Finanzamt Oldenburg kommt weg

Auch wenn so mancher davon träumt, dass die Bagger seinem zuständigen Finanzamt den Garaus machen: In diesem Fall ist es durchaus bedauerlich, und hier hilft auch nicht, dass es sich um das Gebäude namhafter Architekten handelt. Das ehemalige Finanzamt Oldenburg (1974/75) wird abgerissen. Errichtet wurde es nach Plänen des Büros von Gerkan, Marg und Partner (gmp). Vor einem Jahr hat die Behörde das sanierungsbedürftige Gebäude verlassen. Der Abriss war da bereits beschlossene Sache: Nach ausführlichen Untersuchungen der Fassadenplatten kam man zum Schluss, dass eine Sanierung, wenn überhaupt, nur bei optimalem Verlauf günstiger als ein Neubau wäre.

Im Raum steht, dass der Altbau asbestbelastet sei – der Schadstoff sei mit dem Klebstoff für die Wärmedämmung aufgetragen worden. Aktuell werden der Abriss noch planerisch vorbereitet und die Arbeiten ausgeschrieben, die Umsetzung soll Ende diesen Jahres erfolgen. Die Abrisskosten werden vom Finanzministerium mit 15,5 Millionen Euro beziffert, da mit besonderen Schutzmaßnahmen vom Einhausen bis zum Absaugen gearbeitet werden muss. Im Anschluss soll das Grundstück in Innenstadtlage zum Verkauf angeboten werden – es gebe schon Interessenten. Wo genau der Neubau des Finanzamts, das aktuell in einer Container-Zwischenlösung eingerichtet ist, stehen soll, ist noch unklar. (db, 21.4.18)

Finanzamt Oldenburg (Bild: Edfyr, CC BY-SA 4.0)

Herzlichen Glückwunsch, Herr Marg!

Herzlichen Glückwunsch, Herr Marg!

Berlin, Flughafen Tegel (Bild: Avda, CC BY-SA 4.0)
Aus der Zeit, als Flughäfen noch eröffnet wurden: Berlin Tegel (Bild: Avda, CC BY SA 4.0)

Er ist das m in gmp: Volkwin Marg gehört zu einem der wohl einflussreichsten deutschen Architekturbüros der letzten Jahrzehnte. Geboren wurde er 1936 in Königsberg, verbrachte die Kindheit in Danzig und gelangte nach Kriegsende über Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern nach Westberlin. Während seines Studiums an der TU Braunschweig lernte er seinen späteren Büropartner Meinhard von Gerkan kennen, mit dem er sich 1964/65 selbständig machen sollte.

Gut 50 Jahre später kann „Gerkan Marg und Partner“ (gmp) auf eine respektable Zahl von Großprojekten zurückblicken: vom Flughafen Berlin-Tegel (1975) über den Berliner Hauptbahnhof (1995) bis zum Umbau des Berliner Olympiastadions (2004), hinzu kommen internationale Vorhaben bis hin nach China. Volkwin Marg selbst, der für all diese Büroerfolge mitverantwortlich zeichnet, stand lange dem Bund Deutscher Architekten (BDA) vor, lehrte in Aachen, wirkt im Beirat der Bundestiftung Baukultur und erhielt den Ehrendoktor der HafenCity Universität Hamburg. Für Hamburg-Begeisterte erwarb Marg seinen größten Verdienst jedoch im Jahr 1976: Damals begründete er mit anderen Hanseaten den Museumshafen Övelgönne. Am 15. Oktober diesen Jahres feierte Marg seinen 80. Geburtstag – mR gratuliert! (kb, 19.10.16)

Gerkan, Marg und Partner revisited

Die Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) sind vor allem für ihre Großprojekte wie Flughäfen, Sportstätten, Bahnhöfe, Kulturbauten und Masterplanungen bekannt. Nicht so berühmt ist dagegen das ebenfalls umfangreiche Oeuvre des Büros im Umgang mit historischer Bausubstanz. Die Ausstellung “Auf alten Fundamenten – On Old Foundations“ soll diese Lücke schließen und richtet ihren Blick daher auf die restauratiorische Seite des 1965 gegründeten Büros.  Sie war bereits 2014 auf der 14. Architekturbiennale in Venedig zu sehen und wird nun vom 2. April bis zum 28. Mai 2015 in Berlin in der Galerie Aedes am Pfefferberg präsentiert.

Die Ausstellung zeigt in einem Einführungsteil am Beispiel der Stadt Hamburg unterschiedliche Herangehensweisen an (Um-)Bauten im Bestand. In vier weiteren unterschiedlich akzentuierten Segmenten werden Projekte  der Global Player gmp vorgestellt: so etwa das Kesselhaus in der Speicherstadt Hamburg, das Nationalstadion in Warschau, das Chinesische Nationalmuseum in Peking und der Kulturpalast in Dresden. (db, 6.4.15)

Einer der bekanntesten Umbauten von gmp: das Olympiastadion Berlin von 1936, Umbau 2000-04 (Bild: Michael Barera, CC-BY-SA 4.0)