Weißenfels: Gloria als Stadtbibliothek?

Wenn es nach dem Oberbürgermeister von Weißenfels geht, zieht in den leerstehenden Filmpalast „Gloria“ bald die Stadtbücherei ein. „Wenn wir das Gebäude, dessen Sanierung etwa fünf Millionen Euro kosten würde, nicht endlich selbst anfassen, wird es verfallen“, so zitiert die Mitteldeutsche Zeitung Robby Risch. Schon Ende 2014 Jahres hatte sich die Stadt für das ehemalige Lichtspieltheater stark gemacht und mit Landesmitteln ein Notdach umgesetzt. Das Denkmal stammt aus dem Jahr 1928, als der Architekt Carl Fugmann in Bahnhofsnähe ein konstruktiv wie gestalterisch modernes Kino errichtete.

Den Zweiten Weltkrieg überstand der Bau fast unbeschadet, in der DDR blieb er Kino und wurde nach der Wende von der UFA weiterbetrieben. 1998 stillgelegt, scheiterte auch das Nutzungsvorhaben „Tanzpalast“. Nun hofft der Oberbürgermeister auf Landesmittel zur energetischen Sanierung von Kultureinrichtungen – und das bevorstehende Bauhaus-Jubiläumsjahr könnte helfen. Hoffnungen setzt man zudem in eine Diplomarbeit, die aktuell über das Gloria entsteht. Geht es nach den kommunalen Plänen, könnte der ehemalige Kinosaal mit Bühne gut in die Büchereinutzung einbezogen werden. (kb, 3.4.15)

Weißenfels: Noch wartet das Lichtspieltheater auf eine neue Nutzung (Bild: Francesca Richter, Weißenfels)

Notdach fürs Gloria in Weißenfels

Weißenfels, Gloria (Bild: Francesca Richter, Weißenfels)
In Weißenfels setzte Carl Fugmann mit dem „Gloria“ bewusst einen modernen Akzent (Bild: Francesca Richter, Weißenfels)

Fotogen ist es immer noch, aber mit den Jahren des Leerstands ein wenig inkontinent geworden. Das ehemalige Lichtspieltheater „Gloria“ in Weißenfels brauchte eine Notsicherung – und erhielt auf Antrag der Kommune, mit Förderung der Landesdenkmalpflege nun ein Notdach. Nach Ansicht der Stadt sind die 7.500 Euro Landesmittel gut angelegt.  Sollen sie doch nicht nur den Bestand sichern, sondern auch „eine spätere Sanierung ermöglichen“. Bereits im Mai diesen Jahres hatte die Denkmalpflege das moderne Denkmal in der Reihe „In liebevolle Hände abzugeben“ geöffnet und einen Käufer gesucht.

Das Denkmal stammt aus dem Jahr 1928, als der Architekt Carl Fugmann in Bahnhofsnähe ein konstruktiv wie gestalterisch modernes Kino errichtete. Den Zweiten Weltkrieg überstand der Bau fast unbeschadet, in der DDR blieb er Kino und wurde nach der Wende von der UFA weiterbetrieben. 1998 stillgelegt, scheiterte auch das Nutzungsvorhaben „Tanzpalast“. Mit neuem Dach ist wieder Zeit gewonnen. Wir drücken die Daumen! (kb, 13.12.14)

Hoffnung für Gloria in Weißenfels?

In diesem Frühjahr konnte moderneREGIONAL – mit der Autorin Sarah Huke und der Fotografin Francesca Richter – seit Jahren den ersten Blick in das leerstehende Gloria in Weißenfels werfen. Nun lud das Landesverwaltungsamt als Obere Denkmalschutzbehörde am 23. Mai 2014 zur Exkursion nach Weißenfels. Mit der Reihe „In liebevolle Hände abzugeben“ präsentiert das Land chancenreiche Baudenkmale, die einen neuen Käufer suchen. Oberbürgermeister Robby Risch und der Präsident des Landesverwaltungsamts Thomas Pleye öffneten – unter großem Interesse von Presse und Einheimischen – neben anderen historischen Bauten u. a. auch das Lichtspieltheater Gloria.

Das Gloria wurde 1928 vom Erfurter Architekten Carl Fugmann im aufstrebenden Weißenfels errichtet. Durch die innovative Eisenkonstruktion zog schon die Baustelle zahlreiche Schaulustige an. Über Jahre bot das Lichtspieltheater mit der großstädtischen Geste Kulturgenuss für jeden Geldbeutel. Nach der Wende schlug eine Umnutzung zum Tanzpalast fehl, die Investoren blieben unerreichbar. Erst seit wenigen Wochen ist für das Objekt – auf Initiative der Stadt Weißenfels – wieder ein Insolvenzverwalter ansprechbar. Ein Käufer wird gesucht … (22.5.14)

Das Lichtspieltheater Gloria in Weißenfels, eingeweiht 1928, steht seit Jahren leer (Bild: F. Richter, Weißenfels)