4. Stern für Düsseldorf

Am 12. März 2015 blickte Düsseldorfs Architekturszene gebannt auf die Verleihung der MIPIM Awards in Cannes. Seit 1991 werden hier jährlich fünf weltweit herausragende Immobilienprojekte prämiert. Und am Ende gab es allen Grund zum Jubeln für die Rheinländer: Das Dreischeibenhaus, in den letzten zwei Jahren aufwendig saniert, machte in der Kategorie „Best Refurbishment“ das Rennen. Es ist bereits das vierte Mal, dass der Preis in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt geht. Entsprechend begeistert zeigte sich auch Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) in seiner Gratulation: „Düsseldorf hat den ‚vierten Stern‘ gewonnen!“

Noch 2010 war das Dreischeibenhaus von solchen Ehren weit entfernt. Mit dem Auszug des Thyssen-Krupp Konzerns, dem das denkmalgeschützte Bauwerk jahrzehntelang als Verwaltungsbau gedient hatte, stand es vor einer ungewissen Zukunft. Nach dem Verkauf an einen Investor übernahm schließlich das Büro HPP Architekten, das in den 1960er Jahren auch für Planung und Realisierung des Baus verantwortlich gewesen war, die Sanierung. Während die Büroräume umfassend modernisiert und das Gebäude an die heutigen energetischen Standards angepasst wurden, blieb die unverwechselbare Ästhetik des Dreischeibenhauses erhalten. Inzwischen ist es voll vermietet und wird auch die nächsten Jahrzehnte in Düsseldorf die Fahne des Internationalen Stils hochhalten. (jr, 17.3.15)

Hat den vierten Stern für Düsseldorf geholt: das Dreischeibenhaus (Bild: Johann H. Addicks, addicks@gmx.net, GNU oder CC 3.0)

Neues Leben fürs Dreischeibenhaus

Düsseldorf, Dreischeibenhaus (Bild: Johann H. Addicks, addicks@gmx.net, GNU oder CC 3.0)
Außen hat sich (fast) nichts geändert: das Düsseldorfer Dreischeibenhaus (Bild: Johann H. Addicks, addicks@gmx.net, GNU oder CC 3.0)

Revitalisierung ist ein Wort, das in der Architektur eigentlich nichts zu suchen hat. Als könne ein Haus sterben und müsse – „Schwester, den Defi bitte“ – wiederbelebt werden. Aber, um beim Wortstamm zu bleiben, neues Leben ist schon eingezogen ins Düsseldorfer Dreischeibenhaus. In das 94 Meter und 26 Geschosse hohe Baudenkmal, das 1960 als Verwaltungsbau für die – 1964 von Thyssen übernommene – Phoenix-Rheinrohr AG entstand.

Die gegeneinander verschobenen, sechs Meter breiten Scheiben gaben dem Bau seinen Namen. Rasch wurde der Stahlskelettbau des Düsseldorfer Büros HPP mit Vorhangfassade zum Inbegriff einer eleganten weltläufigen Moderne. Als Thyssen-Krupp 2010 auszog, stellt sich die Frage: Wie weiter mit dem denkmalgeschützten Baukunstwerk? Schließlich wurde das Hochhaus verkauft und über zwei Jahre – wieder vom Büro HPP – aufwändig saniert. Nach außen sollte (fast) alles beim Alten bleiben, doch nach innen wurden die Büroräume modernisiert und die Klimatisierung verbessert. So wurden die alten Brüstungselemente und Fassadenkonstruktionen mit einer Dreifachverglasung verbunden. Nun sind die ersten neuen Nutzer eingezogen, allen voran das Tourismusunternehmen alltours. (kb, 20.1.15)

Dreischeibenhochhaus verkauft

Das Dreischeibenhochhaus vom Gründgens-Platz aus gesehen (Bild: Johann H. Addicks)
Das Dreischeibenhochhaus vom Gründgens-Platz aus gesehen (Bild: Johann H. Addicks)

Das Düsseldorfer Dreischeibenhochhaus wechselt den Besitzer: Black Spots Investments übernimmt das Bauwerk von der Momeni Gruppe. Die Sanierung, die die beiden Unternehmen in den letzten Jahren vorangetrieben haben, kostete um die 220 Millionen Euro. Um den Vorgaben des Denkmalschutzes und gleichzeitig den Kriterien moderner Energieeffizienz zu genügen, versah man die Fenster mit Dreifachverglasung und zog im Gebäudeinneren eine zweite Fassade ein. Diese Investition verspricht sich aber zu lohnen; die umfassende Modernisierung des Baus wurde im Juli 2014 abgeschlossen, inzwischen ist er voll vermietet.

Das Dreischeibenhochhaus wurde in den Jahren 1957 bis 1960 nach Plänen der Architekten Helmut Hentrich und Hubert Petschnigg gebaut. Es gilt als einer der bedeutendsten baulichen Vertreter des Internationalen Stils in Deutschland. Bauherr war die zur Zeit des „Wirtschaftswunders“ boomende Phoenix-Rheinrohr AG, später residierte hier der Thyssen-Konzern. Seinen Namen erhielt das Dreischeibenhaus aufgrund der charakteristischen Konstruktion: Der mit einer Vorhangfassade versehene Stahlskelettbau gliedert sich in drei gegeneinander versetzte Hochhausscheiben. Seit 1988 steht der Gebäudekomplex unter Denkmalschutz. (jr, 3.11.2014)