Erlangen: Hallenbad Frankenhof a. D.

Um es gleich vorweg zu sagen, den Fall haben wir hier leider öfter: steht unter Denkmalschutz, soll abgerissen werden. In diesem speziellen Fall geht es um ein Erlanger Hallenbad, einen Teil des Freizeitzentrums („Jugendzentrum“) Frankenhof, das die Architekten Johannes Ludwig und Werner Wirsing 1963 mit dem örtlichen Stadtbauamt umsetzen konnten. Der ganze Komplex wird gerade ertüchtigt zum „KuBiC – Kultur- und Bildungscampus“ (der alte Name klang irgendwie nach mehr Spaß). Dabei entschied sich die Stadt gegen eine Sanierung und für den Abriss des Hallenbads. Das Geld wolle man lieber in den Hallenbad-Neubau in der Damaschkestraße investieren, so das Argument.

Weniger aus Sorge um die Baukunst, wohl mehr aus Fürsorge für die Schwimmfähigkeiten des Nachwuchses sprach sich der Elternbeirat des Christian-Ernst-Gymnasiums per Petition gegen den Abriss aus. Das neue Hallenbad sei zu weit weg und mit der Zahl junger Erlanger Bürger stiege aktuell auch der Bedarf an „Schwimmplätzen“. Diese Argumente wurden nun im Landtagsausschuss für Kommunale Fragen, Innere Sicherheit und Sport (welch eine Themenkombination) diskutiert und der Abriss für rechtens erklärt. Die Abbrucharbeiten sollen von August bis November erfolgen. Was mit dem dann freiwerdenden Grundstück geschieht, ist noch nicht abschließend geklärt. (kb, 27.7.17)

Erlangen, Freizeitzentrum Frankenhof (Bild; Janericloebe, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Vom Unwillen der Fotografie

Vom Unwillen der Fotografie

Jean-Pol Grandmot, Selbstbporträt in der Dunkelkammer (Bild: CC BY 3.0)
Der Fotograf in der Geste des Künstlers: „Selbstporträt in der Dunkelkammer“ von Jean-Pol Grandmot (Bild: CC BY 3.0)

„Vom Unwillen der Fotografie, die Wirklichkeit abzubilden“, so einer der fast poetischen Vortragstitels eines Workshops der AG Fotografieforschung der GfM und des IMZ an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, der vom 1. bis zum 2. Juli 2016 in Erlangen (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, Kochstr. 6A, 91054 Erlangen) stattfinden soll. Thema sind, im spröden Wissenschaftsdeutsch, „Methoden der Fotoanalyse“. Im Vordergrund steht die Frage, welche besonderen Anforderungen das Medium Fotografie an die Analyse von Bildern stellt.

Der technische Charakter der jeweiligen Aufnahme soll dabei ebenso angesprochen werden wie etwa die Fülle des Bildmaterials. Die eingereichten Themen – vom historischen Fotoalbum über Glasplattennegative bis zu digitalen Aufnahmen im virtuellen Raum – bilden die Vielfalt des Mediums gut ab und geben so auch Gelegenheit darüber nachzudenken, ob für die Fotografie überhaupt allgemeinverbindliche methodische Eckpfeiler zu identifizieren sind. Der Workshop legt den Schwerpunkt auf die gemeinsame Diskussion. Daher werden die Papiere den Teilnehmern vorab zur Verfügung gestellt und beim Workshop selbst nur in einem kurzen Impulsreferat noch einmal aufgerufen. Der Workshop steht allen Interessierten offen, zur Organisation wird jedoch unbedingt um die vorherige Anmeldung an Anna Zeitler (annazeitler@gmx.de) gebeten. (kb, 15.6.16)