Flughafen Tegel unter Denkmalschutz

Da wir davon ausgehen, dass die Stadt Berlin freiwillig keine Scherze über Flughäfen macht, dürfte diese offizielle Pressemeldung vom 1. April ernst zu nehmen sein: Der Flughafen Berlin-Tegel wurde unter Denkmalschutz gestellt. Der neue Status, erteilt aus verkehrsgeschichtlichen, architekturgeschichtlichen und sozialgeschichtlichen Gründen, betrifft zwei Bereiche: Tegel Süd „Otto Lilienthal“, von 1965 bis 1979 gestaltet von den Architekten Meinhard von Gerkan, Volkwin Marg und Klaus Nickels (gmp), sowie Tegel Nord „Französisch-amerikanischer Militärflughafen“.

Besonders hervorgehoben wird von den Dekmalschützern das Terminal A mit einem sechseckigen Flugsteigring, der eine „Drive-In“-Erschließung der Gates gewährleiste. Audrücklich betont wird, dass „die Unterschutzstellung kein Hindernis für die vorgesehene Ansiedelung der Beuth-Hochschule im Terminal A sein werde“. Man habe diesen Schritt mit allen Beteiligten frühzeitig abgestimmt. Auch sei aus dem jetzigen Denkmalstatus für Tegel kein Rückschluss darauf möglich, wann der Flugverkehr hier eingestellt (und damit an anderer Stelle eröffnet) würde. Wir sagten ja, keine Flughafen-Scherze heute! (kb, 1.4.19)

Berlin-Tegel, Flughafen-Hauptgebäude (Bild: Standardizer, GFDL oder CC BY SA 3.0, 2008)

Gerkan, Marg und Partner revisited

Gerkan, Marg und Partner revisited

Eines der bekanntesten Projekte im Bestand von gmp: das Olympiastadion Berlin (1936; Umbau 2000-2004)
Einer der bekanntesten Umbauten von gmp: das Olympiastadion Berlin von 1936, Umbau 2000-04 (Bild: Michael Barera, CC-BY-SA 4.0)

Die Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) sind vor allem für ihre Großprojekte wie Flughäfen, Sportstätten, Bahnhöfe, Kulturbauten und Masterplanungen bekannt. Nicht so berühmt ist dagegen das ebenfalls umfangreiche Oeuvre des Büros im Umgang mit historischer Bausubstanz. Die Ausstellung “Auf alten Fundamenten – On Old Foundations“ soll diese Lücke schließen und richtet ihren Blick daher auf die restauratiorische Seite des 1965 gegründeten Büros.  Sie war bereits 2014 auf der 14. Architekturbiennale in Venedig zu sehen und wird nun vom 2. April bis zum 28. Mai 2015 in Berlin in der Galerie Aedes am Pfefferberg präsentiert.

Die Ausstellung zeigt in einem Einführungsteil am Beispiel der Stadt Hamburg unterschiedliche Herangehensweisen an (Um-)Bauten im Bestand. In vier weiteren unterschiedlich akzentuierten Segmenten werden Projekte  der Global Player gmp vorgestellt: so etwa das Kesselhaus in der Speicherstadt Hamburg, das Nationalstadion in Warschau, das Chinesische Nationalmuseum in Peking und der Kulturpalast in Dresden. (db, 6.4.15)