St. Gin

Unter dem Kreuz wird jetzt Alkoholisches destilliert: Im nordhessischen Haueda hat St. Albertus Magnus eine neue Bestimmung gefunden. Der neue Eigentümer der römisch-katholischen Kirche, der „Diemelstrand Destiller“ aus dem nahen Ostheim, will hier künftig produzieren und verkaufen. Schon 2018 war die Kirche profaniert worden – und seitdem suchte die Gemeinde nach liebevollen Händen, um ihr Bauwerk abzugeben.

Die kleine Kirche wurde 1957 geweiht. Malerisch erhöht am Ortsrand gelegen, erhofft sich der neue Besitzer Zulauf vom Wander- und Fahrradtourismus. Auch kulturelle Events will er im kommenden Jahr in den ehemals liturgisch genutzten Räumen möglich machen. Einen Vorgeschmack auf die neue Bestimmung wird auf der Homepage des Betriebs schon jetzt feilgeboten: die „St. Albert’s Distillery Kollektion“. Die Geschmacksrichtungen „Himbeer“ und „Bärlauch“ wären noch zu haben, „Spargel“ hingegen ist bereits vergriffen. (kb, 4.12.20)

Titelmotiv: links: Haueda, St. Albertus Magnus (Bild: Wogner, via regiowiki.hna.de), rechts: Himbeergeist St. Albert’s Distillery Kollektion (Bild: fieldfare-gin.de)

Ernst-May-Gesellschaft ausgezeichnet

Zum vierten Mal seit 2004 vergibt der Bund Deutscher Architekten (BDA) im Lande Hessen aktuell die „BDA-Auszeichnung für Baukultur in Hessen“. Er würdigt damit das Engagement von „Persönlichkeiten, Institutionen und Initiativen, die sich in Hessen um gute Architektur“ einsetzen. Für 2019/20 zählen zu den Prämierten: Nikolaus Heiss (BDA Darmstadt), das „netzwerk frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen“/Birgit Kasper (BDA Frankfurt), Neubauten der Universität Kassel/Land Hessen mit LBIH und Universität Kassel, Abteilung für Bau, Technik und Liegenschaften (BDA Kassel), Dr. Alexander Klar (BDA Wiesbaden) – und die „ernst-may-gesellschaft e. V.“ , benannt durch den BDA Hessen.

Die Ernst-May-Gesellschaft engagiert sich für Erhalt und Vermittlung der Bauten des Frankfurter Stadtbaurats – aktuell intensiv im Horizont des Bauhausjahrs und mit Blick auf das kommende Jubiläum des Neuen Frankfurt. Die feierliche Übergabe der Auszeichnungen findet statt am 27. Februar 2020 ab 18 Uhr im Museum Wiesbaden mit einem Festvortrag des Journalisten Niels Boeing. (db, 27.11.19)

Frankfurt, Ernst-May-Haus (Bild: Urmelbeauftragter, CC BY SA 3.0)

Bad Karlshafen: Stephanuskirche einsturzgefährdet

Malerischer könnte eine Kirche kaum liegen: Im nordhessischen Bad Karlshafen wurde die Stephanuskirche direkt am historischen Hafenbecken errichtet und bildet so einen prominenten Blickpunkt. 1962 gestaltete man das Wahrzeichen nach den Entwürfen des versierten Frankfurter Kirchenbauers Werner W. Neumann. Die Glasfenster schuf kein Geringerer als der Künstler Hans-Gottfried von Stockhausen. So ist es nur folgerichtig, dass der Bau unter Denkmalschutz steht. Doch in diesen Tagen macht die Stephanuskirche Schlagzeilen: Der Bau sei, so die Gemeinde, einsturzgefährdet und müsse daher „auf unbestimmte Zeit“ geschlossen werden.

Nach Ansicht der beauftragten Experten, liegt der Schwachpunkt in der Leimbinderkonstruktion des Kirchendachs. Seit 2016 arbeite man an einer Lösung des Problems. Einen letzten Besuch kann man der Kirche am 6. Oktober 2019 abstatten, dann schließen sich die Türen. Von der Maßnahme ist der Gottesdienstraum betroffen, während der Gemeindesaal und das Kirchenuntergeschoss vorerst weiter in Nutzung bleiben können. Als Ausweichräume für die Gottesdienstfeiern sind die Kapelle im Invalidenhaus, der Landgrafensaal oder der Gästeraum des Rathauses im Gespräch. (kb, 14.9.19)

Titelmotiv: Bad Karlshafen, Stephanuskirche (Bild: Presse03, CC BY SA 3.0, 2007)