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Hamburg, Hanseviertel (Bild: gmp Architekten)

Hanseviertel unter Denkmalschutz

Jetzt ist es offiziell: Das Hamburger Hanseviertel, 1981 eine der ersten bundesdeutschen „Wohlfühl-Einkaufszonen“, wurde – wie City-Hof e. V. meldet – zur Jahreswende in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen. Das Star-Büro Gerkan, Marg und Partner zeichnet verantwortlich für den postmodernen Klinkerbau. Bauherrin war die Allianz, für die Volkwin Marg eine lichtdurchflutete Komfortzone entwarf, die sich von den massigen Beton-Einkaufszentren der 1960er Jahre absetzen sollte. Das Konzept ging auf, in den ersten Jahren flanierten täglich bis zu 20.000 Konsumwillige durch das Hanseviertel. Noch immer wird es gut frequentiert, doch die goldene Ära ist vorbei. Es heißt, die Allianz wolle an die ECE-Group verkaufen, die bereits vor geraumer Zeit die Verwaltung des 45.000-Quadratmeter-Komplexes übernommen hat.

Damit stand das Hanseviertel zum Jahresende in der Abrissdikussion zugunsten einer profitableren Ausnutzung des Filetgrundstücks. Spätestens mit der frischen Unterschutzstellung wird es spannend: Damit wäre ein Abriss strenggenommen nur möglich, wäre der Erhalt wirtschaftlich unzumutbar. Sollte die ECE jedoch kaufen, könnte es pikant für die Denkmal- und Kulturbehörden werden: Die Stiftung des ECE-Vorsitzenden Alexander Otto spendete just 15 Millionen Euro für die Sanierung der Kunsthalle. Welcher Stellenwert kommt dem Denkmalstatus zu, wenn einer der bedeutendsten Kulturstifter der Stadt ein Gebäude kaufen und abreißen will? (db, 15.1.18)

Hamburg, Hanseviertel, 1983 (Bild: gmp Architekten)

Hamburg, Hanseviertel (Bild: gmp Architekten)

Hanseviertel: Abriss oder Denkmalschutz?

Das Hanseviertel in Hamburg war 1980 eine der ersten „Wohlfühl-Einkaufszonen“, die heute viele Innenstädte prägen. Das Star-Büro Gerkan, Marg und Partner zeichnet verantwortlich für den postmodernen Klinkerbau. Bauherrin war die Allianz, für die Volkwin Marg eine lichtdurchflutete Komfortzone entwarf, die sich von den massigen Beton-Einkaufszentren absetzen sollte, die seit den 1960ern europaweit entstanden. Das Konzept ging auf, in den ersten Jahren flanierten täglich bis zu 20.000 Konsumwillige durch das Hanseviertel. Noch immer wird es gut frequentiert, doch die goldene Ära ist vorbei. Es heißt, die Allianz wolle an die ECE-Group verkaufen, die bereits vor geraumer Zeit die Verwaltung des 45.000-Quadratmeter-Komplexes übernommen hat.

Damit droht dem Hanseviertel der Abriss zugunsten einer profitableren Ausnutzung des Filetgrundstücks. Kurioserweise überprüft das Denkmalamt gerade die Schutzwürdigkeit – auf Antrag des Eigentümers! Hier wird es spannend: Stünde das Hanseviertel unter Denkmalschutz, wäre ein Abriss nur möglich, wäre der Erhalt wirtschaftlich unzumutbar. Und das lässt sich kaum glaubwürdig vermitteln. Sollte die ECE jedoch kaufen, könnte es pikant für die Denkmal- und Kulturbehörden werden: Die Stiftung des ECE-Vorsitzenden Alexander Otto spendete just 15 Millionen Euro für die Sanierung der Kunsthalle. Wie reagiert man, wenn einer der bedeutendsten Kulturstifter der Stadt ein Gebäude kaufen und abreißen will? (db, 7.12.17)

Hamburg, Hanseviertel, 1983 (Bild: gmp Architekten)