ist den „Riesen“, dass sie in den vergangenen Jahren in der öffentlichen Diskussion standen und teilweise sogar vom Abriss bedroht waren. Heute verkörpern sie eine euphorische Epoche und zeigen oftmals architektonische Qualitäten. Im ersten Schritt des Projekts haben Alexandra Apfelbaum, Gudrun Escher und Yasemin Utku die aktuellen öffentlichen Debatten und historisches Material ausgewertet. Die Ergebnisse können als Studie gratis heruntergeladen werden.

Daran knüpft im Herbst 2017 die Reihe „Mit den Riesen auf Augenhöhe“ an. An den einzelnen Veranstaltungsorten werden die Besonderheiten des jeweiligen Bauwerks in Besichtigung und Diskussion erfahrbar. (Die Teilnahme ist jeweils kostenlos, genauere Informationen zu Zeit und Ort sowie die Anmeldung erfolgen über die örtlichen Volkshochschulen). Als Termine sind angesetzt: am 18. September in Duisburg, am 27. September in Dortmund, am 4. Oktober in Bochum, am 11. Oktober in Bonn, am 18. Oktober in Aachen, am 25. Oktober in Dortmund, am 1. November in Paderborn, am 8. November in Essen, am 15. November in Marl, am 22. November in Köln und am 29. November in Gronau. (kb, 17.8.17)

Köln, Hochhäuser Deutschlandfunk und Deutsche Welle (Bild: Copyright Raimond Spekking, CC BY SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Dortmund, St. Albertus Magnus, 2013 (Bild: Rudko, CC0)

Dortmund: St. Albertus Magnus soll Hotel werden

Schon seit zehn Jahren steht die Kirche im Herzen von Dortmund leer: St. Albertus Magnus wurde 1934 nach den Plänen der Architekten Adolf Ott und Paul Spiegel fertiggestellt. 1989 übergab die katholische Gemeinde ihren Raum in die Nutzung der Kroatischen Mission, zuletzt wurde er 2007 profaniert. Seitdem wird um eine Lösung für den seit 1993 unter Denkmalschutz stehenden Bau gerungen. So besetzte 2014 eine autonome Initiative – vorübergehend und letztlich erfolglos – die Kirche, um darin ein Kulturzentrum einzurichten.

Einer der Pläne, den Kirchenbau abzureißen und an seiner Stelle einen Kindergarten zu errichten, rief den Denkmalschutz auf den Plan. Dieser verlangte zunächst den Nachweis, dass kein erhaltungswilliger Käufer zu finden sei. Die Klärung dieser formellen Frage brachte eine neue inhaltliche Wendung: Wie die Gemeinde in diesen Tagen bekanntgab, wurde St. Albertus Magnus an den Düsseldorfer Investor „HD-Immobilien“ verkauft. Dieser plant ein Hotel in oder anstatt der bestehenden Kirche. Ob Abriss oder Umbau, der neue Eigentümer wird den Vorgang in jedem Fall neu mit Stadt und Denkmalschutz aushandeln müssen. (kb, 2.6.17)

Dortmund, St. Albertus Magnus, 2013 (Bild: Rudko, CC0)

Brutalism Appreciation Society

Brutalism Apprecitation Society (Bild: Facebook)
Beton in Bewegung: Post der Brutalism Apprecitation Society (Bild: Facebook)

Wer sich ein wenig für das Thema interessiert und Facebook nicht für den Untergang des Abendlands hält, der kennt die „Gesellschaft zur Wertschätzung des Brutalismus“. Eine stetig wachsende Gemeinschaft, eben waren es 48.528 Mitglieder, veröffentlicht, diskutiert und teilt allerhand Foto- und Informationsmaterial rund um den Stil, der Mitte der 1950er Jahre entstand. Mit einem Mal ließ man Beton, Metall und Ziegel roh und offen stehen. Heute verschwindet diese schroffe Materialehrlichkeit zunehmend aus dem Stadtbild, denn nach und nach werden die zumeist nicht denkmalgeschützten Gebäude abgerissen.

Gleichzeitig formieren sich Anhängergruppen – auch im Internet. Angeregt durch besagte Facebook-Gruppe wird die Ausstellung „The Brutalism Appreciation Society“ vom 8. April bis zum 24. September 2017 im Dortmunder U (Ebene 3 | 0) 15 internationale künstlerische Positionen präsentieren: Bettina Allamoda, Alekos Hofstetter & Florian Göpfert, Nicolas Moulin, Heidi Specker, Philip Topolovac, Tobias Zielony u. a. Man will sich mit dem brutalistischen Baustil auseinandersetzen sowie eine Auswahl von Beiträgen aus der namensgebenden Facebook-Gruppe vorstellen. Die HMKV-Ausstellung (Hartware MedienKunstVerein e. V.) läuft parallel zur Documenta in Kassel und zu den skulptur.projekten in Münster. Die Eröffnung wird am 7. April 2017 um 19 Uhr begangen. (kb, 17.1.17)

50 Jahre Gerber Architekten Dortmund

Hagen, Stadthalle (1975/81), Bild: Gerber Architekten
Auch ein Gerber-Werk: die Stadthalle Hagen (1975/81) (Bild: Gerber Architekten)

1966 begann Eckhard Gerber in Meschede seine selbstständige Tätigkeit als freischaffender Architekt unter dem Namen „Werkgemeinschaft 66″ mit Manfred Lange. 1971 stieß Dirk Stelljes hinzu. Über viele Jahre erfolgreicher Arbeit ist das Büro, nach Stelljes’ Unfalltod seit 1979 in Dortmund ansässig, stetig gewachsen. Gerber Architekten zählt heute rund 170 Mitarbeiter mit weiteren Büros in Hamburg, Berlin, Riad und Shanghai.

Die Galerie Aedes am Pfefferberg Berlin präsentiert zum 50-jährigen Jubiläum des Büros ab dem 11. Dezember ausgewählte Bauten, die für Strategien und Herangehensweisen von Gerber Architekten stehen. Deren erklärtes Ziel ist es, Orte zu schaffen, die Menschen berühren und Sehnsüchte wecken. Anhand von Zeichnungen, Modellen, Fotos, Renderings, Büchern und Filmen werden die Projekte im Kontext des jeweiligen Zeitgeistes und den immer wieder neuen Bauaufgaben aufgezeigt, die sich mit unterschiedlichsten städtebaulichen, funktionalen, kulturellen und gestalterischen Themen auseinandersetzen. Präsentiert werden u. a. die Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (1993), das Harenberg City-Center Dortmund (1994) und die Neue Messe Karlsruhe (2003). Und auch die nicht ohne politischen Argwohn betrachteten Projekte in Saudi-Arabien werden zu sehen sein. Zum 50-jährigen Firmenjubiläum erscheint zudem das Buch „Eckhard Gerber Baukunst 2 – Gerber Architekten Projekte und Bauten“, herausgegeben von Frank R. Werner im Jovis Verlag. (db, 2.12.16)

Hochhaus: Eigentümer gesucht

Dortmund, Hochhausruine Kielstraße (Bild: Thorsten Bachner, CC BY-SA 3.0)
Wo sind die Eigentümer? Etliche Wohnungen in der Dortmunder Kielstraße scheinen herrenlos (Bild: Thorsten Bachner, CC BY SA 3.0)

Die Stadt Dortmund verhandelt immer noch mit den diversen Eigentümern des sogenannten „Horrorhauses“ an der Kielstraße. Damit steht in Frage, ob das seit 2002 geräumte marode Wohnhochhaus – wie ursprünglich geplant – noch in diesem Jahr Eigentum der Stadt wird und abgerissen werden kann.

Es würden weiterhin Verhandlungen und Gespräche mit den Eigentümern über einen Immobilienverkauf geführt, so eine Stadtsprecherin. Insgesamt gebe es 44 Eigentümer, alle seien nicht ortsansässig. Die Stadt hatte lange versucht, sie alle ausfindig zu machen. Ein Projektteam befasst sich sowohl mit den Gesprächen mit Eigentümern und Gläubigern als auch mit den Perspektiven zu einer möglichen Folgenutzung des Grundstücks. Über einen Zeitpunkt für den Abriss des 1969 eingeweihten Baus mit mehr als hundert Wohnungen sei noch keine seriöse Aussage zu machen, heißt es jetzt. (db, 4.11.16)