Postgebäude in neuem Glanz?

Wie die Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ) berichtet, hat der Umbau der Fassade des Postgebäudes am Mannheimer Paradeplatz begonnen. Im Inneren war schon seit September eine Entkernung im Gange. Ziel sei es dabei, die Innenaufteilung so zu verändern, dass neben der Postfiliale künftig auch ein Hotel einziehen kann. Außerdem würden die gläsernen Anbauten im Erdgeschoss entfernt, die zuletzt Gastronomiebetriebe beherbergt hatten. Auch nach der Sanierung sollen hier wieder Flächen für die Gastronomie geboten werden. Bis 2022 wolle man mit dem Umbau fertig werden, heißt es.

Da das Postgebäude bereits als Kulturdenkmal ausgewiesen ist, werden die Arbeiten von den zuständigen Behörden überwacht – Dämmung und Dreifachverglasung sind also nicht zu befürchten. Das fünfgeschossige Gebäude mit Flachdach ist durch seine Rasterfassade mit Natursteinverkleidung und die mosaizierten Fensterbrüstungen ein echter Hingucker. Entworfen wurde es von der Bauabteilung der Oberpostdirektion Karlsruhe, 1957 erfolgte die Einweihung. Damit war das Postgebäude der vorerst letzte Neubau am kriegszerstörten Paradeplatz, der bereits zuvor wieder von der gegenüberliegenden Bebauung mit Sparkasse, C&A-Kaufhaus, Kaufhaus Anker und Kaufhof umschlossen worden war – allesamt Neubauten aus den 1950er Jahren. (mk, 14.12.20)

Mannheim, Postbank am Paradeplatz (Bild: Fred Romero, CC BY 2.0, 2017, via flickr.com)

Glashaube für Hauptpost Leipzig?

Die Hauptpost Leipzig entstand von 1961 bis 1964 am zentralen Augustusplatz. Entworfen wurde der 110 Meter lange denkmalgeschützte Stahlbetonbau mit Aluminiumvorhangfassade vom Architekten Kurt Nowotny (1908-84). Seit 2011 steht der universitätsnahe Komplex leer und soll nun für Bildungs-, Wohn- und ausgewählte Gewerbezwecke umgenutzt werden. Der Leipziger Projektentwickler KSW plant einen “Campus für Wissenschaftler und Studenten”.

Diese neue Nutzung wird allgemein begrüßt. Doch regt sich aktuell prominenter Widerstand gegen die mögliche Form der Umgestaltung. U. a. plant die KSW einen gläsernen Dachaufbau. Zudem sollen die blauen Glaselemente der Vorhangfassade durch schwarze ersetzt werden. Um solche Eingriffe zu verhindern, wurde nun am 21. Juli 2014 ein offener Brief verfasst. Darin wird der Leipziger Oberbürgermeister gebeten, “sich für die denkmalgerechte Sanierung dieser Inkunabel der Nachkriegsmoderne einzusetzen.” Zu den Erst-Unterzeichnern gehören Persönlichkeiten aus dem (Leipziger) Kultur-, Architektur- und Denkmalpflegebereich. (kb, 31.7.14)

Leipzig, Hauptpost (Bild: Bundesarchiv Bild-Nr. 183-C0831-0091-004, Foto: Heinz Koch/Wolfgang Kluge, 1964, CC BY SA 3.0)