Tapio Wirkkala in Leipzig

Tapio Wirkkala in Leipzig

Tapio Wirkkala Eisbergvase(Bild: Timo Syrjänen)
Für seine Eisbergvase ließ sich Tapio Wirkkala von seiner finnischen Heimat inspirieren  (Bild: Grassi-Museum, Timo Syrjänen)

Der Designer Tapio Wirkalla (1915-85) zählt zu den erfolgreichesten Formgestaltern des 20. Jahrhunderts. Der Absolvent der Hochschule für Kunst und Design Helsinki erfreute sich spätestens seit den 1950er Jahren internationalen Renommees, seine Produkte finden sich bis heute in zahlreichen Haushalten Finnlands und der Welt. In Leipzig widmet das Grassi-Museum dem Designer die Ausstellung “Tapio Wirkkala. Finnisches Design. Glas und Silber – Glas und Silber”. Die Schau wurde vom Finnischen Glasmuseum Riihimaki konzipiert und war bereits in Finnland und Spanien zu sehen.

Wirkalla lieferte einen bedeutenden Beitrag zur organischen Gestaltung. Dabei ließ er sich insbesondere von Formen inspirieren, die ihm in der natürlichen Umwelt seiner Heimat Finnland begegneten. Er wurde zu einem prägenden Protagonisten einer spezifisch skandinavischen Moderne, die internationale Bekanntheit erlangte. Die Ausstellung versammelt rund 250 Objekte aus Glas und Silber, die in den Jahren zwischen Mitte der 1940er und Mitte der 1970er Jahre für verschiedene Auftraggeber entstanden. Sie ist bis zum 3. Oktober 2016 zu sehen. (jr, 22.8.16)

Rudolf Horn zum 85. Geburtstag

“Er ist für Ostdeutschland der Repräsentant für das Systemdesign.” Zu diesem Urteil kommt Sabine Epple, Kuratorin für Moderne im Leipziger Grassi Museum für Angewandte Kunst gegenüber rp-online. Die Rede ist vom Designer Rudolf Horn (* 1929) Denkt man an moderne Möbel der DDR, führt kein Weg an der MDW-Anbauwand vorbei. Sie wurde 1967 von Rudolf Horn entworfen und steht bis heute in vielen Wohnzimmern. Mit flexiblen Wohn-Systemen wollte er, so Horn rückblickend, “die Menschen vielmehr in die Lage versetzen, dass sie selbst entscheiden können, wie sie leben und wohnen wollen.”

Noch bis zum Jahresende widmet das Leipziger Grassi-Museum für Angewandte Kunst Horn nun zum 85. Geburtstag eine kleine Präsentation. Bis Ende Dezember 2014 sind in der Dauerausstellung so nicht allein Stücke des MDW-Programms und Kunststoff-Garderobenteile zu bewundern. Zusätzlich werden zwei von Horn gestaltete Clubsessel aus den 1960er Jahren gezeigt. Viele seiner Entwürfe hat man auch digital aufbereitet: Mit einem kleinen Film kann der Besucher auf gut 50 Jahre DDR-Design zurückblicken. (tw, 14.8.16)

Rudolf Horn entwarf die legendäre MDW-Anbauwand, hier als Arbeitszimmereinrichtung im DDR-Museum Radebeul  (Bild: Stefan Kühn)