Schlagwort: Dresden

"Aufbruch und Neuanfang" (Plakatmotiv der Ausstellung der TU Dresden)

Aufbruch und Neuanfang

In Dresden wurde 1945 der größte Teil des Universitätsgeländes zerstört. Mit dem umfassenden Wiederauf- und Neubau in den 1950ern wurde nicht nur ein neues Kapitel der Hochschulgeschichte aufgeschlagen. In diesen Jahren gründete man auch die universitäre Kunstsammlung. 1954 wurde der Künstlerische Beirat ins Leben gerufen, der für die Ausstattung der neu gebauten Institutsgebäude zuständig war. Die in 1950er Jahren erworbenen oder bauftragten Kunstwerke machen knapp ein Drittel des heutigen Kunstbesitzes der TU Dresden aus.

Prägende Werke dieser Entwicklung werden in der TU Dresden jetzt als Ausstellung unter dem Titel „Aufbruch und Neuanfang“ pärsentiert. Nicht zu kurz kommen dabei auch die baugebundenen plastischen Werke bzw. architekturbezogene Arbeiten von Studenten und Professoren. Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Juli zu sehen in der Altana Galerie im Görges-Bau und anhand von baugebundener Kunst auf dem Campus. Folgeausstellungen und Publikationen zu den 1960er, 1970er, 1980erJahre sowie zur Nachwendezeit sind in Vorbereitung. (kb, 10.5.18)

„Aufbruch und Neuanfang“ (Plakatmotiv der Ausstellung der TU Dresden)

Der Dresdener Kulturpalast zu seiner Einweihung 1969 auf einer Briefmarke

Dresden ehrt Wolfgang Hänsch

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) soll einen geeigneten Vorschlag für eine dauerhafte städtische Ehrung des Architekten Wolfgang Hänsch (1929 – 2013) vorlegen. Das hat der Dresdener Stadtrat jetzt einstimmig auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beschlossen. Dabei soll die Stiftung Sächsischer Architekten, die den Hänsch-Nachlass verwaltet, in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Der war einer der wichtigsten Planer der Nachkriegsmoderne in Dresden, begründete Grünen-Fraktionsvorsitzender Thomas Löser den Antrag.

Der in Königsbrück nahe Dresden geborene Architekt entwarf unter anderem das Haus der Presse, das mittlerweile abgerissene Einkaufszentrum Webergasse und hatte maßgeblichen Anteil an der Ausführungsplanung des Kulturpalastes – dem zur Einweihung 1969 eine stylishe Briefmarke gewidmet wurde. Als Chefarchitekt war Wolfgang Hänsch zudem für den Wiederaufbau der Semperoper verantwortlich. Bei der Diskussion um den Umbau des Kulturpalastes hatte schon die damalige Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) vorgeschlagen, den erst ab 1991 freischaffenden Architekten angemessen zu ehren. Dieses Versprechen sei von der Stadt bislang nicht eingelöst worden, so der Fraktionsvorsitzende. (db, 12.12.17)

Der Dresdener Kulturpalast zu seiner Einweihung 1969 auf einer Briefmarke

Dresden, Zentralwerk Mitte (Bild: zentralwerk.de)

Industrie-Kultur-Parkour

Mit dem „Industrie Kultur Parkour“ erkundet der Verein „Konglomerat“ vom 13. bis 15. Oktober ehemalige Industriestandorte in Dresden. Zwei begleitete Stadtwanderungen führen zu ausgewählten Standorten. Projekthäuser öffnen ihre Türen und bieten in teils improvisierter Baustellenatmosphäre ein breites künstlerisches Programm. Mit von der Partie sind: das „Zentralwerk“ (in einer ehemaligen Waffenfabrik in Dresden-Pieschen), „GEH8“ (in einer ehemaligen Waggonwerkstatt in Dresden-Pieschen), „LÖ14“ (auf ehemaligem Gaswerkareal in Dresden-Neustadt), die „Blaue Fabrik“ (im ehemaligen Leipziger Bahnhof in Dresden-Neustadt), „OSTRALE“ (auf ehemaligem Schlachthofgelände in Dresden-Friedrichstadt), die „Betriebsküche“ (in einer ehemaligen Kantine in Dresden-Friedrichstadt), das „Kraftwerk Mitte“ (auf einem ehemaligen Gaskraftwerkareal in Dresden-Mitte), das „#Rosenwerk“ (in ehemaligem Post-Umschlagzentrum in Dresden-Löbtau) und das „Kino in der Fabrik“ (im ehemaligen Kupplungswerk in Dresden-Löbtau).

Das Industriekultur-Wochenende startet am 13. Oktober ab 19 Uhr im Kraftwerk Mitte mit einer Input-Veranstaltung. Am 14. und 15 Oktober folgen jeweils ab 19 Uhr – im Anschluss an die Stadtwanderungen – die Diskussions-Dinners. Zusätzlich gibt es vier kleinere Führungen mit historischem Schwerpunkt. Eindrücke und Erkenntnisse des Wochenendes bereiten die Veranstalter dann als Radiosendung als „Audiowalk“ auf. Damit wollen sie in Dresden das öffentliche Interesse wecken, zeigen, was diese Stadt bietet und danach fragen, was Industriekultur gerade hier bedeutet. Informationen und Anmeldungen sind online möglich unter: www.konglomerat.org/projekte/inkupa.html. (kb, 30.9.17)

Dresden, Zentralwerk (Bild: zentralwerk.de)

Dresden, Kulturpalast, nach 1970 (Foto: Richard Peter, Bild: Deutsche Fotothek df ld 0003137 001, CC BY SA 3.0)

Bruno Flierl in Dresden

In Dresden beleuchtet derzeit die Ausstellung „Der Dresdner Kulturpalast. Architektur als Auftrag“ im Stadtmuseum die Baugeschichte des jüngst sanierten Juwels der Ostmoderne. Nun wurde sie bis zum 3.10. verlängert. Spontanen Dresdnern und kurzentschlossen Reisefreudigen empfehlen wir aber bereits heute Abend den Besuch des Museums. Um 19 Uhr spricht der Architekturhistoriker Bruno Flierl zum Thema „Kultur – nicht Staat – in der Mitte der Stadt“.

Der in den 1960er Jahren erbaute Kulturpalast steht für ein alternatives Konzept von Stadtzentrum, das weit über die Grenzen Dresdens hinaus Gültigkeit beanspruchte. Kein Symbolbau der Politik, sondern ein Brennpunkt des kulturellen Lebens sollte die Stadtkrone bilden. Mit der Sanierung wurde das Nutzungskonzept des Kulturpalasts zwar verändert, seine symbolische und reale Aufgabe in Dresden blieb jedoch erhalten. Der Vortrag von Bruno Flierl verortet das historische Geschehen rund um den Kulturpalast  in der Baupolitik der DDR. Der Architekturhistoriker spricht dabei nicht nur als profilierter Kenner der Ostmoderne, sondern auch als Zeitzeuge. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. (jr, 12.9.17)

Dresden, Kulturpalast, nach 1970 (Foto: Richard Peter, Bild: Deutsche Fotothek df ld 0003137 001, CC BY SA 3.0)

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Feinschliff am Kulturpalast

In Dresden wurde kürzlich der sanierte Kulturpalast der Öffentlichkeit übergeben. Doch nun wird bereits das nächste Gerüst vor dem Kulti aufgebaut. Es gilt den Fahnenmasten des Baus, die in den nächsten Monaten saniert werden sollen. Das mächtige Gerüst, das laut den Dresdner Neuesten Nachrichten 30 Meter in der Höhe und 13 in der Länge misst, soll mit einer Plane verhängt werden und den bei der Sanierung anfallenden Schmutz abfangen. Die Fahnenmasten werden erstmals seit dem Bau im Jahr 1969 saniert, an ihnen haftet also noch immer die Farbe des Erstanstrichs. Sie zu entfernen, droht viel Staub aufzuwirbeln.

Ursprünglich waren für die Sanierung der Masten keine Mittel eingeplant. Da sich die Arbeiten an den Außenanlagen des Kulturpalasts aber günstiger als geplant gestalteten, wurde dieser Nachschlag finanziell möglich. Im November soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein. Wer sich am Gerüst stört, kann in einer Sonderausstellung des Stadtmuseums Dresden noch bis zum 17. September Fotografien und Modelle des unverstellten Kultis genießen. (jr, 1.8.17)

Dresden, Kulturpalast (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-1985-0918-026, CC BY SA 3.0)