Die Verkehrsfrage

Die Verkehrsfrage

Verkehrsfrage Berlin (Bild: Hermann-Henselmann-Stiftung)
Verkehrsfrage Berlin (Bild: Hermann-Henselmann-Stiftung)

2020 steht das 100-jährige Jubiläum von „Groß-Berlin“ an. 1920 wurde die Hauptstadt der Weimarer Republik per Gesetz zur Großstadtregion erklärt, zahlreiche bis dahin unabhängige Orte vor den Grenzen Berlins eingemeindet. Die Hermann-Henselmann-Stiftung nutzt das anstehende Jubiläum seit 2016, um bis zur 100-Jahrfeier in jährlichen Kolloquien einen Blick auf die Entwicklung der Stadt zu werfen. Nachdem im letzten Jahr die Wohnungsfrage im Fokus stand, dreht sich das zweite Kolloquium am 11. Februar 2017 im DAZ (Köpenicker Straße 48-49, Berlin) um die Verkehrsfrage.

Groß-Berlin war ebenso eng mit dem aufkommenden Schnellbahnverkehr verknüpft wie mit den Planungsgrundsätzen der autogerechten Stadt und der rasanten Entwicklung der Luftfahrt. Bahnhöfe und Flughäfen wurden zu Knotenpunkten der Stadt, die sich durch ihr Wachstum immer neuen logistischen Herausforderungen stellen musste. Die Konferenz nähert sich neben den historischen Antworten auf die Berliner Verkehrsfrage auch aktuellen Problemstellungen zu. Wie kann etwa eine nachhaltige Verkehrsplanung einer Großstadtregion in Zukunft aussehen? Und welche Rolle könnten die neuen und alten Flughäfen der Hauptstadt in Zukunft spielen? Der Eintritt zur Veranstaltung beträgt 10/6 Euro, anmelden kann man sich hier. (jr, 3.2.17)

Loheland: Von der Schiene unters Dach

Im hessischen Loheland, der wohl ältesten anthroposophischen Siedlung Deutschlands, steht eines der ungewöhnlichsten Baudenkmäler Lohelands: die »Waggonia«. Vier ausrangierte Reichsbahnwaggons wurden über Eck auf Sandsteinfundamente gesetzt und mit Satteldächern und einer Holzverschalung versehen. Das Ensemble beherbergte die Lederwerkstatt und die Schneiderei der Loheland Werkstätten GmbH, die Wohnstube eine der Komponistinnen Lohelands sowie die kunsthistorisch bedeutsame Lichtbildwerkstatt Loheland.

Am 8. Oktober beginnt der Expertenworkshop „Von der Schiene unters Dach“ um 10 Uhr im Tagungshotel Wiesenhaus (Loheland).  Das Atelier-Ensemble vertritt als Denkmal so sowohl Aspekte der Technik- als auch solche der Kulturgeschichte aus der Zeit der Reformbewegungen des frühen 20. Jahrhunderts. Impulsvorträge führen ins Thema ein und laden zum Gespräch. Der Workshop wird vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen und der Loheland-Stiftung veranstaltet und richtet sich an Kunsthistoriker, Architekten, Kultur- und Sozialwissenschaftler, Bahn-Enthusiasten und alle, die Interesse haben, kulturhistorisches Erbe zu entdecken und weiter zu tragen. Um Anmeldung wird gebeten an: M.Geyer@denkmalpflege-hessen.de. (kb. 12.9.15)

Renovierungsbedürftig und im Mittelpunkt eines Expertenworkshops: die 1927 aus vier Eisenbahnwaggons zusammgenfügte „Waggonia“ (Bild: K. Berkemann)

Greifswald: „Schienen für den Sultan“

Mitte September können Sie in Vorpommern gleich bei zwei Terminen in die Welt des sich modernisierenden Orients eintauchen. Zur Greifswalder Kulturnacht findet im Gustaf-Dalman-Institut (Treffpunkt am Eingang der Theologischen Fakultät) am 12. September um 20 Uhr die Lesung „Schienen für den Sultan“ statt. Vor dem Ersten Weltkrieg reiste der Pilger von Welt mit der Eisenbahn durchs Heilige Land. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden gleich mehrere Bahnstrecken mit deutschem Geld und Know How durch den Orient geschlagen. In der Lesung dreht sich alles um Eisenbahngeschichte(n) aus einer Zeit, als man sich für das Reisen noch Zeit nahm.

Zwei Tage später dreht sich beim Tag des offenen Denkmals alles ums Thema „Farbe“. Das Gustaf-Dalman-Institut birgt rund 15.000 historische Fotografien aus einer Zeit, als die Farbfotografie noch ein selten geübtes Experiment war. Umso spannender sind die dokumentarischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus einem Land, das es heute nicht mehr gibt: das Palästina der Bauern und Hirten vor 1914. Am 14. September wird um 11 und 13 Uhr (Treffpunkt am Eingang der Theologischen Fakultät) jeweils eine Sonderführung zum Thema „Palästina schwarz auf weiß“ durch die Gustaf-Dalman-Sammlung angeboten. (jr, 27.8.14)

Bahnhalt auf der Ebene Jesreel , um 1905 (Copyright: G.-Dalman-Institut Greifswald)