Fotografie

Plakatmotiv der Ausstellung "Konstruktion im Blick. Ursula Becker-Mosbach. Fotografie 1950-1970" der Hamburgische Ingenieurkammer-Bau und des Hamburgischen Architekturarchivs (Bild: Ursula Becker-Mosbach)

Hamburg: Konstruktion im Blick

Zwischen 1950 und 1980 arbeitete die Fotografin Ursula Becker-Mosbach (1922–2002) in Hamburg für die bekannten Architekten sowie große Bau- und Industrieunternehmen der Zeit. Mit ihrer Kamera dokumentierte sie die Aufbauphase der Hansestadt nach dem Zweiten Weltkrieg. In der Ausstellung „Konstruktion im Blick – Ursula Becker-Mosbach. Fotografie 1950-1970“ präsentieren die Hamburgische Ingenieurkammer-Bau erstmals in diesem Umfang das Werk von Ursula Becker-Mosbach mit Schwerpunkt auf dem Ingenieurbau.

Damit legte die Fotografin über Jahrzehnte die konstruktive Seite der Nachkriegsmoderne frei: wie die Stahlskelette der Grindelhochhäuser, die Spannbetonsegmente der Faulbehälter des Klärwerkes Köhlbrandhöft sowie die von H. C. E. Eggers und der Howaldtwerft errichteten Stahlbauten. Die Ausstellung ist zu sehen vom 29. Mai bis zum 13. Juli 2019 im Rahmen des Hamburger Architektursommers 2019 im Levantehaus Hamburg (Galerie im Hochgeschoss, Mönckebergstraße 7, 20095 Hamburg). Die Eröffnung wird am 28. Mai um 18 Uhr im Levantehaus Hamburg gefeiert. (kb, 18.5.19)

Titelmotiv: Plakatmotiv der Ausstellung „Konstruktion im Blick. Ursula Becker-Mosbach. Fotografie 1950-1970“ der Hamburgische Ingenieurkammer-Bau und des Hamburgischen Architekturarchivs (Bild: Ursula Becker-Mosbach)

Sue Barr, "Autobahn" (Bild: Sue Barr, im Rahmen der Gruppenausstellung "Autobahn" im Gemeindehaus Stuttgart)

Auf dem Betonweg

Geliebt, gehasst und doch nicht mehr aus unserer urbanen Umwelt wegzudenken: Die Autobahn! Immer wieder zeigt sich in aktuellen Debatten um das Tempolimit, wie eng die emotionale Beziehung unserer Landsleute zum Schnellweg ist. Dabei wird häufig außer Acht gelassen, dass ganz Europa von den Lebensadern aus Asphalt und Beton durchzogen ist. Auch dort genießen die Strecken den Status des polarisierenden Kulturgutes und sind seit längerem in den Fokus künstlerischer Betrachtung gerückt. Wer schon immer auf die Autobahn abfuhr, wird sich in der Automobilmetropole Stuttgart vom 17. Mai bis zum 31. Juli 2019 die Ausstellung „Autobahn“ ansehen können.

Gezeigt werden Arbeiten der drei Künstler Sue Barr, Christoph Naumann, Hans Christian Schink und Jörg Brüggemann.  Die Britin Barr widmet sich in ihrem Werk „The Architecture of Transit“ den italienischen Autobahnen zwischen Neapel und den Alpen. Naumann machte 2015 eine Kameraexpedition entlang der A3 zwischen Österreich und Duisburg. Der Schwerpunkt Schinks liegt auf den großangelegten Infrastrukturprojekten im Nachwende-Ostdeutschland. Brüggemanns Fotografien versuchen den Alltag auf den Autobahnen in seiner ganzen Bandbreite einzufangen. Die Vernissage wird  am 17.Mai.2019 um 19 Uhr in der Galerie Hartmann Projekts (Breitscheidstr. 48/70176 Stuttgart) stattfinden.(jm, 16.5.19)

Sue Barr, „Autobahn“ (Bild: Sue Barr, im Rahmen der Gruppenausstellung „Autobahn“ im Gemeindehaus Stuttgart)

Maleschka goes Erfurt

„Holt die die Wäsche rein, Maleschka kommt in die Stadt!“ Aber nein, wenn der Fotokünstler auch aktuell zum fahrenden Volk zu zählen scheint, sollten die Erfurter lieber die Kulis für die Signierstunde zücken. Denn morgen, am 18. April 2019 eröffnet Martin Maleschka – seit 2014 auf Vermittlung von Volker Nienstedt und Mark Escherich zum zweiten Mal – um 18 Uhr im Speicher Erfurt eine Ausstellung mit ausgewählten Fotografien baubezogener Kunst der DDR. In einem Vortrag zeigt Maleschka am 18. April Positiv- aber leider auch zahlreiche Negativbeispiele im Umgang damit. Bereits seit einigen Jahren arbeitet sich der Architekt und Fotograf mit wachen Augen durch die Architektur der Ostmoderne. Sein aktueller Schwerpunkt liegt in der baugebundenen Kunst, die er in seiner neuesten Publikation bei DOM publishers vorstellt sowie in verschiedenen Ausstellungen und Buchvorstellungen in einzelne ostmoderne Städte bringt. (kb, 17.4.19)

(Bild: Plakatmotiv von Martin Maleschka)

Auf dem Rummelplatz, Berlin, 1969 (Bild: © Roger Melis Nachlass)

Die Ostdeutschen

Roger Melis (1940-2009) gilt als führender Vertreter des ostdeutschen Fotorealismus. Bekannt wurde er in den 1960er und 1970er Jahren vor allem für seine Künstlerporträts – ob Anna Seghers, Heiner Müller, Christa Wolf, Sarah Kirsch oder Wolf Biermann. Mit der Kamera dokumentierte der Berliner Fotograf aber ebenso die unbekannten Bewohner der DDR zwischen dem Bau und dem Fall der Mauer. Über drei Jahrzehnte hielt Melis so ganz unideologisch das Alltagsleben im „Arbeiter und Bauern“-Staat fest.

Die Ausstellung „Roger Melis. Die Ostdeutschen“ ist vom 12. April bis zum 28. Juli 2019 zu sehen in der Berliner Reinbeckhallen (Reinbeckstraße 17). Die Vernissage wird am 11. April um 19 Uhr begangen. Die von der Stiftung Reinbeckhallen ausgerichtete und von Mathias Bertram kuratierte Ausstellung – eine Kooperation mit der LOOCK Galerie und dem Roger Melis Archiv – bildet die bislang umfangreichste Retrospektive der DDR-Fotografien von Roger Melis. Begleitend erscheinen im Lehmstedt Verlag „Die Ostdeutschen“ mit Reportagen und Porträts aus dem Nachlass des Künstlers sowie eine zweisprachige Neuausgabe von „In einem stillen Land“. (kb, 18.2.19)

oben: Auf dem Rummelplatz, Berlin, 1969; unten: Eva-Maria Hagen, Berlin, ca. 1965 (Bilder: © Roger Melis Nachlass)

Karl Blossfeldt: Haarfarn. Junge, noch eingerollte Wedel, o. J. (Bild: © Courtesy, Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln in Kooperation mit der Sammlung Karl Blossfeldt in der Universität der Künste, Berlin, Universitätsarchiv, 2019)

Rein pflanzlich

Fotografie ist Hilfsmittel. Fotografie ist Kunst. Stimmt alles, irgendwie. Karl Blosfeldt (1865-1932) etwa erstellte seine spätere berühmt werdenden Pflanzenaufnahmen zunächst als Vorlage für Zeichenschüler. Dabei hat er seine floralen Motive so gekonnt ins Graphische übersteigert, dass schon seine Zeitgenossen darin Kunst sahen. Den einen gilt er damit als Vertreter eines nüchternen Jugendstil, andere sehen bei ihm schon Anklänge an die Neue Sachlichkeit.

Die Ausstellung „Poesie der Pflanzen“, eine Präsentation der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur Köln, ist vom 22. Februar bis zum 21. Juli 2019 zu sehen. Dabei werden Aufnahmen von Blossfeldt den Werken des zeitgenössischen Fotokünstlers Jim Dine gegenübergestellt, der drei Jahre nach Blossfeldts Tod geboren wurde. Beide nähern sich der Welt der Pflanzen weniger mit botanischem Interesse, als vielmehr mit einem Auge für die darin verborgenen Formen. So wird Florales zur Graphik, zur Skulptur – und verbindet damit gleich mehrere Kunstgattungen Generationen von Fotografen. (kb, 2.2.19)

Karl Blossfeldt: Haarfarn. Junge, noch eingerollte Wedel, o. J. (Bild: © Courtesy, Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln in Kooperation mit der Sammlung Karl Blossfeldt in der Universität der Künste, Berlin, Universitätsarchiv, 2019)

Kalender "Bauhaus 2019" (Foto: Sebastian Wanke)

Bauhaus aus der Luft

Weihnachten ist auch dieses Jahr wieder am 24. Dezember – daher haben wir wieder einen Geschenketipp für Sie: ein saisonaler Wandschmuck mit Luftfotografien zum Thema Bauhaus. Der Fotograf Sebastian Wanke nahm das Jubiläumsjahr 2019 zum Anlass für 13 Luftbilder. So werden die technischen und gestalterischen Entwicklungen in graphischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen auf ganz neue Weise erfahrbar. Der Kalender (20 x 30 cm, 330-Gramm-Papier) entstand in Kooperation mit Philipp Specht in einer limitierten Auflage von 200 Exemplaren, die Bestellung ist direkt möglich über selekkt. Ein Plus: In den Kalender wurden schon die wichtigsten Bauhausdaten und die Geburtstage der dortigen Meister eingetragen.

Und, passend zum Jubiläumsjahr, steht auch eine Krefelder Tagung ganz im „Zeichen des Bauhauses“: Im Kaiser-Wilhelm-Museum geht es vom 3. bis 4. Mai 2019 um „Kunst und Technik 1919-2019“. Für diese Jahrestagung der Gesellschaft für Designgeschichte e. V. werden noch Themenvorschläge gesucht – unter dem Motto von Walter Gropius zur ersten Bauhaus-Ausstellung 1923 im Haus Am Horn in Weimar, „Kunst und Technik – eine neue Einheit“. Abstracts (350 bis 400 Wörter und eine Kurzbiografie) für einen thematisch passenden Vortrag sind willkommen bis zum 7. Januar 2019 unter: info@gfdg.org. (kb, 3.12.18)