Berlin: Haus der Statistik als Rathaus?

Berlin: Haus der Statistik als Rathaus?

Berlin, Haus der Statistik (Bild: PeternKuhley, CC-BY-SA 4.0)
Das Haus der Statistik als neues Bezirksamt? (Bild: Peter Kuhley, CC BY SA 4.0)

Seit 2008 steht das Haus der Statistik am Berliner Alexanderplatz leer. Lange sah es so aus, als wäre sein Abriss beschlossene Sache. Eine Initiative bemüht sich nun um den Erhalt als Kulturzentrum und überreichte Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) ein Finanzierungskonzept. Für das Projekt konnte ein Immobilienentwickler gewonnen werden, der bereit wäre, Teile des Ostmoderne-Baus zu erwerben, zu sanieren und an eine gemeinwohlorientierte Eigentümerschaft zu überführen – in Kooperation mit einer von der Initiative geschaffenen Entwicklungsgenossenschaft.

Die B.Z. meldete derweil, das Gebäude könne das Bezirksamt Mitte und das Bezirks-Finanzamt beherbergen. Beide sind an ihren jetzigen Standorten nur Mieter, und die Preise im Zentrum explodieren. Billig werde aber auch eine Sanierung nicht. Finanz-Staatssekretärin Margaretha Sudhof (SPD) erwartet eine dreistellige Millionensumme. Was auch kommt – perfekt ist noch nichts, doch scheint eine Entscheidung bevorzustehen. Das Architektenkollektiv Manfred Hörner, Peter Senf und Joachim Härter entwarf den Plattenbau-Komplex (1968-70). Erster Nutzer war die Staatliche Zentralverwaltung für Statistik der DDR. Auch Abteilungen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) waren hier untergebracht. Nach 1989 zogen die Außenstelle des Statistischen Bundesamtes und der Dienstsitz der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen ein – und bis 2008 wieder aus. (db, 8.5.16)