Architecture, Politics, & Identity

Architecture, Politics, & Identity

Architecture, Politics, and Identity (Bild: Pittsburgh Press)
Architecture, Politics, & Identity (Bild: Pittsburgh Press)

Als am 13. August 1961 – buchstäblich bei Nacht und Nebel – eine Mauer durch Berlin gezogen wurde, verändert das nicht nur die Weltpolitik. Durch die Frontstellung der beiden Blöcke wurde auch das ganz alltägliche Leben geprägt – und damit das Bauen im geteilten Berlin. Mit ihrem Buch „Architecture, Politics, and Identity in Divided Berlin“ wirft die Kunsthistorikerin und Filmwissenschaftlerin Emily Pugh einen Blick auf eben diese (städte-)baulichen Zusammenhänge.

Pugh skizziert nicht allein die architektonische Entwicklung vor dem Mauerbau und nach dem Mauerfall. Im Kern konzentriert sie sich auf ausgewählte Werke der Stadtplanung in beiden Teilen Berlins während der Zeit des Kalten Krieges. Als Schlüsselwerke vergleicht sie die Staatsbibliothek in der Potsdamer Straße (Hans Scharoun/Edgar Wisniewski, 1967-78) mit dem Palast der Republik (Heinz Graffunder/Kollektiv der Bauakademie der DDR, 1973-76) im Osten Berlins. Auf dieser Grundlage arbeitet sie heraus: Die staatlichen Strukturen beeinflussten in diesen Jahren entscheidend die Ausbildung politischer, kultureller und sozialer Identitäten. (kb, 27.9.14)

Emily Pugh, Architecture, Politics, & Identity in Divided Berlin, University of Pittsburgh Press, 2014, 456 Seiten, ISBN 9780822963028.

Common Ground

Common Ground

Common Ground. German Photographic Cultures Across the Iron Curtain (Bild: Yale University Press)
Common Ground. German Photographic Cultures Across the Iron Curtain (Bild: Yale University Press)

Mit ihrem Buch „Common Ground“ versucht Sarah E. James nichts Geringeres, als eine Gesamtschau: die Dokumentationsfotografie zweier deutscher Staaten aus drei Jahrzehnten. Mit dem „fremden“ Blick einer englischen Kunsthistorikerin schaut sie auf die fotografischen Arbeiten der 1950er bis 1980er Jahre dies- und jenseits des Eisernen Vorhangs. Hierfür wertet sie Ausstellungen, Publikationen und private Archive aus. Vor diesem Hintergrund arbeitet sie heraus, wie Bild-Serien und -Wiederholungen politisch instrumentalisiert werden. Zu Zeiten des Kalten Kriegs will man in Ost und West die jeweilige politische Staatslinie ebenso stützen wie die Solidarität mit den „großen Brüdern“, mit der UdSSR bzw. den USA.

Über den west- wie ostdeutschen Zusammenhang hinaus schaut James folgerichtig vergleichend auf die fotografische Produktion in der UdSSR, den USA und in Europa. Damit kann sie auch Persönlichkeiten der Fotogeschichte – Bernd und Hilla Becher und August Sander ebenso wie Evelyn Richter und Rudolf Schäfer – neu einordnen. Das Ergebnis ist eine Grundlagenstudie zur politischen und pädagogischen Funktion der nachkriegsmodernen Dokumentationsfotografie im zweigeteilten Deutschland. (kgb, 29.6.14)

Sarah E. James, Common Ground. German Photographic Cultures Across the Iron Curtain, Yale University Press, 2013, 320 Seiten, gebunden, 180 Abbildungen, 23 x 20 cm, ISBN 978-0300184440.

Postwar

Postwar

Karl-Marx-Plastik in Chemnitz (Bild: Aka)
Karl-Marx-Plastik in Chemnitz (Bild: Aka)

Nach 1945 gab es mehr als die Gegensatzpaare Ost und West, Karl Marx und Kapitalismus, Realismus und Abstraktion. Durch den und jenseits des Eisernen Vorhangs wurde Kunst auf vielfältige Weise geschaffen, erforscht und gedeutet. Diesen wechselvollen Bezügen folgt das Projekt „Postwar – Nachkriegskunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965″ mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen und Veröffentlichungen. Den Anfang macht das Vorhaben mit der gleichnamigen internationalen Konferenz vom 21. bis zum 24. Mai 2014 im Münchener Haus der Kunst. Die Veranstaltung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und das Goethe-Institut, Anmeldungen sind online möglich.