Leipzig: Hoffnung fürs Gästehaus

In Leipzig ist ein wichtiger Schritt für den Erhalt des ehemaligen Gästehauses des Ministerrats der DDR getan. Der Leipziger Stadtrat bestätigte jüngst die Entscheidung des sächsischen Landesamts für Denkmalpflege, den einstigen Vorzeigebau für sozialistische Gastfreundschaft unter Schutz zu stellen. Der Antrag des Eigentümers, den Hotelkomplex abzureißen, ist damit vom Tisch. Die Lokalpolitik revidierte außerdem ihre ursprüngliche Vorgabe, das Bauwerk zwingend als Hotel zu betreiben. Ein Umbau zum Apartmenthaus soll ebenso möglich sein wie eine Erweiterung. Dies könnte potentielle Investoren dazu bewegen, sich mit dem Bau auseinanderzusetzen. Das Gästehaus steht seit über 20 Jahren leer und galt bislang als Problemimmobilie.

Die sozialistische Edelherberge wurde 1968 nach Plänen von Wolfgang Scheibe und Frieder Gebhard errichtet, um Staatsgäste und internationale Geschäftspartner in Leipzig empfangen zu können. Besonders zu den Messen herrschte hier reger Betrieb. Einer der prominentesten Gäste war Franz-Joseph Strauß, seinerzeit bayerischer Ministerpräsident. Er übernachtete 1983 im Gästehaus. Offenbar hat er nicht allzu schlecht geschlafen: Das Ergebnis seines Besuches war ein Milliardenkredit für die DDR. (jr, 9.3.16)

Das Gästehaus des Ministerrates in Leipzig verfällt derzeit (Bild: Martin Geisler, CC BY SA 3.0)