Denkmal Europa – reloaded

Pünktlich zum Weltkindertag 2020 wurde die Plattform www.denkmal-europa.de neu gestartet. Entstanden als Aktion der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger im Welterbejahr, wurde die Seite nun zum ständigen Angebot erweitert. Man will spielerisch „für die Kultur des Bauens sowie für die Aspekte der Demokratie oder der Nachhaltigkeit“ begeistern. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche, aber auch Kulturvermittler und Denkmalinteressierte werden mitgedacht.

Auf 1961 Seiten finden sich jetzt 15 Beste-Praxis-Projekte, 12 Schulterblicke, 11 Zeitleisten, 22 Toolbox-Ideen, sieben Graphic Novels und zwei Erklär-Clips, ein Denkmal-ABC mit wichtigen Fragen und Antworten, hilfreiche Hinweise zur Vermittlungsdidaktik, Ansprechpartner vor Ort sowie ein 92 Seiten starkes Workbook, das über QR-Codes mit der Website verbunden ist. Die Architekturmoderne ist u. a. über den Aspekt „Bauhaus“ prominent vertreten. (kb, 27.9.20)

Denkmal Europa (Bild: Themenbild der Homepage)

Mies: Ein Comic zum 50. Todestag

Ludwig Mies van der Rohe, selbsternannter Gottvater der Internationalen Moderne, verstarb heute vor genau 50 Jahren in Chicago. Grund genug, ihm im Bauhausjahr eine eigene Graphic Novel zu widmen. Denn ab 1930 stand das Dessauer Bauhaus unter seiner Leitung. Zuvor hatte er sich bereits mit dem Deutschen Pavillon zur Weltausstellung 1929 in Barcelona einen Namen gemacht. 1932 wurde das Bauhaus auf Antrag der Nationalsozialisten geschlossen, Mies emigrierte 1938 in die USA. Hier begründete der Architekt nicht nur ein neues erfolgreiches Büro (so erhielt er z. B. in der alten Heimat den Auftrag zur Neuen Nationalgalerie in Berlin), sondern auch seinen Ruf als zentrale Figur der modernen Baukunst.

Für das Baunetz ist der frisch ins Deutsche übersetzte Comic „ein wilder Ritt mit Mies durch das 20. Jahrhundert“ (mit einigen blassen Stellen beim Thema Frauen). Deutschlandfunk Corso erkennt in der Bildergeschichte, „dass Augustin Ferrer Casas sein Thema geliebt hat“. Der spanische Comickünstler zeichnet das Leben des Architekten in Rückblenden: Mies van der Rohe berichtet seinem Enkel während eines Fluges nach Berlin, zur Baustelle der Neuen Nationalgalerie, aus seinem Leben. (kb, 17.8.19)

Casas Ferrer, Agustín, Mies van der Rohe. Ein visionärer Architekt, übersetzt von André Höchemer, Carlsen Verlag, Hamburg 2019, 176 Seiten, Hardcover, 20 x 26,5 cm, ISBN 978-3-551-02294-3.

Titelmotiv: Detail des Buchcovers (Bild: Agustín Ferrer Casas/Carlsen Verlag)

Die neunte Kunst

Dass Comics große Kunst sein können, ist uns ja schon lange klar. Spätestens mit der Eröffnung des Erika Fuchs Hauses sind sie auch in der Welt der Museen angekommen. Da scheint es nur konsequent, dass sich in Oldenburg derzeit gleich drei Museen dem Themenkomplex widmen. Das Stadtmuseum Oldenburg, das Horst-Janssen-Museum und das Edith-Russ-Haus für Medienkunst haben das Jahr mit einer umfassenden Kooperation begonnen und nähern sich unter dem Titel „Die Neunte Kunst“ dem Comic aus unterschiedlichen Richtungen.

Das Stadtmuseum zeigt bis zum 2. April die Sonderausstellung „Die Geschichte des Comics“. Die Schau beleuchtet die charakteristische  Erzählstruktur des Comics anhand exemplarischer Objekte und zeichnet seinen Aufstieg zur eigenen Kunstgattung nach. Im Horst-Janssen-Museum stehen „Aktuelle deutsche Graphic Novels“ im Fokus. Gezeigt werden Originalzeichnungen und die Vorgeschichte ausgewählter Bücher, die Ausstellung ist bis zum 6. Mai zu sehen. „Unwanted Stories“ im Edith-Russ-Haus schließlich widmet sich den düsteren Graphic Novels und zeigt darüber hinaus großformatige Wandzeichnungen, grafische Reportagen und Computerspiele. Sie ist bis zum 1. April zu sehen. (jr, 7.2.18)

Krazy Kat (Bild: © dpa picture alliance)