Ja ist denn schon?

Die Weihnachtszeit und die Architekturmoderne haben eins gemeinsam: Ihre wirklich guten Seiten beginnen im Kleinen. Genau jenen Details hat sich der in Frankfurt geborene Künstler Frank Kunert verschrieben. Als Modellbauer und Fotograf hat er sich seit den 1990er Jahren spezialisiert auf kuriose Bilder über die ganz alltäglichen Abgründe – und diese finden bei Kunert häufig in mausgrauer Moderne statt.

In Dreieich werden ab dem 9. November 2019 unter dem Titel „Schöne Bescherung!“ (großformatige) Fotos sowie Originalmodelle von Frank Kunert gezeigt – alle Arbeiten rund um die absurden Seiten der Advents- und Weihnachtszeit. Die Ausstellung ist bis zum 12. Januar 2020 zu sehen im Dreieich-Museum (Fahrgasse 52. 63303 Dreieich), wo Kunert damit bereits zum zweiten Mal mit seinen Werken zu Gast ist. (kb, 6.11.10)

Motiv von Frank Kunert (Bild: Frank Kunert)

Berlin: 50 Jahre Fernsehturm

Vor 50 Jahren wollten viele (Ost-)Berliner hoch hinaus, als am 3. Oktober 1969 der Fernsehturm eröffnet wurde. Das prestigeträchtige Bauwerk ist bis heute das höchste Gebäude Deutschlands und zieht Jahr für Jahr zahlreiche Besucher in seinen Bann. So unumstritten war der Fernsehturm allerdings nicht von Beginn an, wie eine Ausstellung der Initiative Offene Mitte Berlin in Kooperation mit dem Landesdenkmalamt Berlin zeigt. Der bauliche Griff nach den Sternen war mitten im Kalten Krieg eine Provokation. Daher verwundert es nicht, dass Sowjetunion und USA in der Baugeschichte des Fernsehturms eine wichtige Rolle spielen.

Wie der Titel „50 Jahre Berliner Fernsehturm – zwischen Alltagsleben und Weltpolitik“ bereits andeutet, beleuchtet die Ausstellung die politischen Kontroversen und das (sub-)kulturelle Geschehen im und um den Berliner Fernsehturm. Pünktlich zum 50. Jahrestag findet am 3. Oktober 2019 um 12 Uhr auf dem Freigelände um den Fernsehturm die Vernissage statt. Nach der Begrüßung wird es eine Führung durch die Ausstellung geben. (mk, 2.10.19)

Berlin, Arbeiter beim Bau des Fernsehturmes, 1967 (Bild: Copyright ddrbildarchiv.de/Klaus Morgenstern)

Ost Places

Eine Fotosafari macht erst dann Sinn, wenn es etwas zu jagen gibt: Übertragen auf die Architektur, trifft dies in besonderer Weise auf die Ostmoderne zu. Vieles ist schon weg, manches noch da und anderes wartet verborgen auf den kundigen Sucher. Der Fotograf und studierte Historiker Andreas Metz hat sich zwei Jahre – vorzugsweise mit Bahn und Rad – Zeit genommen für diese ertragreiche Bilderreise.

Am Ende wurden es 15.000 Fotos aus ganz Ostdeutschland. Sein persönliches Best-of hat Metz nun im Verlag Neues Leben zu einem opulenten Bildband zusammengestellt. Für ihn erzählen diese Motive „von Aufbruch und Abbruch, Heimat und Heimatverlust, von Siegern und Besiegten, verblühten und aufblühenden Landschaften“. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung seien aus Ost Places Lost Places geworden. (kb, 23.9.19)

Metz, Andreas, Ost Places. Vom Verscheinden und Wiederfinden der DDR, Verlag Neues Leben, Berlin 2019.

Titelmotiv: Andreas Metz, „Ostplaces“ (Bild: Buchcover, Detail, Verlag Neues Leben)