Geschichte & Mythos in Comics

Geschichte & Mythos in Comics

Heureka! Ein Museum für die Donald-Duck-Übersetzerin Dr. Erika Fuchs (Bild: Kreuzschnabel, CC BY-SA 3.0)
Selbst schon Geschichte: das Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale für die legendäre Donald-Duck-Übersetzerin (Bild: Kreuzschnabel, CC BY-SA 3.0)

Obwohl Comics und Graphic Novels der Populärkultur angehören, nehmen sie seit ihrer Entstehung am politischen Tagesgeschehen und an historischen Ereignissen teil. Ihre visuelle Sprache verleiht den oft widersprüchlichen Zusammenhängen der Geschichte eine greifbare Gestalt. Diesem Themenfeld widmet die Universität Leipzig (Universitätscampus, Universitätsstraße 1, Seminarraumgebäude, Raum 420, Leipzig bzw. Institut für Kunstgeschichte, Dittrichring 18-20, Raum 5/15, Leipzig) vom 27. bis zum 30. April die interdisziplinäre Tagung „Geschichte und Mythos in Comics und Graphic Novels“. In der Veranstaltung werden die Transformationsprozesse vom Historischen ins Mythische und vice versa aus unterschiedlichen Fach- und Forschungsperspektiven untersucht.

An ausgewählten Bildergeschichten aus verschiedenen Kulturräumen werden die Übergänge vom Individuellen ins Kollektive, vom Faktischen ins Fiktionale und vom Dokumentarischen ins Imaginäre erforscht. In den einzelnen Sektionen werden die folgenden Schwerpunkte gelegt: Geschichte, Mythos, Comics – Zugänge und theoretische Positionen; Mythos Künstler – Künstlermythen; Gesellschaftsmythen und Stereotypen; Re-Inszenierungen historischer Ereignisse und Mythen in Comics; Historische Traumata und der Mythos des Traumas; Mythisch-historische Räume in Comics. Abschließend wird eine Führung durch die Ausstellung zum Projektmodul „Mythos und Geschichte in Comics und Graphic Novels“ am Institut für Kunstgeschichte angeboten. (kb, 18.4.16)

Ton und Film

Ton und Film

Reparaturset für Magnettonbänder (Bild: Roman Krenzin, CC BY SA 3.0 oder GFDL)
Fällt unter die Kategorie „Was es damals auch noch gab“: ein Reparaturset für Magnettonbänder (Bild: Roman Krenzin, CC BY SA 3.0 oder GFDL)

Bei der Konferenz „Ton und Film als Quellen zur neuesten Geschichte Bayerns“ geht es am 14. April 2016 in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Sitzungssaal 1 und Plenarsaal, Alfons-Goppel-Straße 11, 80539 München) um die Überlieferung des Bayerischen Rundfunks bis in die 1980er Jahre. Die Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Bayerischen Rundfunk (BR) wollen mit Arbeitsgesprächen, Vorträgen und einer Podiumsdiskussion untersuchen, wie die Überlieferung des BR als Quelle zur Geschichte des 20. Jahrhunderts für die historische und kulturwissenschaftliche Forschung erschlossen werden kann.

Das Programm umfasst Fragen der Archivierung und Überlieferung. An der abschließenden Podiumsdiskussion nehmen teil: Prof. Dr. Frank Bösch, Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung, Potsdam; Prof. Dr. Albrecht Hesse, Justitiar und Stellvertretender Intendant des BR; Prof. Dr. Ferdinand Kramer, Vorsitzender der Kommission für bayerische Landesgeschichte; Christoph Stuehn, Direktor Memoriav Bern; Prof. Albert Scharf, Intendant des BR a. D.; Rainer Tief, Leiter der Hauptabteilung Archive, Dokumentation und Recherche des BR. Bis zum 8. April 2016 wird um Anmeldung gebeten unter post@kbl.badw.de oder 089/23031-1171/1172. (kb, 31.3.16)

Ein Jahrhundert für Experten

Ein Jahrhundert für Experten

Building Europe on Expertise zeichnet das 20. Jahrhundert als Expertengeschichte nach (Bild: Palgrave Macmillan)
„Building Europe on Expertise“ zeichnet das 20. Jahrhundert als Expertengeschichte nach (Bild: Palgrave Macmillan)

Der Glaube an Wissenschaft und Fortschritt verband die verschiedensten politischen Utopien des letzten Jahrhunderts miteinander. Diktatorische Regime propagierten ihn ebenso wie demokratische Staatsführungen. Die praktische Realisierung einer – wie auch immer gearteten – neuen Welt lag hier wie dort in der Hand von Experten, von Stadtplanern, Ingenieuren, Naturwissenschaftlern oder Architekten. Das Bild des unpolitischen, international vernetzten Spezialisten, der mit kühlem Kopf universelle Lösungen erarbeitet, erfreute sich großer Beeliebtheit – und machte manchen Vertreter dieser neuen Elite zum nationalen Symbol. Die jüngst erschienene Monographie „Building Europe on Expertise“ zeichnet die Historie des langen 20. Jahrhundert als transnationale Expertengeschichte nach.

Den Ausgangspunkt der Untersuchung bildet die akademische Professionalisierung der technisch-wissenschaftlichen Elite Europas Ende des 19. Jahrhunderts. Der Weg führt über die Weltausstellungen und die CIAM, über Le Corbusier und Wernher von Braun bis hin zum europäischen Raumfahrtprogramm und den Verträgen von Lissabon. Dabei zeigt sich ein Wechselspiel von Rationalismus und Realpolitik, von transnationaler Vernetzung und nationalstaatlicher Vereinnahmung der Experten. Der Autoren Martin Kohlrausch und Helmut Trischler eröffnen mit dem Band neue Perspektiven auf die Geschichte Europas und identifizieren das letzte Jahrhundert überzeugend als Jahrhundert für Experten. (jr, 26.1.15)

Kohlrausch, Martin/Trischler, Helmut, Building Europe on Expertise. Innovaters, Organizers, Networkers, Palgrave Macmillan, London/New York 2014, Englisch, 416 Seiten, ISBN 978-0230308053.