Kleiner Raum ganz groß

Vom Funktionsmöbel zum Designklassiker: Eine neue Publikation widmet sich der „Frankfurter Küche im Neuen Frankfurt“. Herausgeber des Sammelbands sind Klaus Kemp, Kurator am Frankfurter Museum für Angewandte Kunst, und Matthias Wagner K, der an der Offenbacher Hochschule für Gestaltung lehrt. In Zusammenarbeit mit der ernst-may-gesellschaft und dem Frankfurter Museum für Angewandte Kunst wird der Prototyp der Einbauküche in sechs Aufsätzen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Die Fachautoren der neuen Publikation berichten etwa über die designgeschichtliche Einordnung und über die aufwändige Restaurierung einer Frankfurter Küche. In den 1920er Jahren waren Architekten wie Margarete Schütte-Lihotzky und Ernst May angetreten, um die Wohnungsnot am Main mit einem ambitionierten Bauprogramm zu lindern. Ein elementarer Bestandteil der rationalen Konzeption war die nach tayloristischem Ideal geplante Küche. Noch bis vor wenigen Jahren wurden sie bei vielen Renovierungen im Container entsorgt. Heute steht die Frankfurter Küche im Museum of Modern Art in New York, im Victoria & Albert Museum London, im MAK Wien – und nicht zuletzt daheim im Museum für Angewandte Kunst. (mk, 6.9.20)

Kemp, Klaus/Wagner K, Matthias (Hg.), Die Frankfurter Küche im Neuen Frankfurt, hg. in Zusammenarbeit mit der ernst-may-gesellschaft e. V. und dem Museum Angewandte Kunst Frankfurt, Axel-Dielmann-Verlag, Frankfurt am Main 2020, 176 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86638-273-2.

Frankfurter Küche (Bild: ernst-may-gesellschaft)

Im Gespräch: Der Mainzer Ernst-Ludwig-Platz

Lange Zeit wurde der Ernst-Ludwig-Platz vernachlässigt, nun wird er zum Stadtgespräch: Am Donnerstag, den 16. Januar 2020 um 18 Uhr findet im Landesmuseum Mainz eine Gesprächsrunde mit dem Thema „Der Ernst-Ludwig-Platz in Mainz. Ein Freiraum der Nachkriegsmoderne im Spannungsfeld zwischen denkmalpflegerischer Würdigung, städtebaulicher Verdichtung und historisierender Neuschöpfung“ statt. Thomas Metz von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz wird mit einem Einführungsvortrag über die Hintergründe des Mainzer Wiederaufbaus informieren und die Entwürfe der beteiligten Planer Egon Hartmann und Ernst May vorstellen. Der Eintritt ist frei.

Den Rahmen für Vortrag und Gesprächsrunde bildet die aktuelle Ausstellung des Landesmuseums über den Architekten Egon Hartmann. Eine sehenswerte Ausstellung, da Hartmann sowohl in der DDR als auch in der BRD wichtige Positionen bekleidete und für die Nachkriegsarchitektur von der Stalinallee in Berlin bis zum Münchener Stadtteil Neuperlach wesentliche Impulse gab. Der breiten Öffentlichkeit blieb er jedoch bisher weitgehend unbekannt. Die Ausstellung ist noch bis zum 1. März 2020 im Landesmuseum Mainz zu sehen. (mk, 15.01.20)

Ernst-May-Gesellschaft ausgezeichnet

Zum vierten Mal seit 2004 vergibt der Bund Deutscher Architekten (BDA) im Lande Hessen aktuell die „BDA-Auszeichnung für Baukultur in Hessen“. Er würdigt damit das Engagement von „Persönlichkeiten, Institutionen und Initiativen, die sich in Hessen um gute Architektur“ einsetzen. Für 2019/20 zählen zu den Prämierten: Nikolaus Heiss (BDA Darmstadt), das „netzwerk frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen“/Birgit Kasper (BDA Frankfurt), Neubauten der Universität Kassel/Land Hessen mit LBIH und Universität Kassel, Abteilung für Bau, Technik und Liegenschaften (BDA Kassel), Dr. Alexander Klar (BDA Wiesbaden) – und die „ernst-may-gesellschaft e. V.“ , benannt durch den BDA Hessen.

Die Ernst-May-Gesellschaft engagiert sich für Erhalt und Vermittlung der Bauten des Frankfurter Stadtbaurats – aktuell intensiv im Horizont des Bauhausjahrs und mit Blick auf das kommende Jubiläum des Neuen Frankfurt. Die feierliche Übergabe der Auszeichnungen findet statt am 27. Februar 2020 ab 18 Uhr im Museum Wiesbaden mit einem Festvortrag des Journalisten Niels Boeing. (db, 27.11.19)

Frankfurt, Ernst-May-Haus (Bild: Urmelbeauftragter, CC BY SA 3.0)