Eine Frage auf Zukunft

Ab heute ist in Dresden die Ausstellung „Kirchengebäude und ihre Zukunft“ zu sehen. Die Probleme sind bekannt: Zu wenig Geld und zu wenig Mitglieder treffen heute auf einen Baubestand, der im 20. Jahrhundert auf Volkskirche angelegt wurde. Und steht eine Gemeinde vor der Wahl zwischen einem romanischen und einem modernen Gottesdienstraum, dann wird allzu oft die jüngere von beiden Kirchen abgestoßen.

Vor diesem Hintergrund hatte die Wüstenrot Stiftung den Wettbewerb „Kirchengebäude und ihre Zukunft“ ausgelobt, um nach Alternativen zu Schließung und Abriss zu suchen. Aus den 291 Einsendungen wurden die besten ausgewählt und in Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens zu einer Ausstellung gebündelt. Die Schau läuft in Dresden im Zentrum für Baukultur Sachsen (Schloßstraße 2, 01067 Dresden) bis zum 30. Mai 2020, der Eintritt ist frei. (kb, 13.5.20)

Kehl-Goldscheuer, Maria Hilfe der Christen (Bild: © Reinhold Schäfer)

Dresden: Umzug für die Pinguine?

In Dresden regte sich 2016 massiver Widerstand gegen den geplanten Abriss des Pinguin-Cafés im Zoo. Ursprünglich 1969 von Erich Lippmann in Berlin errichtet, wurde das Café erst 1973 nach Dresden versetzt, hinzu kam ein Pinguin-Wandfries von Gerhard Papstein. Auf Initiative des Netzwerks Ostmoderne kam der Plan auf, den Systembau in seine Einzelteile zu zerlegen, einzulagern und mit einem andernorts aufzubauen. So geriet der Abriss im Jahr 2017 zum Abbau und weite Teile der Konstruktion wurden im Lapidarium in der Südvorstadt eingemottet.

Nach gut zwei Jahren zeichnet sich eine neue Chance für den Pavillonbau ab. Wie die „Dresdner Neuesten Nachrichten“ Mitte der Woche meldeten, könnte der abgeschlagene Bau bald im Südpark ein Zuhause finden. Konkret gehe es um „einen Bereich an der Nord-Süd-Verbindung zwischen Helmholtzstraße und Kohlenstraße“. Der Augenblick scheint günstig, denn gerade wird stadtintern ein neuer Bebauungsplan für die Fläche erarbeitet, in dem auch eine Gastronomie vorgesehen sein soll. Demnach sprechen sie das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft ebenso wie das Stadtplanungsamt für diese Variante des Wiederaufbaus aus. Auch das Netzwerk Ostmodern begrüßt den Vorschlag. Damit könnte es mittelfristig ein Happy End geben für den ostmodernen Pavillon mit dem poetischen Namen geben. (kb, 30.9.19)

Dresden, Pinguin-Café am alten Standort im Zoo (Bild: Facebook-Seite „Pinguin-Café Dresden“)

Rudolf Horn: Wohnen als offenes System

Fast 30 Jahre lang wurde das erfolgreichste Design von Rudolf Horn (* 1929) produziert: Das 1966/67 gemeinsam mit Eberhard Wüstner für die VEB Deutsche Werkstätten Hellerau entwickelte Montagemöbel Deutsche Werkstätten (MDW) ging 1968 in die Serienfertigung. Dabei sollte die sogenannte MDW-Wand nicht als fertiges Möbel, sondern als variabel-funktionales Baukastensystem erst unter den Händen des Nutzers, erst in der eigenen Wohnung seine individuelle Form annehmen.

Die Dresdener Ausstellung „Rudolf Horn – Wohnen als offenes System“ stellt nun genau diesen sozial-gestalterischen Ansatz von Horn in den Vordergrund: „Variabilität“, „Freiheit für den Nutzer“ und „der Nutzer als Finalist“. Daher können die Besucher nicht allein fertige Entwürfe und deren Geschichte besichtigen, sondern auch in einem „partizipativen Wohnlabor“ die Horn’schen Ideen interaktiv nachempfinden. Die Ausstellung ist im Kunstgewerbemuseum Dresden (Schloss Pillnitz) vom 24. August bis zum 3. November 2019 zu sehen. In Vorbereitung darauf sucht das Museum noch nach persönlichen Geschichten zum Leben mit dem Montagemöbel Deutsche Werkstätten (MDW) von Rudolf Horn. (kb, 12.8.19)

Rudolf Horn, Montagemöbel der Deutschen Werkstätten (MDW), 1968 (Bild: VEB Möbelkombinat Deutsche Werkstätten Hellerau, Foto: 1968)