Beton in der Gartendenkmalpflege

„Bitte wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk für den zweiten Tag mitbringen“ – kann ein Veranstaltungsprogramm mehr versprechen? Dieses Fachseminar der Arbeitsgemeinschaft der Sachverständigen im Gartenbau (ASG) hat mit Sicherheit einen wohltuenden Matschfaktor, denn es geht um handfeste Fragen: „Beton in der Gartendenkmalpflege“.

Beton als Baustoff gewinnt spätestens mit dem 20. Jahrhundert auch im Garten und im Freiraum an Bedeutung: als Kleinarchitekturen, Mauern, Brücken und Bodenbelag. Daher will die ASG mit ihrem Fachseminar vom 15. bis zum 16. April 2016 in Offenbach (ACHAT Plaza Frankfurt/Offenbach, Ernst-Griesheimer-Platz 7)helfen, die Qualitäten des grauen Baustoffs zu erkennen und zu vermitteln. Neben der Verwendung des Baustoffes geht es um die Entwicklungen der Technik, die Schadbilder und mögliche Lösungsansätze zur denkmalgerechten Erhaltung. Am zweiten Tag bieten zahlreiche Kleinarchitekturen in Frankfurt und Offenbach die Möglichkeit zur praktischen Auseinandersetzung mit dem Baustoff. Und wessen Modernistenherz würde nicht höherschlagen bei Referatsthemen wie „Geschichte des Waschbetons in der Freiraumplanung“. (kb, 27.1.16)

Grün geht gut mit grau (Bild: Arbeitsgemeinschaft der Sachverständigen im Gartenbau)

Reichsgartenschau – Gartendenkmal

Stuttgart, Killesberg (Bild: Enslin)
Der Höhenpark am Stuttgarter Killesberg wird 75 Jahre alt (Bild: Enslin)

Der Höhenpark Killesberg feiert sein 75-jähriges Jubiläum: Er wurde im Rahmen der Reichsgartenschau 1939 angelegt. Aus diesem Anlass findet im Stadtarchiv Stuttgart vom 18. bis zum 19. September 2014 eine Tagung zu seiner Geschichte statt. Begleitend zeigt die Ausstellung „Gartenschau – Gedenkstätte – Gartendenkmal“ seine stadtgeschichtlichen Hintergründe.  Der erste Tag der Konferenz ist der Geschichte des Parks in der NS-Zeit gewidmet, während am 19. September die Nachkriegsgeschichte zur Sprache kommt. Prof. Alfons Elfgang, 1979 mitverantwortlich für die Unterschutzstellung, spricht über den Killesberg als Gartendenkmal. Im Anschluss referiert der Stuttgarter Landschaftsarchitekt Christoph Luz über Planen und Bauen im Denkmal bei der IGA 1993.

Beiträge zu den Perspektiven der Parkanlage vom Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts, Volker Schirner, sowie zur aktuellen Ausstellung durch die Kuratorin Dr. Maria Christina Zopff runden die Tagung ab. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung beim Stadtarchiv ist erforderlich bis zum 12. September 2014 unter stadtarchiv@stuttgart.de. Die Ausstellung ist bis zum 19. September geöffnet. Am letzten Öffnungstag, dem 21. September, führt Dr. Roland Müller, Direktor des Stadtarchivs, durch die Ausstellung. (kb, 12.9.14)

Berlin: Die Vision Thälmann-Park

Vom Gaswerk zum Stadtpark: In Berlin-Pankow wagte man diesen Schritt auf rund 25 Hektar Fläche. Vor dreißig Jahren wurde das letzte von drei Gasometern aus dem Jahr 1873 gesprengt, um dem letzten großen Bauprojekt der DDR Platz zu machen, dem Ernst-Thälmann-Park. Diesem Jubiläum widmet das Museum Pankow noch bis zum 26. Oktober 2014 die Ausstellung „Jetzt wird’s Ernst – Die Vision Thälmann-Park“.

Eröffnet wurde der Ernst-Thälmann-Park im Jahr 1986: viel Grünfläche und eine Hochhaussiedlung nach allen Regeln der sozialistischen Baukunst. Mit dem Mauerfall geriet das junge Vorzeigeprojekt ins Abseits. Saniert wurden die allzu lange vernachlässigten umliegenden Altbauten. Nun entdeckten die Investoren das zentrale „Filetstück Thälmann-Park“ und eröffneten die Diskussion um seine Zukunft. Manche wünschen sich hier mehr günstigen Wohnraum, manche mehr städtische Freifläche, manche mehr Raum für Kultur und Soziales. Vor diesem Hintergrund will das Museum Pankow nicht in Ostalgie schwelgen, sondern mit einem genauen Blick in die Geschichte neuen Freiraum für Entscheidungen eröffnen. In der Ausstellung können Besucher schon einmal spielerisch ihre ganz persönliche Vision vom Thälmann-Park entwerfen. Und zum Tag des offenen Denkmals, am 14. September 2014, wird um 11 Uhr eine Führung (Treffpunkt: Ernst-Thälmann-Denkmal, Greifswalder Straße) angeboten.(kb, 5.9.14)

„Jetzt wird’s Ernst. Die Vision Thälmann-Park“ (Bild: Museum Pankow)