Publicity für Pingusson

In Saarbrücken geht die Debatte um die Zukunft der ehemaligen französischen Botschaft weiter. Der Bau entstand 1951-1954 nach Plänen des französischen Architekten Georges-Henri Pingusson während der Zeit der nationalstaatlichen Unabhängigkeit des Saarlandes nach dem 2. Weltkrieg. Nun ist womöglich ein weiterer Schritt hin zu seiner Rettung getan: Ein neuer Sammelband rund um das Bauwerk garantiert zumindest öffentliche Aufmerksamkeit.

Neben Aufsätzen zur Baugeschichte und historischen Fotos enthält er – mit Grußworten des französischen Generalkonsuls in Saarbrücken, Frédéric Joureau und des saarländischen Kultusministers Ulrich Commerçon – zwei prominente Plädoyers für den Erhalt. Das Buch ist für deutsche und französische Leser durchgängig zweisprachig gestaltet. Er knüpft damit an die Gedanken an, den Bau zum Symbol für die deutsch-französische Freundschaft und die europäische Integration zu machen. Diese Idee hatte auch ein internationaler Expertenkongress stark gemacht, den der saarländische Werkbund 2014 in dem leerstehenden Gebäude veranstalte. (jr, 28.1.15)

Die ehemalige Französische Botschaft in Saarbrücken von Georges-Henri Pingusson, hg. vom Deutschen Werkbund Saarland und vom Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Verlag St. Johann GmbH, Saarbrücken 2014, 128 Seiten, ISBN 3-938070-90-9.

Zukunft weiterhin ungewiss: die ehemalige französische Botschaft in Saarbrücken (Foto: © Marco Kany | marcokany.de)

Kein Geld für Pingussons Botschaft?

In Saarbrücken droht die Sanierung der ehemaligen Französischen Botschaft an den Finanzen zu scheitern. Als das Saarland noch näher zu Frankreich gehörte, entstand hier 1951-54 ein Dienstsitz für den französischen Botschafter. Der Architekt Georges-Henri Pingusson (1894-1978) entwarf einen klaren modernen Bau, der kurz darauf zum Kultusministerium des neuen Bundeslands umgenutzt wurde.

Seit 1985 steht das Bauwerk unter Denkmalschutz, seit April 2014 stehen die Räume leer. Eine Sanierung wird – so die Saarbrücker Zeitung – auf Kosten zwischen 16 und 40 Millionen Euro geschätzt. Henning Freese, Vorsitzender des Landesdenkmalrats, hingegen prangert an: „Seit Jahrzehnten ist dort keine Renovierung erfolgt. Man hat es verkommen lassen.“ Und durch einen längeren Leerstand werde die Sache nicht besser. Gegenwärtig denke man über einen Teilabriss nach. Wer einen eigenen Blick in die Räume werfen will, kann dies online mit der Fotodokumentation von Marco Kany tun. (kb, 6.8.14)

Seit April 2014 steht die eh. Französische Botschaft in Saarbrücken leer (Bild: Phrontis)