Ja ist denn schon?

Die Weihnachtszeit und die Architekturmoderne haben eins gemeinsam: Ihre wirklich guten Seiten beginnen im Kleinen. Genau jenen Details hat sich der in Frankfurt geborene Künstler Frank Kunert verschrieben. Als Modellbauer und Fotograf hat er sich seit den 1990er Jahren spezialisiert auf kuriose Bilder über die ganz alltäglichen Abgründe – und diese finden bei Kunert häufig in mausgrauer Moderne statt.

In Dreieich werden ab dem 9. November 2019 unter dem Titel „Schöne Bescherung!“ (großformatige) Fotos sowie Originalmodelle von Frank Kunert gezeigt – alle Arbeiten rund um die absurden Seiten der Advents- und Weihnachtszeit. Die Ausstellung ist bis zum 12. Januar 2020 zu sehen im Dreieich-Museum (Fahrgasse 52. 63303 Dreieich), wo Kunert damit bereits zum zweiten Mal mit seinen Werken zu Gast ist. (kb, 6.11.10)

Motiv von Frank Kunert (Bild: Frank Kunert)

Frank Kunerts Kleinanzeigen

Seine Architekturen haben Widerhaken: Sie laufen irgendwo ins Leere oder Absurde. Der Künstler Frank Kunert baut und fotografiert Miniaturwelten, hier mit Vorliebe die grautönige Moderne. Mit Knete und Leichtschaumplatte erstellt der gebürtige Frankfurter so die Vorbilder und Motive seiner Fotografien – analog, denn digital sei inzwischen schon genug.

Kunerts Miniaturwelten liegen jetzt auch ganz frisch – Weihnachten rückt näher – als Memory zu kaufen. Für das Memospiel „Kleinanzeigen“ muss der geneigte Modernist nicht nur Bilder wiedererkennen, sondern diesen auch noch Texte zuordnen. Da wird das aufgeständerte, nur via Feuerleiter zu erreichende Brutalismus-Hotel angepriesen als „Kletterurlaub am Meer“. Da sucht die Abstellkammer mit Toilette und darüber gestapelter Einrichtung unter „erstbeste Gelegenheit“ einen Mieter. Wer nach dem Legespiel Blut geleckt hat, dem sei dann eine der kommenden Ausstellungen Kunerts empfohlen, deren Termine online eingesehen werden können. (kb, 27.10.18)

Bilder: Frank Kunert/Verlag Metermorphosen