Schlagwort: Fotografie

Badende Schönheit in den USA der 1950er Jahre (Bild: H. Armstrong Roberts, Getty Images)

Jetzt ein Pool!

Wenn es für die ersehnten sechs Wochen am Meer nicht gereicht hat, dann doch zumindest Pool zu Hause vor der heimischen Terrassentür. Oder für den wundervollen Bildband „Der Swimming Pool in der Fotografie“, der das Urlaubsgefühl auf den Coffeetable holt. Denn hier bekommt der geneigte Leser moderne Architektur in ihrer wohl erfrischendsten Form. Auf 240 Buchseiten kommen 200 Abbildungen, vor allem aus den retroschönen Zeiten der 1950er und 1960er Jahre. Denn in den Wirtschaftswunderjahren avancierte der Swimming Pool auch hierzulande rasch zur stilsicheren Zurschaustellung des eigenen Erfolgs – und des neuesten Einteilers. Obendrauf war er auch noch fürs sportive Planschen zu gebrauchen.

Auch Filmschaffende und Fotografen haben den Pool rasch für sich entdeckt. Zu verlockend waren die Lichtreflexe, die entspannte und zugleich erotisch untermalte Stimmung am Beckenrand. Hier ließen sich Filmstars, Models und andere Schönheiten gerne ablichten, u. a. von Henri Cartier-Bresson, Gigi Cifali, Stuart Franklin, Harry Gruyaert, Emma Hartvig, Jacques Henri Lartigue, Joel Meyerowitz, Martin Parr, Paolo Pelligrin, Mack Sennett, Alec Soth, Larry Sultan und Alex Webb. Und, keine Sorge wegen des Bildungsauftrags: Es gibt auch Pool-Architekturen von Le Corbusier und Co. zu bestaunen. (kb, 16.7.18)

Der Swimming Pool in der Fotografie, Hatje Cantz Verlag, 240 Seiten, 200 Abbildungen, 27 x 25 cm, Deutsch, ISBN-13: 9783775744089.

Badende Schönheit in den USA der 1950er Jahre (Bild: H. Armstrong Roberts, Getty Images)

Franz Roh, Bei mir kann geparkt werden, um 1925 (Foto: Dr. Richard Hampe)

„Bei mir kann geparkt werden“

Im Rahmen der 7. Triennale der Photographie „Breaking Point. Searching for Change“ zeigt das Altonaer Museum die Ausstellung „[RETURN] Fotografie in der Weimarer Republik“. Die Schau gehört zugleich zu den Veranstaltungen der Stadt Hamburg zum „Gedenkjahr 1918/19: Aufbruch in die Demokratie“. Denn gerade die Fotografie begleitet die junge Republik in allen ihren Wandlungen und erfand sich zugleich selbst neu.

Im Altonaer Museum markiert die Ausstellung vier Themenkreise: „Revolution und Republik“, „Vom Slowfox zum Grotesktanz“, „Die Mode der Goldenen Zwanziger“ und „Von der Neuen Sachlichkeit zum Neuen Sehen“. Dabei versteht sich die Bildauswahl als Vorschau auf die Ausstellung „Fotografie in der Weimarer Republik 1918-1933“, die 2019 im LVR-LandesMuseum Bonn zu sehen sein wird. In Altona werden daher ortsgeschichtliche Schwerpunkte gesetzt, indem man mit Fotografien aus dem eigenen Archiv arbeitet.  Ausewählt wurden z. B. Aufnahmen zum „Altonaer Blutsonntag“ am 17. Juli 1932. Dieser diente als Vorwand für die Absetzung der preußischen Regierung und die Einschränkung der Grundrechte – und bahnte damit auch dem NS-Staat den Weg. (kb, 9.6.18)

Titelmotiv: Franz Roh, Bei mir kann geparkt werden, um 1925 (Foto: Dr. Richard Hampe)

Mondrian-Kleid, Yves Saint Laurent (Bild: Eric Koch/Anefo (Nationaal Archief), CC BY-SA 3.0)

Moderne auf Stoff und Papier

Gleich zweimal geht es aktuell um die dreidimensionale Moderne auf zweidimensionalen Medien: auf Stoff und Papier. Bei der geplanten die Publikation „Textile Moderne“ (Böhlau Verlag) geht es um Textilien als avantgardistische (Kultur-)Techniken und als künstlerisches Experimentierfeld zwischen den 1850er und den 1950er Jahren: von der Stickerei über Weben, Textildruck und -collage bis hin zu Wohntextilien, Mode und textile Architekturen. Bis zum 15. Juni 2018 können Abstracts (bis max. 3.000 Zeichen) in einem pdf-Dokument gesendet werden an: Prof. Dr. Burcu Dogramaci (Institut für Kunstgeschichte, LMU München), burcu.dogramaci@lmu.de. Die Beiträge sollen später in deutscher oder englischer Sprache 35.000 Zeichen umfassen und bis spätestens 15. Dezember 2018 vorliegen.

Auch das Medium Papier spiegelt die Moderne in besonderer Weise: Das Symposium „Architekturfotografie der Spätmoderne“ will dieses Thema am 31. Mai 2018 im Berliner Museum für Fotografie (Jebensstraße 2, 10623 Berlin) mit Blick auf (West-)Deutschland, Österreich und die USA ausloten. Denn in der Architekturfotografie der 1960er Jahre verdichten sich die architektonischen Debatten dieser Zeit. Die damals zahlreich erscheinenden Architekturzeitschriften boten ein neues Forum für diesen Bereich der Fotografie. Aus der Reportage- und Magazinfotografie wurden dafür lebensnahe Darstellungsformen in die Architekturfotografie übernommen. Anlass des Symposiums ist die Ausstellung zum Werk Sigrid Neuberts. (kb, 20.5.18)

Mondrian-Kleid, Yves Saint Laurent (Bild: Eric Koch/Anefo (Nationaal Archief), CC BY SA 3.0)

Bernd Bartetzko mit Modellbahn (Bild: privat, 1958)

Das neue mR-Heft ist online!

Wie war das damals an Weihnachten? Stand da auch die Modellbahn neben dem Baum oder haben Sie lieber nach der Bescherung im stillen Kämmerlein an Ihrer Miniaturwelt gebastelt? Vielleicht gehören Sie ja sogar zu den Glücklichen, deren Anlage das ganze Jahr aufgebaut in Keller oder Kinderzimmer stand! Wir haben Sie nach Ihren Modellbau-Erinnerungen gefragt: Kindheits- und Jugendbilder mit der Miniatur-Eisenbahn und den dazugehörigen Bausätzen.

Die schönsten Einsendungen zeigen wir in unserem neuen mR-Heft „Modell Moderne – Wir haben alle mal klein angefangen“ (Redaktion: D. Bartetzko/K. Berkemann) online – und noch bis zum 7. September 2018 analog im Rahmen unserer Ausstellung „märklinMODERNE“ im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt. Zum vertiefenden Weiterblättern empfehlen wir den dazugehörigen Katalog, erschienen im Jovis Verlag. (db/kb, 14.5.18)

Zum Heft geht es hier!

Titelmotiv: Bernd Bartetzko mit Modellbahn (Bild: privat, 1958)

Handicapped Car (Copyright Beni Bischof ; Bild: Kommunale Galerie Berlin)

Abgefahren!

Fetisch oder Fluch? Das Auto bestimmt das Alltagsleben vieler Menschen, und es gibt gleichzeitig wohl kaum einen Gegenstand, der so sehr polarisiert: Designikone und Umweltkiller, Statussymbol und Notwendigkeit, Hassobjekt und Lieblingsstück. Die Ambivalenz wird von Industrie und Werbung noch befeuert – auch, wenn sich die Ära des Verbrennungsmotors womöglich dem Ende zuneigt. Die Fotoausstellung DRIVE DROVE DRIVEN präsentiert unterschiedliche Automodelle und künstlerische Ansätze in über 60 Aufnahmen. Abbilder einer Gesellschaft, in dem ein Abgesang auf unsere automobile Gegenwart genauso aufblitzt wie die Faszination für den schlichten Gegenstand.

Die erste Station war in der Automobilnation USA, nun ist DRIVE DROVE DRIVEN vom fernen Omaha in die Kommunale Galerie Berlin gekommen: kuratiert von Matthias Harder, mit Werken unter anderem von Clara Bahlsen, Beni Bischof, Larry Ferguson, James Hendrickson, Charles Johnstone, Melina Papageorgiou und Michael Witte. Bis 8. April bietet die Ausstellung Entscheidungshilfe bei der Frage, ob man der Faszination Auto erliegen möchte, oder ob man zur wachsenden Zahl der Anti-Autler gehört. Einen Mittelweg scheint es heute irgendwie nicht mehr zu geben … Kommunale Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176; Di-Fr 10-17 Uhr, Mi 10-19 Uhr, So 11-17 Uhr (db, 18.2.18)

Beni Bischof, Handicapped Car (Copyright Beni Bischof/Kommunale Galerie Berlin)