Hier nicht mehr parkieren!

Ende März hat das Parkhaus Central am Seilergraben in Zürich die Tore geschlossen. Die Stadt ließ verlautbaren, die anstehenden Sanierungskosten seien zu hoch, um weiterhin einen kostendeckenden Betrieb zu gewährleisten. Die durch die Schließung verlorenen Abstellplätze werden im nahen Parkhaus Urania kompensiert, wo einige Dauerparkplätze in Kurzzeitparkplätze umgewandelt werden sollen. Das ist auch tatsächlich kein allzu schwieriges Unterfangen, denn das Parkhaus Central hat ganze 36 Stellplätze – die nach der Sanierung aufgrund neuer Normen nochmal hätten verringert werden müssen.

Das kleinste der zehn städtischen Parkhäuser in Zürich war dennoch etwas Besonderes. Denn eigentlich handelt es sich um einen 1942/43 errichteten Luftschutzraum. Die Zufahrt geschah durch einen Torbogen in der Mauer am Seilergraben, dann führte es hinein in einen Stollen. Die ursprüngliche Nutzung ist nach wie vor ablesbar: Im Boden liegen noch die Gleise für fünf verschiebbaren Betonwände vorm Eingang, auch die wuchtigen Sicherheitstore sind noch vorhanden. Und nicht zuletzt – wenngleich Jahrzehnte jünger als der Bunker selbst – gibt es ein Wandbild von Harald Nägeli, dem „Sprayer von Zürich“. Nun wird geprüft, wie die Anlage in Zukunft genutzt werden kann. Am wahrscheinlichsten ist, dass sie zu einer Zentrale für einen Energieverbund umfunktioniert wird. Das „Parkieren“ ist jedenfalls vorbei. (db, 2.4.21)

Zürich, Parkhaus Central März 2021 (Bilder: Beat Schmitz)