Dortmund

Marl (Big Beautiful Buildings, Marl, Foto: Tania Reinicke)

Big is Beautiful – es geht los!

Das Landesprojekt NRW zum Europäischen Kulturerbejahr „Big Beautiful Buildings – Als die Zukunft gebaut wurde“ wird Anfang April feierlich gestartet. Die Initiative rückt die Bauwerke der Wirtschaftswunderjahre in ein neues Licht. Große und kleine, bekannte und unbekannte, auffällige und unscheinbare Gebäude können dann wiederentdeckt werden. Ein Jahr lang werden im Ruhrgebiet besondere Gebäude ausgezeichnet, begleitet durch umfangreiche Informationen und ein Programm aus Kunst, Kultur und Unterhaltung.

„Big Beautiful Buildings“ ist ein gemeinsames Projekt von StadtBauKultur NRW und der TU Dortmund, Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung in Zusammenarbeit mit vielen Partnern aus Kultur, Immobilienwirtschaft, Politik und Verwaltung. Der feierliche Auftakt findet am 11. April um 18 Uhr im Musiktheater im Revier (Kennedyplatz, Gelsenkirchen) statt. Anmelden kann man sich online hier. (kb, 2.4.18)

Marl (Big Beautiful Buildings, Marl, Foto: Tania Reinicke)

"Der Glaube an das Große in der Architektur der Moderne" (Bild: Buchcover, Park Books)

Der Glaube an das Große

Großstrukturen gehören zum architektonischen Erbe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – und dieses wird nicht immer geliebt. An Ensembles wie der Ruhruniversität Bochum, dem Klinikum Aachen oder dem Nordwestzentrum Frankfurt scheiden sich bis heute die Geister. Doch der hier gezeigte „Glaube an das Große“ gehört unauflöslich zur Architektur moderner Gesellschaften. Großwohnsiedlungen, Einkaufszentren, Hochschulen für Tausende von Studierenden, Konferenzzentren oder Krankenhäuser zeugen auf der ganzen Welt davon.

Solche Bauten wurden wie kleine Städte angelegt und sollten ebenso effizient funktionieren. In ihrer druckfrisch erschienenen Habilschrift „Der Glaube an das Große in der Architektur der Moderne“ (Park Books) arbeitet Sonja Hnilica drei Konzepte für die Giganten heraus: Großform, Bausystem und Megastruktur. Sie will damit neue Perspektiven eröffnen, wie wir heute mit den „viel geschmähten ererbten Riesen“ konstruktiv umgehen können. (kb, 20.3.18)

Sonja Hnilica, Der Glaube an das Große in der Architektur der Moderne. Großstrukturen der 1960er und 1970er Jahre. Betonkolosse aus der Nachkriegszeit prägen das Gesicht vieler Städte – Wie geht Stadtplanung heute mit diesem Erbe um? Park Books, Zürich 2018, gebunden, ca. 304 Seiten, 80 Farb- und 100 Schwarzweiß-Abbildungen, 22 x 28 cm, ISBN 978-3-03860-093-0.

„Der Glaube an das Große in der Architektur der Moderne“ (Bild: Buchcover, Park Books)

Dortmund, Restaurant Buschmühle (Bild: buschmuehle-dortmund.de)

Stahlschachteln

Das ehemalige Restaurant „Buschmühle“, ein Stahlbau der Architekten Otto-Heinz Groth, Werner Lehmann und Wolfram Schlote, entstand 1959 anlässlich der Bundesgartenschau im Dortmunder Westfalenpark. Dieses Gebäude steht für viele Stahlbauten und -konstruktionssysteme, die den technischen Aufbruch und eine neue Experimentierfreude seit den frühen 1950er Jahre bezeugten. Beteiligte am Stahlbau, darunter auch an Versuchen im Fertighausbau, waren Architekten und Ingenieure bis hin zur Montanindustrie. In Dortmund, im Ruhrgebiet und darüber hinaus nehmen Stahlbauten in der aktuellen Debatte um Erhalt, Schutz und Umnutzung des Nachkriegserbes eine besondere Position ein.

Daher will die Tagung „Von Stahlschachteln und Bausystemen. Zum Umgang mit Stahlbauten der Nachkriegszeit“ ausgewählte Beiträge aus dem Dortmunder Raum in einen breiteren Kontext zu stellen und die Diskussion um den Umgang mit diesen Bauten eröffnen. Die Taung findet am 16. März 2018 von 13 bis ca. 21 Uhr  statt im „Schürmanns im Park“an der Buschmühle im Westfalenpark Dortmund. Diese Veranstaltung wurde von der Ingenieurkammer-Bau NRW mit 8 Fortbildungspunkten unter der Seminar-Nr. 44577 als Fortbildung anerkannt. Die Anerkennung als Fortbildung bei der Architektenkammer NRW ist beantragt. Es wird eine Tagungsgebühr (inkl. Verpflegung) von 40 Euro erhoben. Anmeldungen sind bis zum 10. März 2018 möglich bei den Organisatorinnen: silke.haps@tu-dortmund.de oder alexandra.apfelbaum@tu-dortmund.de. (kb, 28.2.18)

Dortmund, Restaurant Buschmühle (Bild: historische Abbildung, buschmuehle-dortmund.de)

Dortmund, Nicolai-Kirche (Bild: Rainer Halama, CC BY SA 3.0)

Bei deinem Namen genannt

Die Namen von Orten, Gebäuden und Personen sind Teil unseres „kulturellen Erbes“. Ausgehend von den Vornamen Maria und Nikolaus knüpft das Projekt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Europäischen Kulturerbejar (ECHY, oder neuerdings EYCH) „Bei Deinem Namen genannt“ an der persönlichen Identität an, die mit dem eigenen Namen verbunden ist. Die Wanderausstellung wird im Laufe des Jahres 2018 bundesweit an 16 Marien- und 16 Nikolaikirchen gezeigt.

In Kirchen, die Maria und Nikolaus in ihrem Namen tragen, werden die unterschiedlichen Formen dieser Namen in Europa entfaltet und in ihrer ikonografischen Bedeutung entfaltet. Was z. B. steckt hinter den drei Äpfel des Nikolaus oder hinter dem Schutzmantel der Maria? Darüber hinaus präsentiert die Ausstellung den Zusammenhang von „Heimat und Person“, „Name und Erbe“ sowie von „Kultur und Identität“. Begleitend zur Ausstellung finden Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie andere Formate statt. Unter den ausgewählten Kirchen finden sich erwartungsgemäß vorwiegend historische Bauten, aber auch einige sehenswerte Räume des 20. Jahrhunderts: z. B. in München die Kirche Maria Königin des Friedens, in Bremen-Oslebshausen die Marienkirche, in Hamburg die moderne Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern oder in Dortmund die Nicolai-Kirche. (kb, 26.2.18)

Dortmund, Nicolai-Kirche (Bild: Rainer Halama, CC BY SA 3.0)

Köln, Hochhäuser Deutschlandfunk und Deutsche Welle (Bild: Copyright Raimond Spekking, CC BY SA 3.0, via wikimedia commons)

Mit den Riesen auf Augenhöhe

Das Projekt „Mit den Riesen auf Augenhöhe“ porträtiert zehn Großbauten der 1960er und 1970er Jahre in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam ist den „Riesen“, dass sie in den vergangenen Jahren in der öffentlichen Diskussion standen und teilweise sogar vom Abriss bedroht waren. Heute verkörpern sie eine euphorische Epoche und zeigen oftmals architektonische Qualitäten. Im ersten Schritt des Projekts haben Alexandra Apfelbaum, Gudrun Escher und Yasemin Utku die aktuellen öffentlichen Debatten und historisches Material ausgewertet. Die Ergebnisse können als Studie gratis heruntergeladen werden.

Daran knüpft im Herbst 2017 die Reihe „Mit den Riesen auf Augenhöhe“ an. An den einzelnen Veranstaltungsorten werden die Besonderheiten des jeweiligen Bauwerks in Besichtigung und Diskussion erfahrbar. (Die Teilnahme ist jeweils kostenlos, genauere Informationen zu Zeit und Ort sowie die Anmeldung erfolgen über die örtlichen Volkshochschulen). Als Termine sind angesetzt: am 18. September in Duisburg, am 27. September in Dortmund, am 4. Oktober in Bochum, am 11. Oktober in Bonn, am 18. Oktober in Aachen, am 25. Oktober in Dortmund, am 1. November in Paderborn, am 8. November in Essen, am 15. November in Marl, am 22. November in Köln und am 29. November in Gronau. (kb, 17.8.17)

Köln, Hochhäuser Deutschlandfunk und Deutsche Welle (Bild: Copyright Raimond Spekking, CC BY SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Dortmund, St. Albertus Magnus, 2013 (Bild: Rudko, CC0)

Dortmund: St. Albertus Magnus soll Hotel werden

Schon seit zehn Jahren steht die Kirche im Herzen von Dortmund leer: St. Albertus Magnus wurde 1934 nach den Plänen der Architekten Adolf Ott und Paul Spiegel fertiggestellt. 1989 übergab die katholische Gemeinde ihren Raum in die Nutzung der Kroatischen Mission, zuletzt wurde er 2007 profaniert. Seitdem wird um eine Lösung für den seit 1993 unter Denkmalschutz stehenden Bau gerungen. So besetzte 2014 eine autonome Initiative – vorübergehend und letztlich erfolglos – die Kirche, um darin ein Kulturzentrum einzurichten.

Einer der Pläne, den Kirchenbau abzureißen und an seiner Stelle einen Kindergarten zu errichten, rief den Denkmalschutz auf den Plan. Dieser verlangte zunächst den Nachweis, dass kein erhaltungswilliger Käufer zu finden sei. Die Klärung dieser formellen Frage brachte eine neue inhaltliche Wendung: Wie die Gemeinde in diesen Tagen bekanntgab, wurde St. Albertus Magnus an den Düsseldorfer Investor „HD-Immobilien“ verkauft. Dieser plant ein Hotel in oder anstatt der bestehenden Kirche. Ob Abriss oder Umbau, der neue Eigentümer wird den Vorgang in jedem Fall neu mit Stadt und Denkmalschutz aushandeln müssen. (kb, 2.6.17)

Dortmund, St. Albertus Magnus, 2013 (Bild: Rudko, CC0)