Erfurt/Haifa

Erfurt und Haifa, heute Partnerstädte, entwickelten sich in ihrer Geschichte sehr unterschiedlich. Doch in ihrer Architektur haben sie eine gemeinsame Schnittmenge: das Neue Bauen. Daher zeigen der egapark Erfurt, die Landeshauptstadt Erfurt und die Bauhaus-Universität Weimar vom 1. bis zum 31. Oktober 2019 die Ausstellung „Erfurt/Haifa. Architekturen der Moderne im Dialog“. Anhand von Fotografien und Forschungsergebnissen wird die moderne Architekturgeschichte der beiden Partnerstädte im Erfurter ega-Park (Halle 1) dargestellt und dialogisch zueinander in Beziehung gesetzt.

Den Hintergrund der Ausstellung, die 2018 bereits in der Erfurter Peterskirche auf dem Petersberg zu sehen war, bildet ein fakultätsübergreifendes Forschungs- und Lehrprojekt der Bauhaus-Universität Weimar in den Jahren 2017/18 unter der Leitung von Prof. Dr. Ines Weizman, Jens Hauspurg und Dr. Mark Escherich. Die Ausstellung wurde gefördert von der Thüringer Staatskanzlei, den beiden Städten, der Bauhaus-Universität Weimar und den Achava Festspielen. Die Vernissage wird am 30. September 2019 um 17 Uhr im Erfurter egapark (Halle 1) gefeiert. (kb, 25.9.19)

Haifa (Bild: Ausstellung „Erfurt/Haifa“ der Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Jens Hausprung)

Erfurt/Haifa

Erfurt in Thüringen, Haifa in Israel – die beiden Städte verbindet seit 2000 eine offizielle Partnerschaft und schon sehr viel länger ein architektonisches Band. Beide Städte werden bis heute sichtbar geprägt durch das Neue Bauen, die Moderne der 1920er und 1930er Jahre. Mit der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland fand die Architekturmoderne ein abruptes Ende, während sie im Gebiet des sich erst formierenden Staates Israel für eine neue Heimat der von den Nazis Vertriebenen stand.

Dieser baukünstlerischen Brücke widmet sich nun ein gemeinsames Ausstellungsprojekt von Bauhaus-Universität Weimar und Achava-Festspiele, kuratiert von Ines Weizman, Jens Hauspurg und Mark Escherich, co-kuratiert von Waleed Karkabi und Adi Roitenberg. Gezeigt werden forschende Beobachtungen zu Bauten und Stadträumen in Erfurt und Haifa. Architekturen, Themen und Phänomene der Internationalen Moderne werden einander dialogisch gegenübergestellt und in ihren geografischen und historischen Kontext eingeordnet. Die Ausstellung „Erfurt/Haifa. Architektur dialogisch – das gemeinsame Erbe der Moderne in Erfurt und Haifa“ ist vom 20. bis zum 30. September 2018 zu sehen in der Erfurter Peterskirche (Petersberg, 99084 Erfurt). Die Ausstellungseröffnung wird am 20. September um 19 Uhr gefeiert, es gibt am 22. September um 18.15 Uhr eine Kuratorenführung, am 30. September wird um 17 Uhr die Finissage begangen. (kb, 11.9.18)

Blick auf Haifa (Bild: Ausstellung „Erfurt/Haifa“ der Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Jens Hausprung)

Einmal Weimar-Haifa und zurück

Auch in diesem Semester geht die Uni Weimar wieder dem Thema „Identität und Erbe“ auf dem Grund. Es ist inzwischen schon gute Tradition, dass die Ringvorlesung auch Themen der Moderne in den Blick nimmt. Hier sind vor allem zwei Vorträge zu nennen: Am 17. Oktober spricht Mark Escherich um 18.30 Uhr über „Denkmalpflege und DDR-Nachkriegsmoderne“. Bei der hochaktuellen Debatte um die Architektur der 1960er und 1970er Jahre könnte der Eindruck entstehen, dass die eigentliche Hürde in der Erhaltung und Sanierung bestehe. Doch weiterhin wird in weiten Teilen der Gesellschaft grundsätzlich angezweifelt, dass diese Bauepoche erhaltenswert ist.

Damit drängen weiterhin – nicht für die Ostmoderne – die Erforschung der Baubestände und die Kommunikation über ihre Werte. Vor diesem Hintergrund dürfte der zweite modernebezogene Vortrag der Ringvorlesung nicht minder spannend ausfallen: Waleed Karkabi (Haifa) spricht am 7. November um 18.30 Uhr über „Toward a new architecture – Haifa Modernism“. Sahen viele Architekten doch in Israel ein „Labor der Moderne“, eine ideale Spielfläche für neue Formen des Bauens und Zusammenwohnens. Heute sind Städte wie Haifa für Architekturbegeisterte gerade wegen dieses modernen Erbes von besonderem Reiz. Beide Vorträge finden in der Bauhaus-Universität Weimar statt (Hörsaal D, Marienstraße 13, 99423 Weimar). (kb, 13.10.17)

Haifa, Technion im Bau, um 1913 (Bild: Technion – Israel Institute of Technology, gemeinfrei)