Nicht nur Bauhaus

Das Bauhaus-Jubiläum steht kurz bevor – und im seinem Gefolge lernen wir die vielfältigen anderen Spielarten von „neuem“, von modernem Bauen kennen. Damit rückt auch der osteuropäische Raum stärker in den Blick, der bereits um den Ersten Weltkrieg herum zum Experimentier- und Symbolraum des (architektonischen) Fortschritts wurde. Die damals geknüpften Netzwerke wirkten lange weiter, von Ernst May bis zu den Internationalen Kongressen für Neues Bauen (Congrès Internationaux d‘ Architecture Moderne, CIAM).

Unter dem Titel „Nicht nur Bauhaus ‒ Netzwerke der Moderne in Mitteleuropa“ laden das Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (Oldenburg), das Architekturmuseum Breslau und das Schlesisches Museum zu Görlitz daher vom 15. bis 17. Januar 2019 zu einer Konferenz nach Görlitz und Breslau ein. Hierfür werden noch Themenvorschläge gesucht. Die Tagung steht im Rahmen einer Ausstellung zu Adolf Rading im Breslauer Architekturmuseum. Willkommen sind Exposés für einen Vortrag (ca. 2.000 Zeichen) mit einem kurzen Lebenslauf (mit Mail- und Postkontaktdaten sowie Angaben zur aktuellen Tätigkeit: max. 1000 Zeichen) bis zum 1. August 2018 an: beate.stoertkuhl@bkge.uni-oldenburg.de. (kb, 1.7.18)

Breslau, Jahrhunderthalle (Bild: Maciejw, CC BY-SA 3.0 pl, 2012)

Inge zu Fuß zur Arbeit

Inge zu Fuß zur Arbeit

Markus Draper, „Grauzone. Berlin-Marzahn, Rosenbecker Straße“, 2015 (Bild: Markus Draper und das Kulturhistorisches Museum Görlitz, Foto: Markus Draper)
Markus Draper, „Grauzone. Berlin-Marzahn, Rosenbecker Straße“, 2015 (Bild: Markus Draper und das Kulturhistorisches Museum Görlitz, Foto: Markus Draper)

Was erlebte „Inge zu Fuß zur Arbeit“ – oder anders ausgedrückt: Wie war sah der Alltag in der späten DDR aus? Der Berliner Künstler Markus Draper widmet sich dieser Frage in seinem „Ausstellungsparcours“ am Beispiel seiner Heimatstadt Görlitz. Geboren 1969 und aufgewachsen in Görlitz, studierte Draper 1991 bis 2000 in Dresden, London und New York. Er war Meisterschüler bei Professor Ralf Kerbach. Draper erhielt den Marion-Ermer-Preis (2001) und den Vattenfall Kunstpreis Energie (2006) sowie Stipendien des DAAD (1996), der Philip Morris Kunstförderung (1999), der Pollock-Krasner Foundation (2009) und der Stiftung Kunstfonds (2013).

Das Thema seiner Ausstellung hat für Draper familiäre Wurzeln: Sein Vater gehörte als damaliger Stadtarchitekt von Görlitz zur Schicht des Bildungsbürgertums der ehemaligen DDR. Wie er versuchte, sich mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu arrangieren, bildet den Ankerpunkt für einen vierteiligen Ausstellungsparcours. Mit den medialen Möglichkeiten von Malerei, Plastik und Film geht die Ausstellung der Frage nach, wie Architektur als Instrument einer gesellschaftlichen Formatierung wirken kann – und wie generationsübergreifende Verwerfungen in der späten DDR zum Treibstoff für Veränderungen wurden. (kb, 19.11.15)