Theoretikerinnen des Städtebaus

Theoretikerinnen des Städtebaus

Theoretikerinnen_des_Staedtebaus_Bild_Reimer-VerlagEigentlich wäre es schöner, wenn dieses Buch kein Thema für uns wäre. Wenn Frauen schon seit Jahrhunderten nachweisbar einen prägenden Beitrag zum Städtebau hätten leisten können. Aber, so wie die Geschichte nun einmal gelaufen ist, geht es im folgenden Buch vorwiegend um Entwicklungen der Architekturmoderne: Frauen und die Planung von Städten, dies war bislang ein ungeschriebenes Kapitel der Städtebaugeschichte. Im Reimer-Verlag haben sich nun Katia Frey und Eliana Perotti vorgenommen, die Bedeutung der Autorinnen und Akteurinnen anhand ihrer Schriften und Pläne nachzuzeichnen – auch durch den Abdruck von zahlreichen Quellentexten aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Die Autorinnen und Autoren der Fachbeiträge widmen sich prägenden Strömungen der Moderne: von der amerikanischen cooperative housekeeping-Bewegung (1870–1930) über Thea von Harbous Drehbuch und Roman zum Film „Metropolis“ bis zu den städtebaulichen Konzepten österreichischer Architektinnen in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Dabei geht es den beiden Herausgeberinnen – Katia Frey und Eliana Perotti sind leitende wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur der ETH Zürich – nicht nur um eine städtebauliche Geschichtsschreibung. Vielmehr begeben sie sich auch auf die Suche nach neuen theoretischen Denkmodellen für die heutige Stadtplanung. (kb, 11.2.16)

Frey, Katia/Perotti, Eliana (Hg.), Theoretikerinnen des Städtebaus. Texte und Projekte für die Stadt, Reimer-Verlag, Berlin 2015, 352 S. m. 42 sw-Abb., 17 x 24 cm, Broschur, ISBN 978-3-496-01532-1.

Frauenfrage und Architektur

Frauenfrage und Architektur

Galt in den 1920er Jahren als wchtiger Beitrag zur weiblichen Emanzipation: die Frankfurter Küche nach Entwurf der Architektin Schütte-Lihotzky (Bild: pd)
Galt in den 1920er Jahren als wchtiger Beitrag zur weiblichen Emanzipation: die Frankfurter Küche nach Entwurf der Architektin Schütte-Lihotzky (Bild: pd)

Eine neue Gesellschaft bauen – diesen Anspruch schrieben sich viele bedeutsame Architekten auf die Fahne. Sie sprachen der eigenen Arbeit eine elementare Rolle bei der gesellschaftlichen Transformation zu. Und sie wurden entsprechend in die Pflicht genommen. Kaum eine Utopie überging die Frage nach ihrer baulichen Verwirklichung. Und kaum eine Utopie kam ohne eine Reform des Geschlechterverhältnisses aus. Schon im 19. Jahrhundert stritt sich Europa mit der „Frauenfrage“ darum, wie weibliche Emanzipation aussehen und welchen Beitrag die Architektur dazu liefern könnte – und die Debatte setzt sich in abgewandelter Form bis heute fort.

Das Geisteswissenschaftliche Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität Leipzig (GWZO) widmet dem Themenkomplex „Frauenfrage und Architektur“ am 8. und 9. April 2016 eine eigene Tagung. Sie fragt nach dem historischen Zusammenhang von Utopie, Geschlecht und Architektur. Gesucht werden Ideen und Realisierungsversuche ebenso wie die Gründe ihres Scheiterns – vom 19. Jahrhundert bis zur unmittelbaren Gegenwart. Ein besonderes Augenmerk gilt der östlichen Hälfte Europas, aber auch Beiträge zu anderen Teilen der Welt sind willkommen. Vortragsvorschläge können bis zum 1. Oktober 2015 (Exposé, maximal 3000 Zeichen) an Dietlind Hüchtker (huecht@uni-leipzig.de) und Arnold Bartetzky (bartetz@uni-leipzig.de) geschickt werden. (jr, 17.9.15)