Zum Stand der Dinge

Seit Januar 2018 arbeitet die sogenannte Koop5 an der gemeinwohlorientierten Entwicklung des Hauses der Statistik. Die fünf Kooperationspartner realisieren hier in gemeinsamer Verantwortung Raum für Kunst, Kultur, Soziales und Bildung, bezahlbares Wohnen, ein neues Rathaus für den Bezirk Mitte sowie Verwaltungsnutzungen in den Bestandsgebäuden und durch 65.000 Quadratmeter Neubau auf dem Areal Haus der Statistik. Ein großes Ziel, doch mittlerweile wird daran gearbeitet. Der Modellcharakter dieser ooperativen Quartiersentwicklung wurde seither mit Beteiligung der Stadtgesellschaft, dem integrierten städtebaulichen Werkstattverfahren und der Öffnung der Erdgeschossflächen für die kulturellen Pioniernutzungen unter Beweis gestellt. In einer Podiumsdiskussion am 14. September, von 17 bis 18:30 Uhr gibt es nun Informationen über den aktuellen Stand der Planung und zu kommenden Entwicklungen. Es sprechen (für die Kooperationspartner): Sebastian Scheel (Senator für Stadtentwicklung und Wohnen), Christina Geib (Geschäftsführerin der WBM), Ephraim Gothe (Baustadtrat, Bezirk Mitte von Berlin), Sven Lemiss (Geschäftsführer der BIM), Konrad Braun (Vorstand der ZUsammenKUNFT Berlin eG). Es moderiert Matthias Einhoff, ZK/U Zentrum für Kunst und Urbanistik, im Anschluss gibt es die Möglichkeit zum Rundgang durch das Haus der Materialisierung. Treffpunkt ist der Autoscooter im Hinterhof des Hauses der Statistik, Parkplatz Berolinastraße 22, 10178 Berlin-Mitte.

Über 10 Jahre stand das 1968-70 errichtete Haus der Statistik, genauer gesagt der Sitz der “Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik”nahe des Alexanderplatzes leer. Auf Hinwirken der Initiative Haus der Statistik, einer Gruppe engagierter Künstler:innen, Architekt:innen, Kulturschaffender und Politiker:innen wurden 2015 die Pläne für den Verkauf an Investoren und den geplanten Abriss des DDR-Baus verhindert. Der Impuls der Initiative Haus der Statistik wurde durch die Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Mitte und später im Koalitionsvertrag der rot-rot-grünen Regierung Berlins aufgegriffen. Ende 2017 hat das Land Berlin schließlich den Bau von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) erworben – und gerettet. (db, 12.9.21)

Berlin, Haus der Statistik (Bild: ZK/U)

Haus der Statistik: Fassade bleibt ostmodern

In Berlin wurde jüngst der Wettbewerb um die Fassadengestaltung des Hauses der Statistik entschieden. Dabei konnte sich das Büro de+ architekten mit einem Entwurf durchsetzen, der an die ursprüngliche Gestaltung anknüpft. Die derzeit stark angegraute Fassade erstrahlt demnach künftig wieder fast komplett in Weiß. Die neuen Brüstungselemente aus Carbonbeton, Dämmkern und konstruktivem Leichtbeton sollen auf die Bestandsdecken montiert werden. Neu ist ein länglicher, begrünter Baukörper mit Dachgarten, der das Haus künftig flankieren wird.

Künftig soll der ausgedehnte Komplex Platz für Wohnungen bieten, ein lokales Verwaltungszentrum beherbergen und kulturell genutzt werden. Bis es soweit ist, fließt jedoch noch viel Wasser die Spree runter. Die Arbeiten an der Fassade sollen nach derzeitiger Planung erst Anfang 2022 beginnen. Das Haus der Statistik entstand in den Jahren 1968 bis 1970 nach Plänen des Architektenkollektiv Manfred Hörner, Peter Senf und Joachim Härter. Es beherbergte zu DDR-Zeiten die statistische Zentralverwaltung des Landes.  Seit 2008 steht es leer, 2017 erwarb der Berliner Senat das Areal. (jr, 30.8.18)

Berlin, Haus der Statistik (Bild: D-okin, CC BY SA 3.0)

Hoffnung fürs Haus der Statistik

Berlin bereitet derzeit eine große Immobilientausch-Aktion vor. Gemäß des neuen Hauptstadtvertrags, der im Mai unterzeichnet werden soll, überträgt der Bund die Eigentümerschaft verschiedener Liegenschaften an das Land. Im Gegenzug sollen unter anderem das Grundstück der Akademie der Künste und der Martin-Gropius-Bau an den Bund übergehen. Berlin könnte mit dem Vertragsabschluss nach Informationen der Berliner Zeitung auch die Schlüssel für das Haus der Statistik am Alexanderplatz erhalten. Dem abrissbedrohten Bauwerk würde das den Kragen retten: Im Koalitionsvertrag von SPD, Linkspartei und den Grünen wurde vereinbart, das Haus der Statistik zum “Ort für Verwaltung sowie Kultur, Bildung, Soziales und Wohnen” zu entwickeln.

Das Haus der Statistik wurde in den Jahren 1968 bis 1970 nach Plänen des Architektenkollektiv Manfred Hörner, Peter Senf und Joachim Härter errichtet. Der markante, 11-stöckige Plattenbau war ein wichtiger Bestandteil der städtebaulichen Umgestaltung des Ostberliner Zentrums. Er beherbergte die statistische Zentralverwaltung der DDR sowie einige Abteilungen der Stasi. Nach der friedlichen Revolution wurde es zum Dienstsitz des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, seit 2008 steht das Hochhaus leer und verfällt zusehends. (jr, 4.5.17)

Berlin, Haus der Statistik (Bild: D-okin, CC BY SA 3.0)