Identität und Erbe

Bauwerke sind ein Spiegel der Gesellschaft. Sei es der Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam, die Neue Frankfurter Altstadt oder das Bismarck-Denkmal in Berlin – auf die ein oder andere Weise konstruieren sie eine Identität und sind Bedeutungsträger eines gesellschaftlichen Erbes. Wo auf der einen Seite womöglich positive Effekte der Erinnerungskultur entstehen, sind auf der anderen Seite auch Konflikte vorprogrammiert: Historisierende Rekonstruktionen sind oft heftiger Kritik ausgesetzt, Denkmäler und Statuen werden immer wieder beschmiert und zu Boden gestürzt. Die Debatte um den Postkolonialismus ist auch in der Architekturwelt in vollem Gange. 

Als gemeinsame Einrichtung der Technischen Universität Berlin und der Bauhaus-Universität Weimar forscht das DFG-Graduiertenkolleg 2227 zu eben diesem Thema: Identität und Erbe. Eine gleichnamige Ringvorlesung gibt nun einen Überblick über die verschiedenen Facetten von gebautem Kulturerbe. Als nächstes referiert Johan Lagae am 7. Dezember in Weimar zum Thema “Sorry Congo !? On the positionality of architectural history in dealing with Congo’s colonial past”. Bis Anfang 2022 finden noch weitere Vorträge in Berlin, Weimar, Erfurt und Dessau-Roßlau statt. Im Podcast des Kollegs können sie zudem nachgehört werden. (re, 2.12.21)

Bismarck Denkmal in Berlin Tiergarten (Bild: jensdarup, CC BY-SA 3.0, 2012)

70 Jahre ELLE

1945 hatte man anderes im Kopf als Mode, Tratsch und Lifestyle. Frau nicht. Zumindest spricht die Entstehung einer der großen Frauenzeitschriften dafür, die in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag feiert – und damit auf besondere Weise ein Stück europäische Nachkriegsgeschichte spiegelt. Am 21. November 1945 wurde in Paris die “Elle” gegründet, heute erscheint das Modemagazin mit 43 Ausgaben über 90 Ländern. Am 20. November 2015 findet daher die Konferenz “ELLE, 1945-2015: Retour sur 70 ans d’histoire du magazine” in Paris (Institut d’histoire du temps présent, 59/61 rue Pouchet, 75017 Paris) von 9:30 bis 17:30 Uhr statt.

Eingeladen sind Mode- und Medienhistoriker ebenso wie ehemalige (Chef-)Redakteure und Journalisten des Magazins. In den englisch- und französischsprachigen Vorträgen geht es um die Geschichte des Modemagazins und seine internationale Rolle, ob in Spanien, Japan oder Canada. Die Themen reichen von “ELLE et Prisunic, 1949 – 1969” über “L’internationalisation de ELLE dans les 1980’s” bis hin zu “ELLE and women’s history: the magazine’s role in debates about women’s bodies, women’s place in society”. (kb, 3.11.15)

“Frau mit Zeitschrift” (Foto: Roger Rössing, 1951, Bild: Deutsche Fotothek, df roe neg 0006191 022, CC BY SA 3.0.de)