Neues Leben in der Porzellanfabrik

Seit 1999 wird in der Freiberger Porzellanfabrik nichts mehr produziert. Die leerstehenden Gebäude weisen noch immer eine recht gute Substanz auf, Vandalismus und Lost-Places-Touristen nehmen aber allmählich überhand. Jetzt hat der Freiberger Stadtrat beschlossen, das Gelände an der Himmelfahrtsgasse von der „Saxonia Standortentwicklung und -verwaltung“ zu kaufen. Der Preis: ein Euro. Die Folgekosten: etwa 1,9 Millionen Euro. Auf dem 3,5 Hektar großen Areal sollen nun wieder Gewerbe und Industrie angesiedelt werden. Der Großteil der veranschlagten Kosten, nämlich 1,5 Millionen Euro, sind für Abriss- und Sicherungsarbeiten eingeplant. Die Sächsische AufbauBank (SAB) steuert 80 Prozent der Summe dazu.

Von den Abrissarbeiten nicht betroffen sind in jedem Fall das Hauptgebäude samt seiner zweischiffigen Fabrikhalle, die beide unter Denkmalschutz stehen. In den Jahren 1921/22 gestaltete der Architekt Werner Retzlaff (1890-1960) das um die Jahrhundertwende errichtete Hauptgebäude um: Bis zur Einstellung des Freiberger Bergbaus im Jahre 1913 befand sich hierin die Zentralwäsche der Grube „Himmelfahrt“. Das mehrgeschossige Bauwerk weist eine vertikal gegliederte Fassade sowie einen dominierenden Treppenturm auf. Über die Jahre wurde das Areal konsequent erweitert und modernisiert. um 2015 fanden bereits einige Abrissarbeiten statt, die wenigen ostmodenen Bauteile dürften ebenfalls kaum Zukunft haben. (db, 15.7.20)

Freiberg, Porzellanfabrik (Bild Unukorno, CC BY 4.0)