Dresden: Meilensteine der Nachkriegsmoderne

In den 1960er Jahren verwandelte das industrielle Bauen auch das Stadtbild von Dresden. Rationelle Verfahren wie die serielle Vorfertigung wurden DDR-weit zum Symbol für Aufbruch und technischen Fortschritt erhoben. In Dresden entstanden in diesen Jahren wegweisende moderne Architekturen wie die Prager Straße, die Robotron-Kantine, der Fernsehturm und nicht zuletzt der Kulturpalast.

Zum 50-jährigen Jubiläum des Kulturpalastes hat die Stiftung Sächsischer Architekten eine besondere Ausstellung möglich gemacht. Im Mittelpunkt stehen die Bauten der Nachkriegsmoderne, die bis bis 1969, bis zum 20. Jahrestag der DDR vorangetrieben wurden. Gegenübergestellt werden Fotografien von 1969 und 2019, die aus annähernd der gleichen Perspektive aufgenommen wurden. So werden Geschichten sichtbar zwischen Erhalt und Verlust, zwischen Verfall und Sanierung. Die Ausstellung „1969 · 2019 – Meilensteine der Dresdner Nachkriegsmoderne“ ist im Kulturpalast Dresden (Zentrum für Baukultur Sachsen) noch zu sehen bis zum 19. Oktober 2019. (kb, 28.9.19)

Titelmotiv: Dresden-Wachwitz, Fernsehturm, ehemaliger Gastronomiebereich (Bild: Copyright Jan Oelker, 2019), unten: Modelle des Fernsehturms im Kulturpalast anlässlich der Ausstellung „1969 – 1919. Meilensteine der Dresdner Nachkriegsmoderne“ (Bilder: Fernsehturm Dresden e. V.)

Der Fernsehturmverein ( Fernsehturm Dresden e. V.) ist im Kulturpalast vor Ort, jeweils von 14 bis 17 Uhr: 1., 11., 15. und 18. Oktober 2019.

Fernsehturm Dresden macht wieder auf

Seit 1991 ist der Dresdener Fernsehturm für Besucher geschlossen. Nun steht das Finanzierungskonzept für die Sanierung des doppelstöckigen Turmrestaurants und der einst frei zugänglichen Bereiche: Nachdem der Bund bereits im vergangenen Herbst 12,8 Millionen Euro und damit die Hälfte der veranschlagten Kosten zusagte, sicherte mittlerweile auch das Land Sachsen einen 25-prozentigen Anteil zu. Den Rest der veranschlagten rund 25 Millionen Euro zur Reparatur des 252-Meter-Turms trägt die Stadt Dresden. Zwar gibt es noch keinen Zeitplan zur Wiedereröffnung, doch steht jetzt immerhin fest, dass das einst etwa 200.000 Besucher pro Jahr verzeichnende moderne Wahrzeichen nach bald 30 Jahren wieder zum öffentlichen Ort wird.

Der Baubeginn für den Fernsehturm war 1964, die Eröffnung fand am 7. Oktober 1969 statt, dem 20. Geburtstag der DDR. Architekten waren Kurt Nowotny, Hermann Rühle und Johannes Braune. Die Form (Spitzname: „Sektkelch“) wurde wohl durch den 1953-56 errichteten Fernsehturm Stuttgart inspiriert. In 145 Meter Höhe wartete der Turm mit dem Restaurant auf; eine ursprünglich geplante Gastronomie im Sockelbereich wurde damals nicht fertiggestellt, die Grundmauern stehen heute noch. Wenn alles wie geplant umgesetzt wird, kann man sich in absehbarer Zeit wieder mit dem Aufzug in lichte Höhen auf Kaffee und Kuchen begeben – oder 750 Stufen laufen! Doch zunächst geht nun die Suche nach einem Betreiber für die Gastronomie im denkmalgeschützten Ostmoderne-Bau los. (db, 19.5.19)

Dresden, Fernsehturm (Bild: Stefan Müller, CC BY SA 3.0)