Kirche im Wandel

Das DFG-Forschungsprojekt Sakralraumtransformation (Transara) der Universitäten Bonn, Köln, Wuppertal und Leipzig widmet sich den Wandlungen, denen liturgisch genutzte Räume in diesen Jahren unterworfen sind. Dabei konzentriert sich das Forscher:innen-Team auf die Untersuchungsräume Aachen und Leipzig, um eine ausgewogenen Vergleich zwischen Stadt und Land, Ost und West und unterschiedlichen konfessionellen Prägungen zu ermöglichen. Vom 8. bis zum 10. Juli 2021 veranstaltet Transara die digitale Konferenz „Kirche im Wandel – Erfahrungen und Perspektiven zwischen Eifel und Niederrhein und darüber hinaus!“ . Hier sollen erste Vorarbeiten des Projekts – die Erfassung und Kategorisierung von Kirchenumnutzungen in den beiden Transara-Untersuchungsgebieten – gebündelt und fächerübergeifend mit Gastdozent:innen diskutiert werden. Am Ende soll eine „interdisziplinäre Kriteriologie für die Bewertung und Steuerung von Transformationen“ stehen.

Nach einer Begrüßung und theologischen Einführung am Abend des 8. Juni steht der kommende Konferenztag ganz im Zeichen der praktischen Beispiele. Die vorgetragenen Themen reichen von den Umbrüchen im Baunkohleabbau über (neue) Formen der Bestattungskultur bis hin zu kulturellen Modellen und Räumen der Stille. Aber auch finanzielle und juristische Rahmenbedingungen werden angesprochen. Am Abend können ausgewählte Posterpräsentationen erkundet werden. Am 10. Juli stehen internationale Sakralraumtransformationen vorgestellt, bis die Tagung in eine Schlussdiskussion mündet. Die Tagungsleitung liegt bei Prof. em. Dr. Albert Gerhards, Dr. Kim de Wildt und Dr. Robert Plum. Im Rahmen der Tagung wird in einem Vortrag auch das moderneREGIONAL-Projekt „invisibilis“ vorgestellt, das aufgegebene, umgenutzte und abgerissene Kirchen dokumentiert. (kb, 27.6.21)

Castrop-Rauxel-Habigshorst, Neuapostol. Kirche, 2015 geschlossen und privat umgenutzt (Bild. via mapio.net)

Ungers und die Eifel

Oswald Mathias Ungers (1926-2007) ist nicht nur ein Kind der Eifel, sondern kehrte auch später immer wieder dorthin zurück. Hier baute er sich bis 1988 nicht allein ein Ferienhaus, sondern vielmehr eine ganze Anlage, ein postmodernes Gesamtkunstwerk. Nicht einmal ein asphaltierter Weg ist es, der zum Gebäude durch den Wald führt. Das Gebäude selbst, 17 x 17 Meter im Grundriss, liegt in einen Park, der ebenfalls dem 17-Meter-Raster unterworfen ist. Darin wurden zwei vorhandene Seen leicht verändert eingebunden. Weiter noch ein Atelierhaus, in dem sich die Gipssammlung befindet, und eine alte Kapelle.

Jedes Jahr lädt das Ungersarchiv Freunde und Förderer hier zu einem Sommerfest. Bei der diesjährigen Veranstaltung zusätzlich verknüpft mit einer Besichtigung der „Stiftung zur Förderung zeitgenössischer Kunst in Weidingen“. 150 Einwohner zählt der Ort, in dem Galerist Max Hetzler sich in den vergangenen Jahren ebenfalls ein Feriendomizil samt preisgekröntem Ausstellungshaus, Gästehaus und der Bibliothek Günter Förg errichtet hat. Die Verbindung zu Ungers: Dieser hatte den befreundeten Hetzler auf das Haus in Weidingen aufmerksam gemacht, das den Kern des jetzigen Stiftungsanwesens bildet. Noch mehr Ungers in der Eifel findet man in Utscheid. Für den nächstgrößeren Ort zu seinem Anwesen in Glashütte plante das Büro Ungers ein Gemeindehaus. (pl, 6.7.18)

Utscheid, Villa Glashütte (Bild: Peter Liptau, 2018)