Zinssers Modellarchitektur

Zinssers Modellarchitektur

conti-hochhaus-bild-christian-a-schroeder-cc-by-sa-4-0
Zinssers Conti-Hochhaus wird heute von der Universität genutzt (Bild: Christian A. Schroeder, CC BY SA 4.0)

In Hannover widmet sich eine Ausstellung der niedersächsischen Architektenkammer dem Werk des Architekten Ernst Zinsser. Neben Stadtbaurat Rudolf Hillebrecht war er einer der wesentlichen Akteure des Wiederaufbaus der Stadt. Er zeichnete für etliche Landmarken des neuen Hannovers verantwortlich, allen voran das Conti-Hochhaus; Zu dessen Eröffnung im Jahre 1953 war der Hauptverwaltungssitz der Gummiwerke der höchste Neubau der Bundesrepublik.

Bereits im Juli widmete sich eine Fotografieausstellung Zinssers Werk. Die Ausstellung der Architektenkammer nimmt unter dem Titel “Der Architekt Ernst Zinsser” seine Bauten nun mit Modellen in den Blick. Die neue Schau wurde in enger Kooperation mit der Leibnitz-Universität konzipiert. Deren Studenten haben den Bau der Zinsser-Modelle übernommen, die im Maßstab 1:100 bis 1:20 gehalten sind. Im Vorfeld erforschten die Nachwuchsarchitekten in umfangreichen Archivrecherchen 16 Bauten Zinssers, um eine Grundlage für die historisch korrekten Modelle zu erlangen. Die Ausstellung ist bis zum 12. Dezember 2016 im Haus der Architektenkammer Niedersachsen (Laveshaus, Friedrichswall 5, 30159 Hannover) zu sehen. (jr, 16.11.16)

Hannover modern

Hannover modern

Ernst_Zinsser_in_HannoverDer Architekt Ernst Zinsser stand lange – zu Unrecht – im Schatten seiner nachkriegsmodernen Berufskollegen wie Friedrich Wilhelm Kraemer oder Dieter Oesterlen. Doch der Diplom-Ingenieur Hartmut Möller entwickelte schon vor geraumer Zeit ein besonderes Faible für die Architektur dieses unterschätzten Baumeisters. Als Chronist hat er im Laufe der vergangenen Monate Fotos der Zinsser-Bauten in Hannover angefertigt. Während dieser Arbeiten kam er in Kontakt zu vielen derzeitigen Eigentümern und Nutzern, die ihm auch seltene Einsichten ins Innenleben dieser Architekturperlen erlaubten.

Die im Rahmen der Veranstaltungsreihe “ArchitekturZeit 2016” entstandene Ausstellung mit eben jenen Fotografien  versteht sich als Hommage an einen Planer, der das Stadtbild Hannovers in den 1950er-Jahren entschieden geprägt hat. Sie konzentriert sich auf sieben Bauwerke anhand von Gesamtansichten, Fassadendetails und Innenraumbildern. Die ergänzende Begleitpublikation deckt als Katalog umfassend den vollständigen, noch erhaltenen – bisweilen stark umgebauten – Bestand aus Zinssers lokalem Oeuvre ab. Aus Rücksicht auf die Privatsphäre wurden die Wohn- und Reihenhäuser ausgespart. Mehrfamilienhäuser und Geschäftsbauten, die im laufenden Verkehr stehen, sind jedoch enthalten. Die unglaubliche Fülle zeigt dabei Zinssers Tatendrang und Virtuosität auf engstem Raum, wie sie vermutlich selten zu finden sein dürfte. (kb, 17.7.16)

Ernst Zinsser in Hannover. Hartmut Möller. ArchitekturZeit 2016, Wasmuth-Verlag, Hannover 2016 , 116 Seiten, 104 Farbabbildungen, 29 x 18 cm, Klappenbroschur, ISBN 978 3 8030 0813 8.